In eigener Sache

Julian Reichelt: Wir werden das dann hier prüfen.

Wenn man dem Vorsitzenden der BILD-Chefredaktion und Chef von BILD-Digital, Herrn Julian Reichelt, in seiner eigenen Sprache antwortet, ruft er die Polizei:

Hören Sie dazu den Kommentar:


In einem Interview auf Radio Eins zeigt Herr Reichelt deutlich, welchen Respekt er vor den Rechten Dritter hat – nämlich gar keinen:

Das Recht am eigenen Bild ist dann verletzt, wenn der Betroffene sich in seinen Rechten verletzt fühlt und das zur Anzeige bringt. Alle Betroffenen, die wir gezeigt haben, habe ich auf Twitter eingeladen, diese Recht geltend zu machen und sich an uns, an BILD zu wenden, gerne an mich persönlich und zu sagen: „Hier ist mein Recht am eigenen Bild verletzt, mein Name ist soundso und ich möchte das Recht am eigenen Bild gerne einfordern.“ Wir werden das dann hier prüfen und wir werden die Daten, die uns dann übermittelt werden, an die Polizei weiterreichen, und dann kann entschieden werden …

Damit unverholen zu drohen, denjenigen, der die Verletzung seiner Persönlichkeitsrechte gegenüber der Zeitung reklamiert, gleich an die Polizei durchzureichen, hat schon eine gewisse Extravaganz.

Ganz schlechter Stil, ganz schlecht. Ich habe ein dickeres Fell und mehr Verstand bei Ihnen erwartet, Herr Reichelt.

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Silke kommentiert

Nur ein kurzer Hinweis zwischendurch:

Silke nimmt Stellung zu dem Blogbeitrag „Silke weint“ und den Kommentaren von „Ad_inski, Flo, Siggi, Hoppel, WPR“ dazu.

Ich wünsche gute Unterhaltung.

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Bild: © Wolfgang / pixelio.de

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Silke weint

Wie versprochen kommt im heutigen Sonntagsblogbeitrag noch einmal Silke zu Worte:

Atemberaubend, welchen Eindruck Silke von mir hat: Gestandene Richter am Landgericht fürchten sich vor meinen Blogbeiträgen und passen ihre Urteile entsprechend an.

Falls das ein Richter liest: Keine Angst, ich will nur spielen.

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DHL – Die Reaktion auf die Beschwerde

Meine Strafanzeige gegen eine unbekannte DHL wegen diffuser Paket-in-der-Gegend-Verteilung blieb erwartungsgemäß beim Frachtführer nicht unbemerkt.

Via Twitter erhielt ich aber die Botschaft, daß @DHLPaket für Strafanzeigen nicht zuständig sei. Ich habe dann vorgeschlagen, die Überschriften auszutauschen und den Text statt mit „Strafanzeige“ mit „Beschwerde“ zu überschreiben. Damit war die Beschwerdestelle einverstanden.

Ich habe die DHL-Twitterer beim Wort genommen und eine höflich formulierte Beschwerde gemailt:

Das Friedensangebot hat der Kundenservice Social Media mit dieser eMail quittiert:

Immerhin hat Jürgen G. rund dreieinhalb Stunden gebraucht, um den Knopf für diesen Textbaustein zu finden. Inhaltsleer ist er aber nicht ganz. Bemerkenswert ist sein PS und der Hinweis auf den Paketkasten.

Ich fühle mich bestärkt darin, den Weg über die Strafanzeige und die Öffentlichkeit gegangen zu sein. Unverschämt. Arrogant. Unfähig. Das sind die Adjektive, die mir dazu und zu dem Beschwerdemanagement einfallen.

Den einzigen Nutzen, den meine Beschwede bis dato hatte, war die pünktliche und zuverlässige Zustellung des Materials für einen Samstags-Blogbeitrag.

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PS: Die Rechtschreibefehler in meiner eMail sind meinem heiligen Zorn geschuldet, den ich nur mühsam im Griff hatte.

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Strafanzeige gegen DHL

Nachdem bereits in der vergangenen Woche zwei von DHL transportierten (nicht: zugestellten!) Pakete statt in unserer Kanzlei, im Keller des Restaurants unten in unserm Haus gefunden wurden – eines davon mit dringend benötigtem medizinischen Bedarf, das andere mit einer Gerichtsakte aus Eilenburg – hatten wir am Dienstag erneut das Vergnügen.

Die Sendungsnachverfolgung, gestartet beim Versender, ergab, daß eine Lieferung privater Natur vom dem Zusteller „zugestellt bei: Nachbar“ wurde. Auf unserem Grundstück gibt es etwa 20 Nachbarn. Tolle Wurst, wenn man statt zu arbeiten, Pakete suchen darf.

Die Sendung wurde beim Nachbarn eine Etage tiefer gefunden. Und rein zufällig zwei weitere Pakete, die der DHL-Bote unserer Kanzlei zustellen sollte: Ein fettes Paket von der Staatsanwaltschaft Cottbus und eine Akte in Ordnergröße vom Landgericht Augsburg. Zufallsfund, würde der Durchsuchungsbeamte sagen.

Wir wurden nicht benachrichtigt. Weder durch einen Zettel, noch durch den Zustellungsversuch zu einer Zeit, in der drei ausgebildete Juristen in maximal 8 Meter Entfernung von einer nervigen Klingel am ruhigen Schreibtisch saßen und arbeiteten.

Ich verspreche mir durch den brisanten Inhalt der drei justiziellen Pakete nun ein wenig mehr Interesse bei den Strafverfolgungsbehörden. Ich würde gern das Gesicht der Herrschaften bei der DHL sehen, wenn ihnen die Post vom Polizeipräsidenten zugestellt (sic!) wird, der wegen des Verdachts einer Straftat gegen Unbekannt ermittelt. Bei Strafakten, die dem Zugriff Dritter preisgegeben werden, – so hoffe ich – hört der Spaß auch für Strafverfolger auf.

Nun hat es so ein DHL-Zusteller doch wahrhaftig geschafft, daß ich versuche mithilfe der Staatsgewalt unseren Paketzugang zuverlässig zu gestalten. Aber welche Alternative hat der gemeine DHL-Kunde denn sonst?

Deshalb: Vielleicht hilft ja so ein Ermittlungsverfahren ein bisschen … ich bin gespannt und werde berichten.

Update:

Die Akten haben wir mit folgendem Text an die Gerichte in Eilenburg und Augsburg sowie die Staatsanwaltschaft Cottbus zurückgeschickt:

… zusätzlich übersende ich Ihnen noch ein Konvolut meiner Strafanzeige vom [DATUM] gegen Unbekannt. Hintergrund dieser Strafanzeige ist, daß das Paket, mit dem Sie uns die Akten zur Einsichtnahme via DHL zugesandt hatten, nur zufällig den Weg in unsere Kanzlei gefunden hat. Die weiteren Details entnehmen Sie bitte dem Text meiner Strafanzeige.

Ich rege an, daß sich Ihre Verwaltung mit dem Versender in Verbindung setzt, um in Zukunft möglichst auszuschließen, daß die Originalakten durch Vorsatz, Nachlässigkeiten und/oder Organisationsversagen irgendwann einmal verloren gehen.

Für Rückfragen stehe ich Ihnen zur Verfügung.

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Bild: © Maik Grabosch / pixelio.de

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Das erste Mal: Kreditkarten-Glückspiel

Seit ewigen Zeiten schon gehört die Kreditkarte zu meinen üblichen Zahlungsmitteln. Bisher hatte ich auch noch nie Probleme damit. Aber irgendwann ist es immer das erste Mal.

Diese Abrechnung beinhaltet drei Lastbuchungen von STARS GROSSBRITANNIEN, die irgendwoher an meine Kreditkartendaten gekommen sind. Von mir haben die sie jedenfalls nicht. Das Unternehmen soll nach Auskunft eines Mitarbeiters des „Business Card Service’s“ Lotterien und Glückspiele betreiben.

Strafverteidigung ist mir Glücksspiel genug, da muß ich mich nicht noch bei potentiellen Mandanten anmelden, um bei ihnen online irgendwelche Spielchen zu spielen.

Wenn jemand die STARS-Herrschaften kennt – oder wenn sie gar hier mitlesen: Ich verteidige gern in dieser Art der Wirtschaftsstraf- und Cybercrime-Verfahren.

Nebenbei:
Ein Anruf im Service-Center, keine Warteschleife, freundlicher Empfang. So muß das sein. Die Karte wird gesperrt, ich bekomme eine neue schöne Karte und die 460 Euro zurück auf mein Kreditkartenkonto.

Die Erstattung einer Strafanzeige ist dazu nicht notwendig, ich habe auch darauf verzichtet. Nicht, daß ich mich irgendwann mal als Zeuge von einem böswillen Verteidiger grillen lassen muß. ;-)

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DHL – mal wieder nicht da!

Es ist unfassbar.

Jahrelang lief das prima mit dem Zusteller von DHL. Ein freundlicher, hilfsbereiter und zuverlässiger Mann. So ähnlich sind wir ja schließlich auch.

Und dann das:

Seit ein paar Monaten setzt das Unternehmen beinahe täglich andere Nasen ein, die die an uns gerichteten Pakete in der ganzen Nachbarschaft verteilen. Weil wir angeblich die Tür nicht geöffnet hätten.

Das Spielchen kennt man.

Aber daß sich die Schachtelschieber das auch bei einer Anwaltskanzlei trauen, in der regelmäßig von 9 bis 18 Uhr mindestens ein Leut, maximal acht Leute arbeiten, die dem „alten“ und den Zustellern anderer Unternehmen täglich die Tür öffnen! Nur diese DHL-Fritzen stehen angeblich wiederholt vor verschlosserer Tür.

Auf diesem Zettel sind mehrere Behauptungen schlichtweg falsch.

  1. Die beiden Pakete sind NICHT „da“!
  2. Sie sind auch nicht an dem Nachbarn ausgeliefert; der nimmt nämlich NIEMALS Pakete für andere an. Auch nicht ausnahmsweise. Nicht einmal für uns.
  3. Es wäre möglich gewesen, die Pakete bei uns abzugeben. Wir waren „empfangsbereit“ und „empfangswillig“. Aber vielleicht war der Zusteller nur zu faul, die zwei Treppen raufzujoggen.
  4. Die Pakete sind nicht auffindbar.

Wenn ich dann doch noch mal irgendwann auf die Titelseite der Zeitungen kommen sollte: Dann war der Grund ein DHL-Zusteller, der sich nicht schnell genug vor mir verstecken konnte.

Ich bin gespannt, wie sich das Spielchen jetzt weiter entwickeln wird, das ich gestern nachmittag angepfiffen habe.

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Betriebsausgabe

Nur mal schnell zwischendurch: Wofür Rechtsanwälte das viele Geld ausgeben, daß sie von der Justizkasse (stets im Überschwang!) und von den Mandanten erhalten:

Es ist nicht so, daß die Zahlungseingänge einer Rechtsanwaltskanzlei ungekürzt in die Spielereien des Anwalts umgesetzt werden können, liebe Sozialneider.

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Nein, die spinnen nicht!

Noch einmal ein paar Worte zu der Focus-TOP-Anwalts-Liste. Hier jetzt unter den Stichworten „Schnäppchen- und Konstenlos-Mentalität“

Was ist daran auszusetzen, wenn ein Wirtschaftsunternehmen einen (geschätzt) fünfstelligen Betrag in die Hand nimmt und damit ein Meinungsforschunsinstitut beauftragt, eine Umfrage unter Rechtsanwälten zu machen und deren Ergebnis in eine Tabelle zu schreiben? Was spricht dagegen, für die Veröffentlichung wiederum Geld zu investieren, um ein Sonderheft zu drucken, dafür zu werben und dessen Vertrieb zu organisieren?

Ziel dieser Investitionen ist sicherlich nicht, den befragten und gelisteten Anwälten ein barmherziges Geschenk zu machen. Es geht eben nicht um die Förderung der wirtschaftlichen(!) Interessen von Anwaltskanzleien. Wenn ein Rechtsanwalt auf Almosen angewiesen ist, sollte er sich ans Arbeitsamt wenden oder seinen Laden dicht machen. Der Focus-Verlag ist kein Müttergenesungswerk für notleidende Advokaten.

Focus will – wie jedes andere Unternehmen auch – eine Rendite aus dieser oben beschriebenen Investition erzielen. Dazu verkauft man die Sonderhefte für relatives Kleingeld an das Publikum und viele Seiten für Anwalts-Werbung im Heft zum Gegenwert eines dreijährigen Hartz-IV-Einkommens. Darüberhinaus bietet Focus dann auch noch die (begrenzte) Verwendung des „Siegels“ und der „Urkunde“ an. Für ebenfalls teuer Geld.

Wenn nun die Marketing-Abteilung einer Rechtsanwaltskanzlei die Ansicht vertritt, die Investition in diese Art der Werbung würde sich auszahlen für die Kanzlei (also lukrative Mandate bringen), dann kommt man mit dem Focus-Verlag in Contract. Wenn nicht, dann nicht. So einfach ist das!

Wo ist jetzt das Verwerfliche oder Kritikwürdige an dem Handeln des Focusverlags? Es wird kein gelisteter Anwalt gezwungen, das Angebot des Focus anzunehmen. Statt dessen kann er sogar kostenlos mit der Liste Werbung machen, wenn auch im eingeschränkten Rahmen, so wie ich es hier seit 2013 mache.

Woher kommt diese Anspruchshaltung, die Früchte der Investition eines fremden Unternehmens ernten zu wollen, ohne bereit zu sein, eine adäquate Gegenleistung dafür zu liefern. Für so ein Verhalten kann ein Biologielehrer locker ein paar deutliche Worte aus dem Tier- und Pflanzenreich vorschlagen.

Ich bin dankbar, daß mir der Focus diese – eingeschränkte – Möglichkeit gegeben hat, darauf hinweisen, daß unsere Kanzlei „überzeugt“. Und ich nörgele nicht herum, weil er mir diese Möglichkeit eben nicht uneingeschränkt zur Verfügung stellt. Ich bin kein Schnäppchenjäger und fordere nichts geschenkt. Sondern so, wie ich erwarte, daß meine Leistung entlohnt wird, bin ich bereit, für Leistungen anderer eine Gegenleistung zu bringen.

Und ja:
Mir ist bewußt, daß für den kundigen Insider das Ranking und das Siegel kaum belastbare Hinweise auf die Qualität der Arbeit des Gesiegelten liefern. Aber „kundige Insider“ sind auch nicht die Zielgruppe unseres Kanzleimarketings.

Und nein,
lieber und hoch geschätzter Herr Kollege Burhoff und liebe Kollegen, die Ihr in das gleiche Horn stoßt: Die Focus-Leute spinnen nicht. Die bekommen nämlich nicht – garantiert bis zum Lebensende, und für die Witwe sogar darüber hinaus – monatlich zum Ersten ein alimentierendes Gehalt auf’s Konto. ;-) Gönnen Sie den Kapitalisten ihre Gewinne!
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Bild: © via GIPHY

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TOP-Anwalt 2017: Zum 5. Mal in Folge

Offenbar habe ich einen nachhaltigen Eindruck auf das Publikum gemacht. Denn seit 2013 habe ich nun zum 5. Mal „überzeugt“. Das schreibt mir der Focus:

Ich freue mich und ein bisschen stolz bin ich natürlich auch. Selbst dann, wenn ich mir die Hintergründe dieser Focus-Recherche verdeutliche.

Das Problem der Mandanten eines Strafverteidigers ist, daß sie in der Regel – wenn überhaupt – erst am Ende des Mandats entscheiden können, ob der Verteidiger gut *war*. So ein Ranking, wie das, was der Focus hier seit 2013 veröffentlicht, kann zumindest einen ersten Anhaltspunkt dafür liefern, daß man es nicht mit einem strafrechtlichen Laien zu tun bekommt, wenn man sich einem Anwalt aus der Liste anvertraut.

Das ist doch schonmal was. :-)

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