Monatsarchive: Juni 2008

Rechtsfrieden durch Augenmaß

Die drei Mitangeklagten waren keine Freunde mehr. Die Entlastung des einen führte zur Belastung des anderen. Und umgekehrt. Die Stimmung auf der Anklagebank war gereizt.

Nach einer Verhandlungspause berichtete die Dolmetscherin dem Gericht, daß der eine Anklagte geplatzt sei und den anderen heftigst mit dem Tode bedroht habe. Der Staatsanwalt hat aufmerksam zugehört sich Notizen gemacht. Es war mit einem weiteren Verfahren gegen den Geplatzten zu rechnen.

In einer weiteren Pause, ein paar Stunden später und nachdem für alle eine einvernehmliche Lösung gefunden werden konnte, kam der Staatsanwalt zur Anklagebank, verscheuchte den Verteidiger und fragte mit geneigtem Kopf nach der Ernsthaftigkeit der Drohung. Die beiden Kontrahenten gaben sich die Hand, eine Entschuldigung wurde ausgesprochen und akzeptiert.

Der Staatsanwalt zerriss einen Notizzettel und ging zurück zu seinem Platz. So geht’s also auch, nur besser.

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3:2

Ok, dann ist eben heute nichts mit Nachtruhe in Neukölln und Kreuzberg. Glückwunsch, Türkiye!

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Tourentip

Liebe Mountain Biker. Wenn Ihr an diesem Schild vorbei kommt:

Radweg

Unbedingt reinfahren! Nur wo „kein Radweg“ draufsteht, ist „Single Trail“ drin. Eines der ganz wenigen high lights in Brandenburg

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Englischkurs für Strafverteidiger

Die Rechtsanwaltskammer Berlin bietet im September erstmals einen Englischkurs an. Dieser Kurs unter der Leitung des amerikanischen Rechtsanwalts Dr. William Bondar ist zugeschnitten auf Strafverteidiger, die ihre englischen Sprachkenntnisse für ihre berufliche Tätigkeit entwickeln und verbessern möchten.

Quelle: Newsletter Nr.05-06/08 der RAK Berlin

Weitere Infos dazu gibt es hier.

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Preiserhöhung – gut verpackt

Anders als viele andere Anbieter, die schon zum Jahreswechsel die Preise erhöht haben, können wir Ihren Preis noch bis in den Sommer stabil halten.

schreibt Yello an seine Kunden. Eine gut verpackte Mitteilung darüber, daß der Stromversorger seine Preise anhebt. Und zwar über das Niveau des Platzhirschs.

Erst ab dem 1. August 2008 kostet Ihr gelber Strom 19,26 Cent pro kWh und 5,89€ pro Monat damit bleibt Yello auch weiterhin die richtige Wahl für Sie.

Ein erneuter Wechsel wird fällig. Andere Anbieter haben zwar erhöht, liegen aber bereits jetzt schon unter dem Niveau von Yello.

Geschickt geschrieben, aber nicht geschickt genug, um einem Metzger ein Steak zu verkaufen. ;-)

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Neues Anwaltszimmer in Köpenick

Ab dem 1. Juli 2008 wird es auch im Amtsgericht Köpenick ein Anwaltszimmer geben.

Hier gibt es eine Übersicht mit Kontaktdaten aller Berliner Anwaltszimmer.

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Spruch am Samstag

Ein Recht, das Du Dir rauben kannst, sollst Du Dir nicht geben lassen.

Friedrich Wilhelm Nietzsche, 1844 bis 1900

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Messerstecher verurteilt

Die Kammer unter Vorsitz von Richter Miczajka zeigte sich erschrocken über den offenbar nicht unter wenigen Jugendlichen verbreiteten hohen Alkoholkonsum und den Irrglauben, ein Messer sei ein probates Mittel der Gefahrenabwehr.

schreibt Barbara Keller auf Berlin Kriminell über das Ende des Verfahrens um die Messerstecherei in der Diskothek „Dix“.

Der Alkohol und das Messer waren die „conditio sine qua non“ für den versuchten Totschlag. Ohne den Alk und ohne das (in der Disko ohnehin verbotene) Messer wäre es wahrscheinlich bei ein paar blauen Flecken geblieben.

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Telefonsüchtiger Gothaer-Mitarbeiter unterliegt erneut

Es gibt da einen Telefon-Junkie bei der Gothaer, der mir schon eine Menge Stoff für dieses Blog geliefert hat. Eins, zwei, drei Beiträge sind bereits daraus geworden. Besten Dank an Drango insoweit schon einmal.

Zwischenzeitlich hat ihm nun auch das Landgericht Berlin per Beschluß mitgeteilt, daß er mich nicht mehr anrufen soll. Er hat gekämpft um die Telefonerlaubnis bis zuletzt. Sogar einen Antrag auf Zulassung der Revision hat er noch gestelt, als das Landgericht deutlich signalisierte, was es von dem Unsinn hält. Damit ist das Thema jetzt erst einmal erledigt.

Aber eins nehme dem Herrn von der Gothaer richtig übel. Nachdem das Gericht ihm durch einen Kostenfestsetzungsbeschluß mitgeteilt hat, daß er die Kosten des Verfahrens zu tragen hat, hat er doch tatsächlich fristgerecht und vollständig gezahlt. Naja, nicht er selbst, sondern die Gothaer.

Dabei hätte ich doch so gern eine spektakuläre Gehalts- oder Kontenpfändung veranlaßt. Schade, vielleicht ein anderes Mal. Wir sind ja noch nicht ganz fertig mit der Geschichte um Drango.

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Guten Morgen!

Beginn der Verhandlung vor der großen Strafkammer war um neun Uhr. Die Beweisaufnahme wurde mit Zeugenvernehmungen fortgesetzt. Teilweise war ein Dolmetscher notwendig. Der Vorsitzende Richter ging ins Detail. Eine heftig anstrengende Veranstaltung. Nur der ansonsten engagierte und erfahrene Verteidiger wirkte kraftlos, angeschlagen.

Nach der Mittagspause erstattete der Sachverständige sein Gutachten. Inhaltlich durchaus spannend, im Vortrag wenig lebhaft. Das gab dem Verteidiger offenbar den Rest.

In der Regel, sind es die Verteidiger in umfangreichen und anstrengenden Verhandlungen, die die mangelnde Aufmerksamkeit der Schöffen, manchmal auch der beisitzenden Richter reklamieren. Diesmal war es der Vorsitzende, der den Sachverständigen unterbrach, um den Verteidiger – nach einer sekundenlaaaaaaangen Pause – zu fragen:

Alles in Ordnung, Herr Verteidiger? Sie können noch folgen?

Echt peinlich, auf diese Art geweckt zu werden …

Vorsorglich: Ich war’s nicht! 8-)

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