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In eigener Sache
Mehr wert als Honorar
Die Verteidigung war seinerzeit wirklich nicht einfach. Der Mandant war sehr krank, er erkannte dies aber nicht. Und von ihm ging eine Gefahr für andere aus. Er wollte er sich nicht behandeln lassen, sah keine Notwendigkeit dazu.
Ein Strafverteidiger konnte ihm nicht helfen, sondern „nur“ ein Psychiater. Darüber waren sich alle einig, der Richter, der Staatsanwalt, der Betreuer des Mandanten … und der Verteidiger. Nur der Mandant nicht.
Er wurde freigesprochen und auf unbestimmte Zeit in ein Krankenhaus eingewiesen. Und dort behandelt. Drei Jahre später erfuhr er die ersten Lockerungen, weil er mittlerweile krankheitseinsichtig und therapiebereit geworden war. Die Therapie war und ist erfolgreich. Und er freut sich sehr über die Erfolge.
Der Mandant hat seinen Verteidiger nicht vergessen. Und sich mit einem Bild bedankt.
Das gehört nicht in eine Akte, sondern an die Wand.
Vielleicht klappt das ja bald mit dem Ausgang und dem Besuch in unserer Kanzlei; ich würde mich freuen.
Danke an Helga für den Rahmen!
Strafverteidiger und Strafverteidigung
Was qualifiziert eigentlich einen Strafverteidiger? Sind das tatsächlich „nur“ Rechtsanwälte, die sich besonders gut im Strafrecht auskennen? Oder gehört dazu mehr als fundierte juristische Kenntnisse? Gemeinhin bekannt ist ja, daß Strafverteidiger ein dickes Fell haben und oftmals … hmmm … unkonventionelle Umgangsformen. Ist das alles? Was steckt dahinter, wenn man einen Anwalt als Strafverteidiger bezeichnet?
Dieser Frage bin ich mal in einer Mandanten-Information nachgegangen.
Ein gesundes neues Jahr für alle Straftäter, Strafverteidiger und auch für sonst alle, die hier mitlesen und kommentieren.
Erwischt – aber voll ins Schwarze
Es ging um die Kosten meiner Inanspruchnahme im Dezember 2005. Der Gegner meines Mandanten wollte erst gar nicht zahlen. Auch nachdem ihm das Gericht mitgeteilt hatte, daß er zahlen müsse, stellte er sich bockig. Aber richtig bockig, mit allem, was das Zivilprozeßrecht so hergibt.
Naja, nicht schlimm. Schließlich hatten mein Mandant und ich es auch gar nicht so eilig. Denn die Verzinsung der Forderung mit 5 % über dem Basiszins bekommt man auf keinem Bankenmarkt.
Der Gegner hatte auch einen Anwalt, dann sogar einen zweiten. Obwohl er mir wiederholt mitgeteilt hatte, daß er kein Geld habe. Richtig arm sei er, der Arme. Trotzdem legten sich beide Anwälte mächtig ins Zeug für den armen Hartz-IV-Empfänger. Nicht nur ins Zeug legte sich der eine, sondern dann auch noch mit mir an. Über diesen Kerl hatte ich dann hier bereits berichtet.
Immer wieder kam das freche Angebot, die Forderung in Höhe von über 2.000 Euro in Raten zu 20 Euro zahlen zu dürfen. Ich habe den Quatsch natürlich abgelehnt. Trotzdem begann der Gegner – zweieinhalb Jahre nach Entstehen der Forderung – mit der Ratenzahlung. 20 Euro monatlich tröpfelten hier ein.
Nun habe ich eine freundliche Bank, die mir nicht nur mitteilt, wer der Absender der Zahlung ist, sondern auch noch die Kontonummer und die Bankleitzahl „seiner“ Bank in die Gutschrift notiert. :-)

Eigentlich wollte ich ihn nur ärgern, deswegen habe ich bis zum 13. Dezember gewartet und dann „zugeschlagen“: Ein vorläufiges Zahlungsverbot per Gerichtsvollzieher an die Bank des Gegners. Damit der Arme von seinem schmalen Hartz-IV-Einkommen nicht so viel für Marzipan und Lebkuchen ausgibt.
Und was passiert? Die Bank überweist auf dieses Zahlungsverbot die volle Forderung. Bis auf den letzten Cent. 2.303,02 Euro! Whow!!
Der arme Kerl hat also irgendwo gelogen. Entweder bei mir mit der Angabe, er sei Hartz-IV-Empfänger. Oder beim Amt, das ihn sicherlich nach seinem Vermögen gefragt hat. Na, hoffentlich nicht auch noch bei seinen Anwälten, die sich für lau zum Affen gemacht haben.
… nun wird das ja doch noch was mit der Silvester-Party.
Wieder aufgetaut
Nach knapp 50 km bei -2 bis 0 Grad Celsius gibt es ganz schön kalte Füße. Nach 50 km Duschen ging’s dann wieder. ;-)
Strafverteidiger in Berlin
Sind Strafverteidiger in oder aus Berlin eigentlich anders als andere?
Als Berliner Strafverteidiger stelle ich häufig fest, daß Richter und Staatsanwälte außerhalb Berlins mir zunächst mit Distanz, vielleicht auch mit einem gewissen Mißtrauen gegenüber treten.
Das mag vielleicht daran liegen, daß die Kultur der Strafverteidigung in Berlin eine andere ist als auf dem Dorf oder in der Kleinstadt. Wenn es hier einmal zum (persönlichen) Konflikt zwischen einem Richter und einem Verteidiger kommt, hat das oft kaum Konsequenzen für die weitere Arbeit beider: Die Chance (oder das Risiko), daß Richter und Verteidiger sich kurzfristig wieder gegenüberstehen, ist bei hunderten Richtern und tausenden Verteidigern eher gering. Das prägt natürlich den täglichen Umgang miteinander.
Wenn sich ein Verteidiger (oder Richter) aber in Eberswalde oder in Erding daneben benimmt, bekommen beide unter Umständen auf Jahre schlechte Laune, weil sie sich quasi täglich sehen (müssen). Deswegen sind Verteidiger (und Richter), die auf dem Lande arbeiten, vermutlich zurückhaltender als die aus der Stadt.
Oft führt der vermeintlich ruppige Berliner Verteidigungsstil zu Vorurteilen bei den „Dorfjuristen„. Ein erster und bedeutender Teil meiner Arbeit außerhalb Berlins besteht daher häufig darin, meinem Gegenüber zu zeigen, daß ich gar nicht so bin wie der uns Berlinern vorauseilende Ruf. Das führt dann sehr oft zu erleichterter Entspannung.
Aber es hat auch Vorteile, aus Berlin zu kommen. Wenn dem Mandanten nur noch ein Kollisionskurs vor Gericht helfen kann, dann ist die lokale Größe nicht ganz so frei in seiner Verteidigungskunst. Hier kann dann ein auswärtiger Verteidiger unabhängiger (böse Zungen würden sagen: rücksichtsloser) arbeiten.
Die oben beschriebene Distanz könnte aber auch ein übertriebener Respekt sein. Während die meisten Kollegen vom Lande „auch“ Strafverteidigungen übernehmen, also neben dem Strafrecht weitere Rechtsgebiete beackern, sind Berliner Verteidiger oft ausschließlich mit dem Strafrecht beschäftigt. Mit der engeren Spezialisierung steigt dann (hoffentlich) auch die Professionalität.
Ich arbeite seit 1996 als Verteidiger hauptsächlich in Berlin. Auch wenn ich es mir nicht vorstellen kann, eine Kanzlei in einer Kleinstadt zu betreiben, hat es mir die ganzen Jahre über immer wieder viel Spaß gemacht, auswärts zu verteidigen und den den Landeiern zu zeigen: Berliner Verteidiger sind nicht so wie ihr Ruf, jedenfalls nicht alle.
Sinnlose Reaktionen
Der Einsatz von Call Centern ist eine „Service“-Einrichtung, die manche Mitmenschen in eine handfeste psychiatrische Erkrankung treiben kann. Nur mal eben eine kleine Frage, nichts Umfangreiches, aber doch notwendig. Der Anruf beim Vertragspartner (das ist der, an den der Mitmensch Geld bezahlt hat, damit er eine Leistung erhält) beginnt bei einem Automaten („… dann drücken Sie bitte die fünf!“) und endet im Zweifel bei einem unterbezahlten, unmotivierten und inkompetenten Call-Center-Agent.
Dann gibt es noch die eMail-Korrespondenz mit diesen Service-Wüsten-Betreibern. Mit einem solchen hatte ich mal wieder zu tun. Nichts Wildes, es ging um den lapidaren Umzug einer .de-Domain. Sowas klappt natürlich nie auf Anhieb, jedenfalls nicht in diesem Fall. In der mir eigenen Art habe ich dem Provider mitgeteilt, was ich von seinem Service halte. Ich denke nicht, daß da noch irgendein kleiner Raum für Auslegungen war; das war eindeutig, was ich den Herrschaften mitgeteilt habe.
Es hat dann nicht lange gedauert bis mich eine Reaktion erreicht hat. Nicht die, die ich brauche und für die ich bezahlt habe. Nein. Sondern dieser Müll hier:
Sehr geehrte Damen und Herren,
vielen Dank für Ihr Interesse an unseren Produkten und Dienstleistungen. Auf diese Absenderadresse kann nicht direkt geantwortet werden.
Sie haben die Möglichkeit, die STRATO Experten schnell und bequem zu kontaktieren.
Sie sind noch kein STRATO Kunde?
Für Info – Anfragen nutzen Sie gerne das STRATO MAILCenter unter http://www.strato.de/kontakt Sie haben dort die Möglichkeit gezielt Anfragen an unseren Service per E-Mail zu senden.Sie sind bereits STRATO Kunde?
Wenn Sie bereits Kunde bei der STRATO sind, können Sie die STRATO Experten unter dem Menüpunkt Hilfe in Ihrem Kundenservicebereich auf http://www.strato.de/login/ erreichen. Vertragsänderungen können Sie bequem online unter dem Menupunkt Vertragsbetreuung vornehmen.Recht herzlichen Dank für Ihre freundliche Kooperation. Viel Spaß und Erfolg mit den Produkten der STRATO AG.
STRATO AG
Customer Care
10587 Berlin, Germany
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Dear Sir or Madam,Thank you for your interest in STRATO products and services. Please note that no answers are possible with this no-reply address.
STRATO will be happy to answer any questions you may have. Please feel free to contact our experienced team of competent and friendly experts at the STRATO Customer Care Center – available seven days a week. For written enquiries please take advantage of our MAILCenter. As a STRATO customer please use your Customer Login. After authentification you are able to email and have your enquiry dealt with promptly and unbureaucratically.
Reach our experts at:
UK: http://www.strato-hosting.co.uk/contact.html
ES: http://www.strato-alojamiento.es/contact.html
FR: http://www.strato-hebergement.fr/contact.html
IT: http://www.strato.it/contact.html
NL: http://www.strato.nl/contact.html—————————————————-
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10587 Berlin, Germany—————————————————-
Chairman of the Supervisory Board: Eckhard Spoerr Managing Board: Damian Schmidt (Chairman) Silvia Beßlich, Andrea von Kiedrowski, Stefan Legner, Andreas Mitscherling, Markus Schrodt, Christoph Steffens, Dr. Gerwin Zeibig
Register: Berlin Charlottenburg HRB 79450—————————————————-
Ist in diesen Läden eigentlich niemand dafür verantwortlich (und wird dafür angemessen bezahlt) zu kontrollieren, was irgendwelche Automaten ihren Kunden zumuten? Die armen Menschen, die dort arbeiten und sowas tagtäglich ertragen müssen.
Böse, unsagbar böse
Gestern hatte ich einen Termin in eigener Sache. Ich war Kläger in einer Zivilsache vor dem Landgericht in Zivilsachen. Also bin ich auch nicht als Rechtsanwalt, sondern als Kläger in den Saal gegangen. Ohne Robe. Der Vorsitzende Richter blickte mich an,
- als hätte ich gleich am 1.Dezember
alle Türchen vom Weihnachtskalender
aufgemacht.
Ich muß wohl so erschrocken und hilflos ausgesehen haben, daß er mitleidig darauf verzichtet hat, mich ins Anwaltszimmer zu schicken, damit ich mir dort eine Robe ausleihe. Selbstverständlich treten Rechtsanwälte vor dem Landgericht grundsätzlich immer in Robe auf; auch wenn sie „Partei“ sind!
Aha. Da habe ich also wieder was gelernt.
Und als dann meiner Klage auch noch statt gegeben wurde, war der Tag perfekt. Doch darüber berichte ich später noch ausführlich.
Vergessen
Ein auswärtiger Termin muß vorbereitet sein. Auch die Frage, wie man vom Bahnhof zum Gericht kommt, bedarf einer sorgfältigen Planung. Dafür gibt es www.stadtplandienst.de. Den Kartenausschnitt, den man braucht, kann man ausdrucken und auf die Reise mitnehmen. Sollte man auf die Reise mitnehmen. Und nicht im Drucker liegen lassen.
Glücklicherweise hatte ein freundlicher Mensch in der Nähe des Bahnhofs einen Stadtplan aufgehängt.
Es war zwar ein wenig fummelig auf dem kleinen Handy-Display. Ich (ohne GPS eigentlich völlig hilflos) habe den Weg zum Gericht dann doch noch gefunden.
Vorsorglich: Nein, echte [tm] Männer fragen nicht nach dem Weg.
Genervt, hat er gesagt
Drango läßt aber auch nicht locker. Eine Woche vor dem Termin beim Landgericht nimmt er noch einmal „in der gebotenen Kürze“ Stellung zu meiner Erwiderung, daß er mir auf die Nerven geht.
In rechtlicher Hinsicht, wird nochmals darauf hingewiesen, dass es dem Kläger als Rechtsanwalt nicht gestattet war, Anrufe des Beklagten im Büro des Klägers für eine Terminsabsprache zu untersagen. Das steht der Regelung des § 5 BORA entgegen. Es handelte sich nicht um einen Telefonanruf zum Zwecke des Wettbewerbs, sondern im Zusammenhang mit der beruflichen Ausübung des Klägers als Rechtsanwalt.
Derjenige, der sich mit dem Berufsrecht auskennt, wird seine helle Freude an dieser Argumentation haben. Die Berufsordnung, die sich die
Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte in der Bundesrepublik Deutschland sowie die weiteren Mitglieder der Rechtsanwaltskammern […] durch die Versammlung ihrer frei gewählten Vertreterinnen und Vertreter
selbst gegeben haben, soll nun Drango, einem Sachbearbeiter der Gothaer, dazu berechtigen, unsere Kanzlei mit seinem Telefonterror zu überziehen. Aha.
Sehr schön ist aber auch dieses Argument hier:
Der Kläger hat nunmehr auch erklärt, dass er sich von Telefonaten des Beklagten genervt fühlte. Allein das berechtigt den Kläger in seiner Eigenschaft als Rechtsanwalt und im Rahmen einer Mandatsausübung nicht, eine telefonische Kontaktaufnahme aus jedwedem Grund zu verbieten.
Das Rauchkraut, das man in Köln beziehen kann, scheint mir von deutlich besserer Qualität zu sein, als das was hier in Berlin von der Polizei beschlagnahmt wird. Ich frage mich nur, wie kommt Drango da ran?




