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Kanzlei Hoenig Info
Alles verboten
Wer morgen abend in der Offiziellen UEFA EURO 2008 [tm] Fan Zone in Wien Fußball gucken will, sollte sich informieren. Über die verbotenen Mitbringsel.
Lassen Sie bitte insbesondere Tetra Packungen über 0.33 l, alkoholische Getränke und Drogen, mechanisch oder elektronisch betriebene Lärminstrumente zuhause. Und lesen Sie unbedingt die sieben Seiten der Haus- und Platzordnung für die Fan Zone. Oder feiern Sie einfach irgendwo in Kreuzberg.
Hey, liebe alpinen Nachbarn. Macht mal locker! :-)
Unfall mit Kind
Vom Spielplatz auf der gegenüber liegenden Straßenseite winken Kinder. Ein 9-jähriges Mädchen winkt zurück und läuft – zwischen den parkenden Autos hindurch – über die Straße. Ihr 6-jähriger Spielkamerad rennt hinterher. Ihn erwischt das herannahende Auto. Die Fahrerin hatte mit dem Kurzen zwischen den rechts parkenden Autos nicht gerechnet. Das ist der Klassiker.
Spannend sind jedoch die Briefe der Autofahrerin an die Mutter des verletzten Kindes. Die Windschutzscheibe sei kaputt und dafür will sie Ersatz. Jetzt bekommt sie erst einmal Post, von mir.
Den Rest klären wir mit ihr dann im Rahmen der Nebenklage über § 395 Absatz 3 StPO.
Frau Kommissarin, unverbesserlich
Ich hatte der Kommissarin S. gute Besserung gewünscht. Auch per Postkarte. Damit sie sich an mich erinnert, auch später. Genützt hat es nichts.
Nun, sie hat hier in der Kanzlei angerufen. Und sich nett entschuldigt. Wegen dieser Krankheit habe sie neben sich gestanden, deswegen ist ihr die Verarbredung mit mir schlicht durch die Finger gerutscht. Ein menschlicher Zug einer Polizeibeamtin, der den Ärger verrauchen lies.
Wir haben uns für heute morgen erneut verabredet. Wieder um 9:00 Uhr, wieder am T-Damm im LKA. Das Wetter war gut für’s Fahrrad. Und obwohl ich an meinem Schreibtisch wesentlich mehr für meine Mandanten erreichen kann, habe ich die Fahrt durch die Hasenheide nicht als unangenehm empfunden. Die Stunde hole ich dann eben heute abend nach.
Ich war pünktlich und die Mitarbeiterin in der Anmeldung des LKA hat sich redlich bemüht, die Kommissarin im Haus zu finden. Bis um 9:20 Uhr ohne Erfolg. Ein Kollege der personifizierten Zuverlässigkeits-Antithese teilte mit, sie sei außer Haus.
Jetzt bin ich wieder in der Kanzlei und das Zeug meines Mandanten liegt noch immer beim LKA. Ein drittes Mal verabrede ich mich nicht mit Frau Kommissarin S. am T-Damm.
Unser Bankgeheimnis
In einem Ermittlungsverfahren wegen Betruges fragt die Staatsanwaltschaft die Bank:
Die Bank hat kein Problem mit der Antwort:
Die Kontoinhaberin ist Beschuldigte eines Ermittlungsverfahrens, das später eingestellt wird, weil sie die ihr zur Last gelegte Tat nicht begangen hat.
Der arme Hund
Während einer Personalienüberprüfung in Neukölln mussten Polizeibeamte heute Morgen gegen 9 Uhr einen Kampfhund erschießen. Nach einem Ladendiebstahl waren die Polizisten zu der Wohnung einer 36-Jährigen in der Schudomastraße gefahren, um die Personalpapiere einzusehen. Auf dem Weg dorthin gab die Frau an, derzeit den Kampfhund eines Bekannten zu hüten. Nach dem Öffnen der Wohnungstür drängte der Staffordshire-Mischling sofort aus der Wohnung, lief aggressiv auf die Einsatzkräfte zu und versuchte, einen Polizisten zu beißen. Der Einsatz von Pfefferspray brachte nicht den gewünschten Erfolg, so dass ein Polizeiobermeister das Tier mit mehreren Schüssen töten musste. Der Beamte erlitt einen Schock und trat vom Dienst ab.
Quelle: Pressemeldung der Polizei Berlin
Polizeibeamte in Neukölln sind sensibel.
Enttäuschter Strafverfolger
Der Staatsanwalt fühlte sich beleidigt. Sein Kollege hatte ihm berichtet, ein Verteidiger habe öffentlich böse Worte über ihn gesprochen. Und weil er ein sensibler Mensch ist, stellte er einen Strafantrag gegen den Verteidiger.
Zum Gerichtstermin erschien der Staatsanwalt als grinsender Zuschauer. Es wollte dabei zusehen, wie der Verteidiger öffentlich hingerichtet verurteilt wird. Das Grinsen verschwand aus seinem Gesicht, als der Verteidiger beantragte, den Staatsanwalt aus dem Saal zu komplimentieren, weil er später noch als Zeuge in Betracht kommen könnte. Enttäuscht mußte er den Saal verlassen.
Er wird die knapp drei Stunden auf dem Flur vor dem Saal gewartet haben. Er wurde als Zeuge nicht gebraucht und hätte ohne Zustimmung seines Dienstherren ohnehin nicht aussagen dürfen.
Dann bei der Urteilsverkündung war er plötzlich wieder da. Die Verurteilung wollte er sich dann doch nicht entgehen lassen.
Im Namen des Volkes:
Der Angeklagte wird auf Kosten der Landeskasse freigesprochen.
Tja. Da hat der Staatsanwalt dann auch nicht mehr gegrinst.
Vendetta interrupta. ;-)
Politisch korrekter Caffè?
Egal. Hauptsache, er schmeckt.
Und überhaupt: Wenn statt des schwarzen ein weißer dicker Mann das Logo des Lucaffè schmückte, würde den doch kein Mensch kaufen.
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Entlassungsbericht
Der Beschuldigte wurde gegen 4:30 Uhr festgenommen. Die Blutentnahme um 5:00 Uhr ergab eine BAK von 1,55 Promille. Es hat reichlich Ärger in der Zelle gegeben, ein Biß in einen polizeibeamtlichen Unterarm, ein zerissener Dienst-Pullover und ein beschädigtes Dienthemd. Trotzdem – um 9:00 Uhr wurde der Beschuldigte entlassen. Nicht ohne einen Entlassungsbericht zu schreiben:
Herr BRAUSE, Wilhelm 28.09.88 Kleinstadt geb., P.str. 19, 15*** F.-dorf whft., nach Beendigung des Anschlußgewahrsams 09.00 Uhr entlassen. Herrn Brause wurde ein dienstlich gelieferter Trainingsanzug ausgehändigt, da seine persönlichen Sachen mit Urin durchnässt waren.
Das nenne ich Fair Play. Man hätte ihn auch stinkend wieder rauswerfen können.
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Deutsche und Türken in Kreuzberg
Der Münchener Kollege Dr. Michael Pießkalla fragte mich per eMail:
Für wen drückt eigentlich ein Kreuzberger Anwalt die Daumen, wenn´s morgen losgeht? :-)
Das kommt drauf an. Je nachdem, in welche Kneipe wir gehen: Wes‘ Bier ich trink, des‘ Lied ich sing. 8-)
Interna aus der JVA Tegel
Über einen Prozess gegen vier Gefangene der Justizvollzugsanstalt Tegel, die als sogenannte „Russenmafia“ Häftlinge der Teilanstalt III bedrängt, geschlagen und auch deren Angehörige bedroht haben sollen, berichtet Barbara Keller auf Berlin Kriminell.
Es kommen immer neue Interna über die Verhältnisse in dem Berliner Knast an das Licht, die den (ehemaligen) Insassen durchaus bekannt sein dürften. In dem Verfahren wird auch die Rolle der Justizvollzugsbeamten beleuchtet, von denen sich einige nicht unbedingt mit Ruhm bekleckert haben. Nach sechs Hauptverhandlungstagen ist noch kein Urteil in Sicht.
Nebenbei:
In der Haftanstalt arbeiten drei Geistliche: Anderthalb evangelische und anderthalb katholische Pfarrer.
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