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Kanzlei Hoenig Info
Heiße Ware
Der Beitrag über die Speisung eines Berliner Strafverteidigers scheint eine sensible Stelle im Abgeordnetenhaus berührt zu haben. taz-Redakteuer Sebastian Heiser fand den Bericht über die Aktenlieferung per Menütaxi ganz schön heiß, über die ich da so nebenbei am Heiligabend berichtet hatte.
Das Unternehmen mit dem Namen Menütaxi liefert im Auftag des Senates alle Pakete von Behörden innerhalb Berlins aus. Nach dem Datenskandal bei der Landesbank machen sich jetzt Abgeordnete der Opposition Sorgen um die Sicherheit dieser Pakete.
schreibt Herr Heiser heute in der taz.
Und dabei war ich nur darüber enttäuscht, daß mir der freundliche Taxidriver nur das tröge Paket aus Moabit und kein leckeres Pralinchen mitgebracht hatte. Das hat er nun davon. ;-)
Irgendeiner rebelliert immer in Kreuzberg
Protest? Aber immer! Für Protest und Widerstand gibt es in Kreuzberg immer Gründe. Behördenhandeln ist verdächtig. Ob Bürobauten gebaut oder Bäume gefällt werden – darüber haben hier nicht irgendwelche Politiker zu entscheiden. In Kreuzberg entscheidet das Volk.
Und das Volk findet immer einen Weg, denen im Rathaus oder im Senat das Kreuzberger Verständnis von Basisdemokratie und Bürgerbeteiligung nahezubringen. Bethanien, McDonald’s, Mediaspree, Bäume am Luisenstädtischen Kanal, eine Privatschule im Bergmannstraßenkiez, die „Subway“-Filiale an der Schlesischen Straße – immer gibt es Gründe für Protest und Widerstand, und genug Leute dafür. Irgendeiner rebelliert immer in Kreuzberg, irgendwas wird immer bekämpft.
Quelle: Werner van Bebber im Tagesspiegel
REVOLUTION! Jawoll. Kreuzberger sind eben keine Wilmersdorfer Witwen. ;-)
Danke an Helga für den link.
War Hitler ein EMO?
Die Website der Nazi-Organisation, die sich unter dem Deckmantel einer „gutdeutschen“ Partei verbirgt, wurde während des Chaos Communication Congresses gehackt. In der Zeit von Samstag, den 3.1.09, 18:00 Uhr, bis Sonntag, den 4.1.09, 2:00 Uhr erschien zunächst das hier:

Klickte man auf „Mehr darüber“ erblickte der Führer als Hardcore-Punk, auch Emocore genannt, das Licht der Welt:

Nett gemachte Idee, schade nur, daß die Nazis den Hack so schnell beseitigen konnten.
Quelle der Information, des Zitats und der Bilder: Gulli
An dieser Stelle noch der Hinweis auf die Beantwortung der Frage: Dürfen die das? und auf weiterführende Informationen hier und hier.
Mehr wert als Honorar
Die Verteidigung war seinerzeit wirklich nicht einfach. Der Mandant war sehr krank, er erkannte dies aber nicht. Und von ihm ging eine Gefahr für andere aus. Er wollte er sich nicht behandeln lassen, sah keine Notwendigkeit dazu.
Ein Strafverteidiger konnte ihm nicht helfen, sondern „nur“ ein Psychiater. Darüber waren sich alle einig, der Richter, der Staatsanwalt, der Betreuer des Mandanten … und der Verteidiger. Nur der Mandant nicht.
Er wurde freigesprochen und auf unbestimmte Zeit in ein Krankenhaus eingewiesen. Und dort behandelt. Drei Jahre später erfuhr er die ersten Lockerungen, weil er mittlerweile krankheitseinsichtig und therapiebereit geworden war. Die Therapie war und ist erfolgreich. Und er freut sich sehr über die Erfolge.
Der Mandant hat seinen Verteidiger nicht vergessen. Und sich mit einem Bild bedankt.
Das gehört nicht in eine Akte, sondern an die Wand.
Vielleicht klappt das ja bald mit dem Ausgang und dem Besuch in unserer Kanzlei; ich würde mich freuen.
Danke an Helga für den Rahmen!
Würstchen
Zivilbeamte des Abschnitts 36 nahmen heute früh eine 24-Jährige fest, die zuvor Lebensmittel aus einem Imbiss in Gesundbrunnen gestohlen hatte. Den Polizisten waren gegen 2 Uhr Würstchen und Getränkeflaschen auf dem Gehweg der Pankstraße aufgefallen. In der Nähe entdeckten sie die Neuköllnerin, die weitere Lebensmittel in Tüten verstaute. Die Frau gab zu, in den Imbiss eingebrochen zu sein. Sie wurde nach einer Blutentnahme und erkennungsdienstlicher Behandlung entlassen.
Quelle: Pressemeldung der Polizei Berlin
Kreuzbergerinnen (jedenfalls die aus 61 oder dem Graefekiez) brechen nicht in Würstchenbuden ein. Hier wären es Bioläden. Neuköllnerinnen sind da nicht so verschnuckt.
Fahrradfahrerinnen in Kreuzberg
Es gibt Radfahrerinnen, die gehören erschlagen, gevierteilt und anschließend in den eisekalten Landwehrkanal geworfen.
Nicht, weil sie im Dunkeln dunkel gekleidet, unbeleuchtet, gegen die Fahrtrichtung einer Einbahnstraße auf dem Gehweg fahren. Dagegen ist ja nichts einzuwenden; das ist die ganz normale Härte hier bei uns in Kreuzberg.
Aber wenn dieses Pack sich dann auch noch lautstark über den Autofahrer beschwert, der sich vorsichtig aus einer Hauseinfahrt herausgetastet und der rasenden Radfahrerin nur dadurch den Arsch gerettet hat, daß er es gerade noch so eben noch geschafft hat, rechtzeitig zum Stehen zu kommen … ab in’s kalte Wasser, mit einem Stein um den Hals.
Daß der Fußgänger, den die Radfahrerin im Anschluß an diese Aktion beinahe über den Haufen gefahren hätte, nicht nach irgendetwas Hinterher-Werfbaren gegriffen hat, ist wohl nur seinem vorgerückten Alter zuzuschreiben.
Es gibt Momente, da wünscht sich der Kreuzberger, in einer schwäbischen Kleinstadt zu wohnen.
Gefährliche Begutachtung
Es ist ein schmaler Grad, auf dem ein Strafverteidiger wandelt, wenn er einen Antrag auf Begutachtung seines Mandanten stellt, um die Frage nach seiner Schuldfähigkeit zu beantworten.
Wohin es führen kann, wenn ein Angeklagter wegen seiner psychischer Auffälligkeiten untersucht wird, beschreibt Barbara Keller auf Berlin Kriminell in einem Prozeßbericht. Einem schwerst drogenabhängigen Angeklagten bescheinigte die Sachverständige:
Weitere Straftaten seien zu erwarten. Selten habe die Psychologin einen Menschen derart distanzlos erlebt wie Steve F. Steif und starr soll er sich jeder Exploration widersetzt und nur widerwillig kooperiert haben.
Damit steht ein Scheunentor zur Sicherungsverwahrung (nach Verbüßung der Freiheitsstrafe) sperrangelweit offen.
Stutzig macht mich in dem Bericht von Barbara Keller, warum es der Verteidigung nicht gelungen ist, einen Psychiater als Sachverständigen „durchzusetzen“. Im vorliegenden Fall wurde der Angeklagte von Ulrike Horn begutachtet. Frau Horn ist Ärztin in Horrweiler (Rheinland-Pfalz) mit einem „Schwerpunkt Psychotherapie“. Vielleicht wäre bei der vorliegenden Doppeldiagnose einer schweren Persönlichkeitsstörung gepaart mit einer Drogenabhängigkeit (Kokain/Heroin) ein profilierter Psychiater die bessere Wahl gewesen.
Postbank überlastet
Die drei anderen Geldinstitute, bei denen ich heute zur selben Zeit den Kontostand abgefragt hatte, waren nicht überlastet. Oder anders formuliert: Dort hat man für ausreichende Kapazitäten gesorgt.
Hinter Gittern wird’s zu eng
SPD-Justizsenatorin Gisela von der Aue will die Jugendarrestanstalt ausbauen, wenn die Finanzierung geklärt ist. Das bisherige Gebäude in Lichtenrade ist zu klein. Straftäter müssen zum Teil unverrichteter Dinge nach Hause zurückgeschickt werden.
berichtet Plutonia Plarre in der taz.
Komplizierte Verjährung
Wann verjährt eigentlich eine Verkehrs-Ordnungswidrigkeit? Nach drei Monaten, nach sechs Monaten, nach zwei Jahren? Oder gar nicht? Was bedeutet es, wenn eine Sache verjährt ist? Vielen Fragen, auf die wir in einer Mandanten-Information auf unserer Website eine Antwort geben möchten.


