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Kreuzberg
3:2
Ok, dann ist eben heute nichts mit Nachtruhe in Neukölln und Kreuzberg. Glückwunsch, Türkiye!
Katz-und-Maus-Spiel
Am späten Abend des 1. Mai wurden zwei taz-Journalisten an der Ecke Manteuffel-/Skalitzer Straße von Polizisten der Einheit „11 12“ mehrfach ins Gesicht geschlagen.
berichtet die taz.
Und befragt dazu Kreuzbergs Bürgermeister Franz Schulz (Grüne). Der sagt:
Die Einheit „11 12“ kam vermutlich nicht aus Berlin. Das heißt, dass die Berliner Polizei ihre Kollegen aus den anderen Bundesländern besser über die Deeskalationsstrategie informieren muss. Noch besser wäre, wenn für diese kritischen Zeiten ausschließlich Berliner Polizisten eingesetzt werden. Sie können das alljährliche Katz-und-Maus-Spiel-Ritual viel realistischer einschätzen.
Wer mit diesem Gerät am ersten Mai nach Kreuzberg anreist, will schließlich auch was erleben. Wäre doch schade, wenn man ganz ohne Party wieder zurück in die Provinz müßte.
Kaum Randale in Kreuzberg
In der Hauptstadt zog die „Revolutionäre 1. Mai-Demonstration“ friedlich durch Kreuzberg. In Reden und auf Transparenten wurde gegen „Ausbeutung, Unterdrückung und imperialistische Kriege“ protestiert. Der Protestzug wurde von zahlreichen Polizisten begleitet. Anders als in den Vorjahren kam es aber nicht zu Auseinandersetzungen. Auch die Nacht zum 1. Mai verlief trotz einiger Zwischenfälle laut Polizei so friedlich wie seit mehr als zehn Jahren nicht mehr. 24 Menschen wurden festgenommen – weit weniger als noch im Vorjahr. 13 Beamte wurden verletzt, ein Polizist kam ins Krankenhaus.
Quelle: taz
Offenbar ist die Strategie aufgegangen: Eine Riesenparty auf den Straßen in SO36 und Zurückhaltung der Polizei. Man hat zwar jede Menge Grün (und materialistisches Schwarz aus Hannover) gesehen, aber eher im Hintergrund oder zur Umleitung des Autoverkehrs.
Nur am Abend kam es zu ein paar Rangeleien anläßlich des Besuches des Polizeipräsidenten in Kreuzberg:
Als sich der Berliner Polizeipräsident Dieter Glietsch am Lausitzer Platz ein Bild von der Lage verschaffen wollte, wurde er Ziel von Randalierern. Sicherheitskräfte brachten ihren Chef in einen Mannschaftswagen. Das Fahrzeug wurde mit Flaschen, Stühlen und Steinen attackiert. Polizisten wehrten die Angreifer mit Pfefferspray ab.
Kurz darauf flogen auch an anderen Stellen Flaschen, Steine und Fahrräder auf Beamte und Einsatzwagen. Die Polizei holte Randalierer gezielt aus der Menge. Sie wurden festgenommen.
[…]
Die Lage beruhigte sich schnell wieder. Die Demonstranten verstreuten sich in der bunten Straßenparty „Myfest“ der Anwohner rund um den Mariannenplatz.
Quelle: Tagesspiegel
Alles in Allem also recht ruhig.
Dafür hatten die Hamburger Jungs und Mädels im Kampfanzug wohl einiges zu tun.
Nicht allein zu schaffen
Die Berliner schaffen es wohl immer noch nicht allein. Deswegen kommt Verstärkung aus anderen Bundesländern. Zum Beispiel aus Köln:
Und das, obwohl es eigentlich ruhig sein sollte. Diesmal am 1. Mai in Kreuzberg. Das schauen wir uns dann gleich mal aus der Nähe an.
Polizistinnen mit empfindlichen Ohren
Die beiden Polizeibeamtinnen, die diese Ordnungswidrigkeit angezeigt haben, scheinen etwas sensibel zu sein:
Tatort war nicht Kreuzberg. 10 Euro für einmal Hupen, damit könnte man hier binnen kürzester Zeit den Landeshaushalt locker sanieren.
Mc-Donald’s immer noch in Kreuzberg
Das geht aber auch nicht, ein Burger-Restaurant im vegetarisch-grünem Kreuzberg:
Eine Sprengstoff-Attrappe löst einen Polizeieinsatz vor der Mc-Donald’s-Filiale in der Kreuzberger Wrangelstraße aus. Gegen das Fastfood-Restaurant werden immer wieder Proteste der Anwohner laut; […] sie protestieren immer wieder wegen Lärm- und Geruchsbelästigung und die „McKultur“.
Quelle: Tagesspiegel
Dachgarten zum Frühlingsanfang

Begrünte Dächer gibt es in Kreuzberg reichlich, aber VW-Busse mit Dachgarten sind auch hier eher selten. Es wird Frühling. :-)
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Naziparolen in Friedrichshain-Kreuzberg
Die Polizei Berlin berichtet in einer Pressemeldung über einen Vorfall im Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg:
Polizeibeamte nahmen heute früh einen dunkelhäutigen Mann im Alter von 20 Jahren in Friedrichshain fest. Er steht im Verdacht, Naziparolen gebrüllt zu haben.
An dieser Meldung könnte ersichtlich werden, daß man seinerzeit zwei Bezirke – einer aus Westberlin, der andere aus Ostberlin – vereinigt hat, die relativ wenig gemeinsam haben. Wenn ein Nazi sich in Kreuzberg überhaupt traut und dort braunes Zeug verlautbart, braucht es sicherlich keine Polizei, um ihn zum Schweigen zu bringen.
Allenfalls später noch könnte Bedarf nach einem polizeilichen Einsatz, dann aber aus anderen Gründen. Nicht wegen Naziparolen.
Kabel statt WLAN
Die Lage der Kanzlei in einem Szene-Bezirk bietet ein Menge Vorteile und Annehmlichkeiten. Allein die Auswahl der Kneipen für die Mittagspause ist schon ein Argument dafür, auch die nächsten hundert Jahre in Kreuzberg zu bleiben.
Aber es gibt auch Nachteile. Die meisten Szene-Lokale bietet eben auch Hotspots an. Und die szenigen Kreuzberger Anwohner haben gern auch ein WLAN zuhause. Dann sind da noch die sonstigen Kleingewerbetreibenden, die ihre Rechner per Funk verbinden.
Deswegen klemme ich mein Notebook wieder per Kabel am Kanzleinetz an. So ein Kabel überträgt völlig ungestört und stabil die Daten genau dann, wenn ich es will – und nicht dann, wenn gerade mal ein Funkkanal zufällig frei ist.


