Kanzlei Hoenig Info

Hartz-IV als Konjunkturspritze

Die Erhöhung von Hartz IV stelle einen Anschub für die Tabak- und Spirituosenindustrie dar.

Soll Philipp Mißfelder (29), Chef der Jungen Union, gesagt haben.

Der Gedanke ist so schlecht nicht. Die Hartzies rauchen und saufen mehr, wenn man ihnen mehr Geld gibt. Es gibt neue Arbeitsplätze in der Nikotin- und Alk-Industrie. Der Staat hat höhere Steuereinnahmen. Das könnte sich besser rechnen als diese Abwrackprämie.

Alles wird gut. Ich weiß gar nicht, warum die politisch engagierten Gutmenschen sich so aufregen.

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Karneval

Heute Abend läuft eine Frist ab, innerhalb der ein Friedens- und Vergleichsangebot meines Mandanten an einen Bösewicht angenommen werden kann. Vertreten wird dieser Bösewicht von einem Rechtsanwalt, der seinen Kanzleisitz in Köln hat.

Kann das wirklich sein, daß dieser Rechtsanwalt sich bis Mittwoch kommender Woche eine Pappnase aufgesetzt hat, um sich dem Alkoholmißbrauch hinzugeben, und dabei zu riskieren, daß mich mein Mandant nun damit beauftragt, den Bösewicht mittels einer ernsthaft teuren Klage in die Steinzeit Insolvenz befördert?

Wie stellen sich eigentlich die Vermögensschadens-Haftpflichtversicherer zu diesem …äh… Brauchtum auf?

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Unannehmlichkeiten

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So ist das eben, wenn man in einem Szenebezirk lebt und arbeitet. Alle Nase lang kommen irgendwelche höchst wichtigen Menschen vom Film und Fernsehen und blockieren unsere Parkplätze. Eigentlich sollte man für diese Art der Filmförderung einen Gutschein für die GEZ bekommen.

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Sarkasmus vom Amt

meldung

Gut, ich gebe zu, der Witz ist nicht auf den ersten Blick zu erkennen

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Glückwunsch!

„Was bin ich doch heute wieder für ein Schelm!“

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Weichgekocht

Der klassische Dreisprung war das Thema: Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte, Körperverletzung und Beleidigung. Die Akte hat ein paar Monate herrenlos die Runde durch Moabit gemacht, Strafanträge sind keine gestellt worden. Die beteiligten Polizeibeamten konnten sich nur vage an den Vorfall erinnern (tatzeitnahe Berichte wurde nicht geschrieben).

Soeben rief mich der Staatsanwalt, dem ich Mitte letzter Woche eine zweiseitige Verteidigungsschrift geschickt hatte:

Staatsanwalt:
Sie haben mich weichgekocht, Herr Verteidiger. § 153 a StPO. Was verdient Ihr Mandant?

Verteidiger:
Einverstanden. Hartz IV.

Staatsanwalt:
Ok, 150 Euro. Aber kommen Sie mir nicht wieder mit irgendso einem gemeinnützigen Verein. Justizkasse! Die hat’s erkennbar nötig.

Verteidiger:
Ok, aber nur weil Sie sowieso schon weich und kein Gegner mehr sind. Sonst würde ich jetzt diskutieren.

Den Mandanten mußte ich vorher nicht mehr fragen, ob er einverstanden ist. Glück gehabt. Manchmal ist die Desorganisation in Moabit auch vorteilhaft. Und so böse war die Verteidigungsschrift nun wirklich nicht.

Wenn jetzt der Mandant die 150 Euro an die Justizkasse zahlt, wird das Verfahren gegen ihn eingestellt. Keine Vorstrafe und gelernt hat er trotzdem. Widerstand ist nicht nur zwecklos, er kann auch richtig teuer werden. Denn die 150 Euro sind ja nicht der einzige Posten.

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Den Caffè gibt’s auch künftig kostenlos

Ein von mir sehr geschätzter Kollege hat mich zum Nachdenken gebracht: Fahren wir mit unseren – ehemaligen – Angeboten (Akteneinsicht für 30 Euro) unsere Kanzlei wirtschaftlich gegen die Wand? Sollen wir unseren Mandanten und Besuchern wirklich weiterhin den Caffè kostenlos servieren? Ich überlege mal laut, zum Mithören.

Wir kaufen einen guten, daher teuren Caffè, meist den aus Triest, ein. Dazu sind zunächst Recherchen über die Bezugsquellen notwendig – und zwar unter Beachtung steuerstrafrechtlicher Gesichtspunkte. Mal eben nach Italien fahren und 10 kg Caffè über die Grenze bringen, ohne die Kaffeesteuer zu entrichten, führt zu Verteidigungsbedarf.

Die Espressobohnen werden dann portionsweise in einer spanischen Mühle in exakt definiertem Mahlgrad zerkleinert, ohne daß durch den Mahlvorgang das Aroma des Caffès beeinträchtigt wird. Aufpassen: Die Luftfeuchtigkeit hat Einfluß auf die Durchlaufgeschwindigkeit (dazu gleich mehr), deswegen muß der Mahlgrad stets angepaßt werden.

Der mit ziemlich genau 8 Gramm Caffèpulver gefüllte Siebträger wird dann in den Faema-Brühkopf der Brasilia gesteckt, die rund um die Uhr in Betrieb ist, damit wechselnde Temperaturen das Innenleben der Barmaschine nicht beschädigen können.

In dem Kessel der macchina befindet sich das heiße Wasser, das einen langen Weg aus dem Berliner Untergrund durch einen speziellen Filter und einen Druckminderer geflossen ist. Der Filter neutralisiert einen Großteil des Kalks, ohne allerdings diesen Geschmackträger völlig zu entfernen. Man muß nur darauf achten, das Filterelement regelmäßig zu regenerieren.

Das Wasser, das nun durch den Brühkopf gedrückt wird, kommt aus der Leitung, ist also frisch und kein abgestandenes Kesselwasser. Ziemlich genau 20 Sekunden dauert es, bis die vorgewärmte Tasse gefüllt und der Caffè durch eine dicke Cremaschicht hindurch duftet. Fließt es schneller, wird der Caffè „dünn“, dauert es länger, schmeckt er bitter. Druck und Temperatur des Wassers sowie Menge und Mahlgrad des Espressos müssen also fein aufeinander abgestimmt werden.

Das Ganze funktioniert aber auch nur dann mit einem Ergebnis, das sich „sehen“ lassen kann, wenn das Maschinchen stets sauber gehalten und täglich gepflegt wird.

Zum Caffè gibt es weißen oder braunen Zucker und einen Keks (Das ist allerdings in unserer Kanzlei noch ein Problem, die Kekse schmecken nämlich auch ohne Caffè!).

Für den auf diesem Wege hergestellten Genuß zahlt man in Düsseldorf in einem Café locker mal 2 bis 3 Euro. Dort wird das Getränk allerdings von Gastwirten gebraut. Bei uns macht das ein Strafverteidiger. Vergleicht man die üblichen Stundensätze von Gastwirten mit denen von Anwälten, müßte die Tasse Espresso bei uns eigentlich knapp unter 50 Euro liegen.

Und diesen Wert stellen wir unseren Mandanten und allen anderen Besuchern mit großer Freude zur Verfügung. Kostenlos. Auch künftig. Damit sie genauso gern wiederkommen, wie Udo Vetter, wenn er uns denn irgend einmal in Kreuzberg besucht hat. :-) Das ist mir der Aufwand wert.

 

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Alles klar

Ich habe eine eMail eines (heranwachsenden) Mandanten bekommen. Er entschuldigt sich dafür, mir noch keine Postkarte aus seiner Heimatstadt geschickt zu haben (das war die vereinbarte Honorierung meiner Verteidigertätigkeit). Dann hat er die Ladung zum Haftantritt bekommen, er möchte, daß ich einem Georg B. Auskunft über das Verfahren gebe und entbindet mich insoweit von meiner Schweigepflicht. Das Ganze hört sich so an:

guttentag herr Hoenig entschuldigung fur die post kart die brief must come I have some problem ich bin mall this week I have make a vollmacht and I want to sent tot you one online one must come by post Herrn Georg B. ist mein vater freund ist keine problem . In diese brief ist die vollmacht sorry my deutch is not very good I hope you understand .this is my email adress but I don`t understand why I must come zuruck Berlin ? cand I make revision or convince the gericht i`m ok Ich habe arbeit ales clar by me . danke schon

Irgendwie sympathisch, das Kerlchen. :-)

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$ 18.5 million dollars can be paid to you

In der Mittagspause ist eine höfliche eMail hier eingetrudelt:

BARRISTER GERRY MEYER
Bastien Yekpe And Associates
Cotonou, République du Benin
Telephone:+229 98741883

ATTN: Hoenig

I am Barrister Gerry Meyer, the attorney at law to Late Michael Hoenig, a national of your country, and a gold merchant here in Republic of Benin West Africa. Here in after shall be Referred to as my client. On the 27th of May 2004, my client, His wife and their only Child were involved in a car accident Along Sagbama express-road. All occupants of the vehicle Unfortunately lost their lives..Since then I have made several enquiries to your embassy to locate any of my clients extended relatives this has also proved Unsuccessful.

After these several unsuccessful attempts, I decided to track His last name over the Internet, to locate any member of his Family hence I contacted you. I have contacted you to assist in Repatriating the money and property left behind by my client before they get confiscated or declared unserviceable by the bank here. These huge deposits were lodged particularly, with the“ BANQUE ATLANTIQUE BENIN“ An affiliate of Commercial Bank of Africa where the Deceased had an account valued at about $18.5 million dollars. The Bank has issued me a notice to provide the next of kin or have the account confiscated.

Since I have been unsuccessful in Locating the relatives for over 2 years now I seek your consent to present you as the next of kin of the deceased since you have The same last name so that the proceeds of this account valued at $18.5 million dollars can be paid to you and then you and me can Share the money.50% to me and 50% to you I will procure all Necessary legal documents that can be used to back up any claim we may make. All I require is your honest cooperation to enable us seeing this Deal through. I guarantee that this will be executed under a legitimate arrangement that will protect you from any breach of the law. And the way we are going to achieve this is

I will need the following information from you,
Your Full Name and Address,
Your Age, Occupation and Position,
Your Telephone and Mobile for Communication Purpose.

I await your reply ASAP.

Best Regards.
Barrister Gerry Meyer
Tel.+229 98741883

Dieser Typus Leute, die mir solche Deals anbieten, fragen mich in aller Regel danach, ob sie die Kosten für die Verteidigung gegen den Betrugsvorwurf in monatlichen Raten zahlen können.

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Piiiiiiiiiiiep!

Der Gang wie jeden Morgen: Erst in die Küche, Caffè-Maschine durchlaufen lassen; dann an den Arbeitsplatz, Rechner einschalten; zur Garderobe, Mütze und Mantel aufhän …. Piiiiiiiiep!

Der Rechner macht sich bemerkbar, schnell auf den Aus-Knopf, Neustart ….. Piiiiiiiiep! Ausschalten. Einschalten – Piiiiiiiiep! – Ausschalten. So beginnt ein Scheißtag …

Während ich das Notebook aufklappe, um die Telefonnummer unseres Technikers zu suchen, fällt mir auf: Das (relativ schwere) Mousepad liegt auf der Tastatur. Wie jeden Dienstagmorgen, nachdem unsere Putzfrau sauber gemacht und – wie immer – damit das Zeichen „Ich war hier!“ hinterlassen hat. Seit ungefähr drei Jahren.

Jetzt mache ich mir ‚mal einen Caffè, schau mir das schöne Wetter draußen an und überlege, ob es sich überhaupt lohnt, mit dem Arbeiten anzufangen …

Update:

schneewetter-443

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