Kanzlei Hoenig Info

Der grüne Finger des Staatsanwalts

Das kommt dabei heraus, wenn man sich als Pflanze längere Zeit in der Nähe eines Staatsanwalts aufhält.

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Dietrich

Es ist nicht sehr sinnvoll zu versuchen, mit dem filigranen Schlüssel für den alten Aufzug das schwere Tor zum Hinterhof zu öffnen.

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Diebstahlsgefahr

Die Verwaltung des Kriminalgerichts in Moabit hat wohl schlechte Erfahrungen mit den Schildern auf den Gerichtsfluren gemacht.

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Ferien in Berlin

Woran erkennt man, daß die Berliner im Urlaub sind?

Es gibt säckeweise freie Parkplätze in Neukölln.

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Passiv ist wichtig

Aus einer Gerichtsakte:

Es wurde beim Landgericht Berlin Abt. *** (Apparat ****) von mir angerufen. Dort wurde mir mitgeteilt, dass die Akte noch dem Berichterstatter vorliegt. Es wurde mir zugesagt, diesen nochmals daran zu erinnern, dass hier am 20.05.2008 Termin ansteht.

Warum schreibt diese JustizangesteIlte eigentlich nicht einfach:

Ich habe beim Landgericht … angerufen?

Wäre der Anruf oder gar sie selbst dann weniger wert?

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Ein innovativer Finanzdienstleister

… ist er nach eigenem Bekunden auf seiner Website. Da stimme ich ihm zu. Denn dieser Spam hier ist nicht nur innovativ, sondern echt mutig und kreativ:

Hallo Herr Hoenig,

ich habe Ihre email Adresse online recherchiert und heute eine Anfrage mit folgendem Inhalt an die HA MC Berlin gesandt.

Wär es denn denkbar wirtschaftlichen Interessen Eurer Mitglieder in Deutschland unter einem Dach zu bündeln?

Ich spreche hier vom Abschluss der MRD Versicherung über Investmentfonds und Kapitalanlagen bis zur Beteiligung. Sowie Kapitabeschaffung für Immobilien, Leasingverträge für Fahrzeuge usw..

Die Einnahmen jedenfalls aus den (Bestands- und Abschluss -) Provisionen könnte man sich teilen, somit würde ordentlich Kapital zurück fließen, dass für Anschaffungen oder Investitionen, o.ä. verwendet werden kann. Bündelnachlässe von Banken, Versicherungen und weiteren Gesellschaften, sind ein zusätzlicher Vorteil. Gibt es bspw. Verbesserungsmöglichkeiten von vorhandenen Verträgen (Bank, Versicherung, etc.)?

Zugegeben, die Idee hört sich etwas ungewöhnlich an. Falls jedoch Interesse besteht, würde ich mal die Leistungen und Möglichkeiten präsentieren, gerne im Beisein mit Eurem StB und / oder Anwalt.

Bin Versicherungsfachmann (BWV), Fachberater für Baufinanzierungen (FS) und Investmentberater und seit rd. 15 Jahren im Finanzbusiness. Das Leistungsspektrum ist auf meiner Website ersichtlich.

Kapitalbeschaffung für Anschaffungen, Investitionen oder ähnliches der Angels. Ähnliches, ahja! Provisionsteilung mit Rockern. Chapeau!

Aus der Werbung auf der Website des Spammers:

Sie formulieren Ihre Ziele, wir bieten Ihnen die Beratung und finden passende Lösungen – damit Sie Ihre finanziellen Entscheidungen mit gutem Gefühl treffen können. Entdecken Sie uns.

Hoffentlich geht das mal nicht ins Auge.

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Treppenreiniger

Der Mensch, der freitags unser Treppenhaus reinigt, scheint nicht viel Freude im Leben gehabt zu haben. Wenn man ihn bei seiner Arbeit antrifft, sollte man ihn, das Gesicht zur Faust geballt, besser nicht ansprechen. Ein fröhliches „Guten Morgen!“ führt in der Regel zu Blicken, die man erwartet, wenn man gerade von ihm beim Hoseanziehen erwischt wird, nachdem man mit seiner Frau die Nacht verbracht hat.

Dieser Mensch also erwischt mich. Bei Aufschließen unserer Kanzleitür:

Siiiee sind der Anwalt hier!?

Jaja, ich seh‘ zwar nicht so aus, aber ich bin’s wirklich. Und dann kam das, was ich schon beim Tonfall der ersten Frage erwartet hatte:

Sagen Sie, ich hätte da ‚mal eine kurze Frage …

Für solche Versuche, eine kostenlose Rechtsberatung zu erschnorren, habe ich im Laufe der Jahre so meine Standardantworten entwickelt. Irgendwas hat mich heute daran gehindert, diese Platte aufzulegen.

Statt dessen habe ich ihm einen Deal vorgeschlagen: Ich gebe ihm den erwünschten Rechtsrat und er reagiert künftig fröhlich auf Begegnungen im Treppenhaus …

Eben kam eine unserer Mitarbeiterinnen in die Kanzlei und fragte völlig überrascht:

Hey, was ist denn mit dem Putzmann los? Hat dem jemand was zum Rauchen gegeben oder warum grüßt er mich heute morgen so freundlich??

Auch ein schönes Honorar. ;-)

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Zugangskontrollen in Moabit: Luftpumpen verboten

Damit nicht jeder Hinz und Kunz ins Gericht geht und dann auch noch alles Mögliche mitbringt, was irgendwie gefährlich oder auch nur störend sein könnte, gibt es in Moabit Zugangskontrollen. Die Besucher entgehen nur ganz knapp der Pflicht, sich ausziehen zu müssen; ansonsten werden sie durchsucht wie ein Passagier, der mit EL AL nach Israel fliegen möchte.

Um zu verhindern, daß geladene Zeugen zu spät im Saal erscheinen, weil mal wieder 20 pubertierende Schüler einer Neuköllner Hauptschule einer Verhandlung beiwohnen möchten, bekommen die Zeugen eine Bedienungsanleitung zusammen mit der Ladung zugestellt. Interessant ist der folgende Hinweis:

Gegenstände, die für tätliche Angriffe oder für Störungen der Gerichtsverhandlungen missbraucht werden können, dürfen nicht in das Gebäude gebracht werden. Verboten sind insbesondere Werkzeuge, Scheren, Messer, Wecker, CD-Player, Glas- und Gasflaschen, Dosen, Luftpumpen, Trillerpfeifen, Gassprays, Walkmen, Radios und Pistolen.

Luftpumpen, aha. Damit kann man Geräusche machen, die sich unanständig anhören. Manchen Zuhörer brauchen dafür keine Hilfsmittel; trotzdem werden sie reingelassen. Das ist aber jetzt nicht fair, oder?

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Zubereitete Speisen

Das Bundesverfassungsgericht hat entschieden,

dass in Einraumkneipen mit weniger als 75 Quadratmetern Gastfläche wieder geraucht werden darf – sofern das Lokal „getränkegeprägt“ ist und keine „zubereiteten Speisen“ anbietet.

Hat eigentlich irgendeiner ernsthaft geglaubt, daß damit die Diskussion um das Rauchverbot beendet würde?

Der Dehoga sucht nun das Gespräch mit der Senatsverwaltung für Gesundheit. Bis Ende des Monats soll es einen runden Tisch geben, an dem auch ein Vertreter der Berliner Industrie- und Handelskammer teilnehmen könnte. Die IHK wünscht sich ebenfalls eine rasche Klärung und sieht wie der Dehoga weder Boulette noch Bockwurst als „zubereitete Speise“.

Ich kann’s mir bildlich vorstellen. Da sitzen dann übergewichtige Schlipsträger an einem Tisch, trinken Kaffee (sic!) aus Thermotzkannen, futtern die Royal-Keks-Mischungen aus dem Discounter und diskutieren mit (aus?) vollem Munde:

Klar ist: Belegte Brote und aufgewärmte Konserven gelten eindeutig als „zubereitete Speisen“ und sind in Raucherkneipen verboten. Das hat der Dehoga auch in einem Rundschreiben an seine Mitglieder festgestellt. Ungeschältes Obst und Nüsse sind dagegen ebenso erlaubt wie Kekse, Brezeln und Dauerwurst. „Doch wenn man es genau nimmt, ist ja auch die Dauerwurst einmal von einem Metzger zubereitet worden“, sagt Albrecht Winkler. „Ich sehe deshalb keinen Unterschied zur Boulette.“ Auch der Verkauf von Kartoffelsalat müsste danach weiter erlaubt sein – vorausgesetzt, der Kneipier hat ihn nicht selbst in der Küche zubereitet, sondern im Geschäft gekauft.

Quelle der Zitate: Tagesspiegel

Diese Diskussion hat Niveau. Ich frage mich nicht, welches. Und bin gespannt auf die Entscheidungen der Abteilungen des Amtsgerichts in der Moabiter Kirchstraße, wenn die ersten Gastwirte mit den Ordnungsämtern über Nudelsalat mit Gürkchen streiten.

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Der Anwalt als Denunziant?

Unser Referendar macht Urlaub. Das teilt mir die Präsidentin des Kammergerichts heute mit.

Ohne diese Mitteilung hätte ich das gewiß gar nicht gemerkt. Nebenbei: Der Referendar hat keine Nachricht erhalten, ob seinem Urlaubsantrag stattgegeben wurde.

Spannend ist aber der letzte Satz:

Bei nicht rechtzeitigem Dienstantritt nach Ende des Urlaubs wird um Nachricht gebeten.

Einmal abgesehen davon, daß sich die Sachbearbeiterin hinter der Passiv-Form zu verstecken versucht: Glauben die dort wirklich ernsthaft, ich würde unseren Referendaren bei der Verwaltung denunzieren?! So sind sie, die behördlich Bediensteten.

Was ein Denunziant ist, wissen wir spätestens seit 1843. Aber wie bezeichnet man eigentlich solche Leute, die andere dazu auffordern, sich zum Lumpen zu machen?

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