Medien

Nicht mehr kostenlos

Bislang habe ich ja gern die Berliner Morgenpost gelesen und oft auch hier im Blog zitiert. In den Bereichen, die mich interessieren, waren häufiger lesenswerte Artikel von kompetenten Autoren zu finden. Diese Qualität scheint ihren Preis zu haben, denn nun wird man zahlen müssen, wenn man die Mottenpost lesen will:

morgenpost

Ich habe da so meine Befürchtungen und denke: Wenn das mal gut geht …

10 Kommentare

Das widerliche Verhalten eines Bildreporters

Und ich möchte diese Stelle auch nutzen, um über das widerliche Verhalten eines Bildreporters zu berichten: Er betrat unser Grundstück, klingelte an der Tür und fragte frech nach einem Foto von Jacob, wie denn mein Vorname sei und wo ich arbeite …

1 Stunde später standen 2 Männer vom ZDF vorm Grundstück, auch hier baten wir höflich, uns nicht zu filmen, haben ihnen das erklärt, auch hier um Respekt gebeten, auch zum Schutz für Jacobs kleine Schwester – sie haben sich hingestellt und uns trotzdem gefilmt.

Quelle: Die Mama von Jacob, in einem Kommentar zu dem Tagesspiegel-Artikel 14-jähriger Junge stirbt bei „Würgespiel“

Man kann es nicht ausschließen, daß sich da jemand fälschlicherweise als BILD-Reporter ausgegeben hat (was die Paparazzi des Gossenblatts gern mal vortragen). Aber ebenso wenig kann man es ausschließen, daß so einem Widerling – sei er nun von der BILD oder vom ZDF – irgendjemand einmal ein Kantholz ins Kreuz schlägt.

6 Kommentare

Echte Verbraucheraufklärung im Dschungelcamp

Mal wieder so eine mal-eben-Anfrage eines Privat-Fernsehsenders, dem am Mittwoch einfällt, was am Montagmittag unters Volk gebracht werden soll. Bereits die Anfrage deutete darauf hin, daß es nicht um seriöse Recherche geht.

Haben Sie zufällig so eine Beschwerde auf dem Schreibtisch und könnten Sie sich vorstellen, mir einen Kontakt zu ihrem Mandanten zu machen? Ich würde den Fall dann gerne im [Magazin] schildern und den Verbraucher interviewen.

Für Anfragen auf diesem Niveau habe ich einen Textbaustein, der bei den Machern diese „Qualitäts“-Journalismus eigentlich schon bekannt sein sollte; und der auf die mangelnde Kompatibilität zwischen unserer Kanzlei und den Programm-Inhalten hinweist.

Immer wieder schön sind dann die Reaktionen, meist getragen von dem durchschimmernden Rechtfertigungsdruck:

… danke für ihre offene und ehrliche Antwort. RTL ist nicht nur das Dschungelcamp, ich bemühe mich in meinen Berichten sehr wohl um echte Verbraucheraufklärung …

Bemühen allein reicht nicht. Und für Übungsstunden ist mir meine Zeit zu schade.

6 Kommentare

Paßt bloß auf, Paparazzi!

Mike Tyson hat einen Paparazzo auf dem Flughafen von L. A. mit einem Schlag niedergestreckt. Er wollte ihn mit Frau und Kind fotografieren.

Quelle: Süddeutsche

Vielleicht sollte ich darüber nachdenken, neben dem Zweiradfahren auch mal eine andere Sportart auszuprobieren.

2 Kommentare

Spruch der Woche

Ich freue mich immer, wenn ich meine Mitmenschen dazu animieren kann, an ihre intellektuellen Grenzen zu gehen. Nur so kann eine Demokratie wachsen und gedeihen – und auch deshalb nehmen wir bei BILD unseren Bildungsauftrag so ernst.

Quelle: Kai Diekmann

7 Kommentare

Geschädigte taz-Mitarbeiter

Daß die Zeiten für alle Zeitungsmacher keine rosigen sind, ist bekannt. Die Lage der Genossen von der taz aber war schon immer prekär. Auch das ist dem Kenner der Szene geläufig.

Aber daß es den tazzern so elend geht, wie in dem Bericht über „Ungültige Tickets im Berliner Nahverkehr“ von Grit Weirauch zu lesen ist, hätte man nicht geglaubt:

Eine taz-interne Blitzumfrage kam jedoch allein in den letzten zwei Wochen auf drei geschädigte Mitarbeiter.

Es geht um den Ankauf gefälschter Tickets. Wie Frau Weirauch schreibt, gibt es „Gültige Tickets […] auf jeden Fall beim Busfahrer“. Ich denke, die Automaten auf den Bahnsteigen enthalten auch nur Originale.

Die drei Geschädigten dürften die Fahrscheine mithin kostengünstig aus einer anderen Quelle haben: Ob dies der zottelige Drogenkranke am Kotti war oder die Punkerin mit dem schwarzen Mischlinks-Hund am Alex … darüber schweigt sich Frau Weirauch aus.

Vielleicht sollten die Bewohner der Teppich-Etage in der Rudi-Dutschke-Straße ‚mal darüber nachdenken, die Gehälter der Ausgebeuteten Mitarbeiter zu erhöhen, um sie endlich wieder in die Lage zu versetzen, wenigstens die zwei Euro und zehn Cent für eine Orignal-Fahrkarte investieren zu können.

Und wenn es dem gebeutelten Zeitungsmarkt irgendwann wieder besser geht, reicht es dann vielleicht auch wieder für das Verteidiger-Honorar:

Betrug, so lautet der Vorwurf, der sich allerdings in den meisten Fällen auch ohne Anwalt per Antwortbrief entkräften lässt.

Bis dahin verteidige ich Frau Weirauch gegebenenfalls auch für eine Einladung zum Eintopf-Essen. Arme taz!

3 Kommentare

Paparazzo in Moabit

Ich kannte den Fotografen aus vielen Verhandlungen in Moabit. Der Mann sieht eigentlich nicht danach aus, als gehörte er zu der Klasse von rücksichtslosen Fotografen, die ihren Lebensunterhalt mit der Verletzung von Persönlichkeitsrechten zu verdienen versuchen. Um so mehr war ich überrascht, daß er auch dann noch draufhielt, als Richter, Angeklagter und Verteidiger unisono mitteilten, sie wollten nicht fotografiert werden. Auch nicht in der Verhandlungspause.

Einmal losgelöst von den juristischen Spitzfindigkeiten, die uns das Bundesverfassungsgericht am 3. April 2009 (1 BvR 654/09) mit auf den Weg gegeben hat: Ich finde solche Paparazzi, wie den von gestern Vormittag, schlicht unverschämt, wenn sie versuchen, Verfahrensbeiteiligte entgegen ihren ausdrücklich geäußerten Willen auf ihre Chips zu speichern.

Und wenn ich dann anschaue, für welchen Mist sich dieser ungehobelte Kerl sich bei allen Nicht-Fotografen im Gerichtssaal derart unbeliebt gemacht hat, muß ich ernsthaft an seiner intellektuellen Leistungsfähigkeit zweifeln. War dieses Bild es wert, sich Feinde zu machen?

paparazo

Was zahlt die Zeitung für solche Farbklekse? 20 Euro?

6 Kommentare

Interviewanfrage

In einer Strafsache, in der der Tatvorwurf durchaus das im Interesse der (Berliner) Öffentlichkeit stehen dürfte, hat die Pressestelle des Landgerichts in unserer Kanzlei angerufen. Die dortige Mitarbeiterin teilte mit, daß RTL mit mir gern über die Hauptverhandlung (die in den nächsten Tagen stattfinden wird) sprechen möchte.

Die Pressestelle gibt die Namen der Verteidiger „aus Datenschutzgründen“ nicht einfach heraus. Ich könne mich aber bei der Mitarbeiterin melden und ihr meine Zustimmung zur Weitergabe meiner Kontaktdaten an RTL mitteilen.

Ich könnte mir aber auch vorstellen, den Journalisten Reportern Herrschaften vom Rammeln-Töten-Lallen-Fernsehen mit dem Mittelfinger zu winken.

10 Kommentare

Glaubensfrage

glaubensfrage glaubensantwort

Die BZ befragt ihre Leser. Es gibt Lebensformen, an denen ist die Evolution spurlos vorbeigegangen. Die Jounalisten Reporter Schreiber der BZ gehören anscheinend dazu.

6 Kommentare

Den Rechtsstaat auf’s Korn genommen

Die urteilen „Im Namen des Volkes“ und prozessieren auf dessen Kosten. Die müssen an den zwei Verhandlungstagen eine enorme Höhe erreicht haben. Und was ist herausgekommen? Ein krasses Fehlurteil.

Quelle: Ulrich Bräuel, Das Tagebuch der Susanne K, 1. Auflage 2009, S. 90 (ISBN: 978-3897746510)

Bräuel schreibt in seinem Kriminalroman über ein Mißbrauchsverfahren. Angeklagt ist ein Lehrer, der sich an einem 13-jährigen Mädchen vergangen haben soll.

Auf den gut 100 Seiten gelingt es dem Autor – ein promovierter Jurist – in brillanter und verständlicher Weise, die massiven Probleme der Aussage-gegen-Aussage-Konstellation in Sexualstrafsachen darzustellen.

Dieses Buch ist nicht nur ein spannender Krimi, sondern auch ein Beispiel für die engen Grenzen, in denen sich Justiz und Rechtsstaat befinden.

wird das Büchlein zutreffend vom Verlag beschrieben.

Ich habe es in einem Rutsch nach einem 12-Stunden-Arbeitstag durchgelesen. Absolut empfehlenswert, auszugsweise auch für Plädoyers geeignet.

4 Kommentare