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Jahresarchive: 2010
Gremium-Rocker über Angels und El Centro
Der Mann stellt klare Bedingungen. Über seine Freunde aus dem Club, die er Brüder nennt, werde er nicht sprechen. Das sei eine Frage der Loyalität. Aber über den vergangenen Mittwoch könne man reden.
Ein Rocker des Gremium MC stellt sich den Fragen des Tagesspiegel.
„Am Mittwoch hat sich Erfahrung mit Militanz gepaart“, sagt er.
Aber so einfach, wie es sich darstellt, ist es nun auch wieder nicht:
Der Mitbegründer der deutschen Hells Angels, Rudolf „Django“ T., hat den Übertritt am Donnerstag bestätigt. „Die Männer sind bei den Bandidos ausgetreten und haben sich mit sofortiger Wirkung uns angeschlossen“, sagte T. am Donnerstag dem Tagesspiegel. „Die Neuen werden aber Teil der Hells Angels Türkei sein.“ Das habe nichts damit zu tun, dass die Ex-Rivalen Szenekennern zufolge von Centro-Chef Kadir P. geleitet werden und ein Großteil der Männer nichtdeutscher Herkunft ist. „Dass die Neuen der türkischen Sektion angehören, hat interne Gründe, über die ich nicht reden möchte“, sagte T. Die Berliner Ex-Bandidos, die als besonders militant gelten, fungieren nun als Sektion der türkischen Höllenengel in Deutschland.
berichtete der Tagesspiegel bereits am 5.2.2010.
Es bewegt sich was in der Hauptstadt. ;-)
Sonntags-Beschäftigung
Es tut gut, nach getaner Arbeit, den Erfolg sofort sehen zu können:
Ein hochästhetischer, nostalgisch anmutender Chromblock, der selbstbewusst einen prominenten Stellplatz in der heimischen Küche einfordert.
schreibt die Digitale Bourgeosisie über unsere heimatliche Caffè-Maschine.
Immer wieder eine Freude – für’s Auge, für die Finger und für den Geschmack.
Mit weniger sollte man sich nicht zufrieden geben!
Recht hat er, der Reinhard Karger auf Steamtalks
Aktuelle Meldung
Eigentlich wollte ich eine weitere Leistung bei diesem Provider buchen. Auf seiner Website begrüßte mich dann aber diese aktuelle Meldung:
Wenn ich mir überlege, nicht nur am 11.2. und am 15.2. im Notfall keinen Ansprechpartner ans Telefon zu bekommen, sondern mich auch an den jeweils folgenden Tagen mit verkaterten Mitarbeitern auseinander setzen zu müssen, werde ich nachdenklich.
Mit solchen Pappnasen sollte man besser keine Geschäfte machen. Oder?
Liebe Mandanten, uns erreicht man rund um die Uhr, auch an Tagen, an denen sich Mitarbeiter anderer Serviceunternehmen sinnlos besaufen, nur weil es so im Kalender so steht.
Bielefelder Merkblatt für Rechtsanwälte
In einer Bußgeldsache haben wir die Ermittlungsakte erhalten. Unserem Mandanten wird eine Geschwindigkeitsüberschreitung am Bielefelder Berg vorgeworfen.
Diese Meßanlage soll angeblich der „erfolgreichste Blitzer Deutschlands“ sein, jedenfalls sollen dort täglich 1.500 Autofahrer fotografiert werden.
Das bringt der Stadt Bielefeld natürlich reichlich Einnahmen, ist aber auch mit reichlich Arbeit verbunden. Für die Beamten im Ordnungsamt.
Einer dieser Ordnungsbeamten, nennen wir ihn mal „Herr Schmidt“, hatte eine Idee, wie man querulatorische Verteidiger auf Abstand halten könnte. Der Herr Schmidt entwirft also ein
Merkblatt für Rechtsanwälte/Rechtsanwältinnen
das jeder Ermittlungsakte beigefügt wird, die ein Verteidiger anfordert.
Zusammenfaßt und übersetzt enthält dieses Merkblatt folgende Information und Aufforderung:
Wir haben alles richtig gemacht, deswegen brauchen wir das auch nicht nachweisen. Nehmen Sie gefälligst das Rechtsmittel zurück.
Gez. Herr Schmidt.
Tolle Ideen haben manchen Beamte.
Mitarbeiter/in gesucht
Wir suchen eine Unterstützung für unser Kanzlei-Team.
Weiteres auf unserer Website unter www.kanzlei-hoenig.de/refa-gesucht
Update für merkbefreite Kommentatoren:
Wie es in unserer Kanzlei aussieht, sieht man hier.
Google und der Geheimdienst
Im vergangenen Monat machte Google bekannt, man sei am 12. Januar Opfer eines raffinierten Hacker-Angriffs geworden.

Chinesische Hacker hätten es bewerkstelligt, Google und 20 weitere große Unternehmen aus den Bereichen Internet, Finanzen, Technologie und Medien zu hacken. Den Suchmaschinen-Betreiber habe es hierbei besonders hart getroffen. So sei ans Tageslicht gekommen, dass zahlreiche Google-Mail-Konten von chinesischen Menschenrechtsaktivisten ausgespäht wurden. Auch seien unheilbringende Schadprogramme zum Einsatz gekommen.
Google wolle den Vorfall nicht auf sich sitzenlassen. Um die Hack-Angriffe aufzuklären und weitere Überfalle solcher Art vorzubeugen, hat der Software-Gigant nun den US-Geheimdienst NSA (National Securtiy Agency) eingeschaltet.
ist auf Gulli.com zu lesen.
Ich habe irgendwie ein verdammt ungutes Gefühl dabei, wenn sich Datensammler wie Google mit einem Geheimdienst zusammen tun.
Hilfsbereiter Justizvollzug
Untersuchungshäftlinge muß der Verteidiger insbesondere in den ersten Tagen nach der Verhaftung im Knast besuchen. Ist der Häftling männlich und erwachsen, weiß man genau, wo er sitzt: In der Justizvollzugsanstalt Moabit. Das ist nicht nur praktisch für den Verteidiger, sondern auch für das Verfahren bis zum rechtskräftigen Urteil; das Kriminalgericht befindet sich im selben Gebäude:
Etwas schwieriger gestaltet sich die Suche des Verteidigers nach weiblichen Inhaftierten; die nämlich könnten sowohl in der JVA Lichtenberg oder in der JVA Pankow untergebracht sein. Wenn man einmal die Erfahrung gemacht und im falschen Knast nach der Mandantin gefragt hat, versucht man das natürlich zu verhindern, was aber gar nicht so einfach ist. Man versuche einmal, in einem Gefängnis anzurufen und eine Antwort auf die Frage zu bekommen, ob denn Frau Wilhelmine Brause dort einsitzt. Im besten Fall wird man ausgelacht … daß das so nicht funktioniert, lernt man schnell.
Ähnlich problematisch sind Besuche von Jugendlichen und Heranwachsenden. Für diese werden nämlich ebenfalls zwei Haftanstalten bereit gehalten: In Plötzensee und im Kieferngrund. Und wenn der Haftrichter einen solchen Mandanten in die Jugendstrafanstalt (JSA) Plötzensee geschickt hat und er aber in der Jugendarrestanstalt (JAA) Kieferngrund eingeliefert wurde, ist für den Verteidiger ein halber Arbeitstag ergebnislos im Sack. Und für einen etwaigen Dolmetscher dann auch.
Das wußte ein freundlicher Mitarbeiter der JSA Kieferngrund. Er rief gestern in unserer Kanzlei an und teilte mit, daß der Delinquent in seiner Obhut angekommen sei, und daß der beabsichtigte Besuch des Verteidigers in Plötzensee umorganisiert werden sollte.
Besten Dank, lieber Wachtmeister, für diesen Superservice!
Kommentare deaktiviert für Hilfsbereiter Justizvollzug
Kuttenwechsel bei Rockers
Bisher waren die Rocker der El Centro Supporter der Bandidos. Seit gestern tragen sie wohl ein anderes Colour. Angeblich sollen sie geschlossen mit 80 Mann zu den Hells Angels „übergelaufen“ sein, hört man in den einschlägig gut informierten Kreisen.
Das wird gewiß noch eine spannende Geschichte. Die ehemals „bunten“ Mitglieder stehen im Verdacht, einen „rot-weißen“ Angel vor einiger Zeit einmal mit einer Machete bearbeitet zu haben. Auch der Vorfall vor ein paar Monaten in Wartenberg, bei dem Michael B. um’s Leben kam, soll angeblich mit dessen Wechsel von den Hells Angels zu den Bandidos im Zusammenhang stehen, hört man aus der Gerüchteküche.
Ob dieser Kuttenwechsel nun gesund ist für die Clubszene in Berlin und Brandenburg, wird sich noch zeigen. Es bewegt sich jedenfalls etwas in der Region. Und die Rockerdezernate der örtlichen Polizeien haben Urlaubssperre.
update:
Einen ausführlichen Bericht findet sich nun auch in der Berliner Morgenpost (per Umweg über Google).
Selbstanzeige
Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble hat deutschen Besitzern von Schweizer Geheimkonten zur Selbstanzeige bei den Finanzämtern geraten.
berichtet die Berliner Morgenpost.
Ich werde mich nicht wundern, wenn Herr Schäuble sich als Nächstes für die Aufstockung des Etats des Nachrichtendienstes zur Bezahlung von V-Personen in ausländischen Banken einsetzt.
Zum zweiten Mal beim Schwurgericht
Über einen Mandanten, den ich gleich zweimal vor der Schwurgerichtskammer am Landgericht verteidigt habe, berichtet Berlin Kriminell. So ein wiederholter Auftritt eines Angeklagten beim Schwurgericht ist eigentlich höchst selten, urteilt diese Spezialkammer des Landgerichts doch über solche Taten, die auf das Ende des Lebens eines Geschädigten gerichtet sind, also – knackig formuliert – über Mord und Totschlag.
Auch wenn ich nie den Blick auf die Geschädigten in einem solchen Verfahren verliere, so ist es doch meine eigentliche Aufgabe als Verteidiger, das Wohl und Wehe des Mandanten im Auge zu behalten. Und bei diesem Mandanten, mit dem ich auch nach der Verbüßung seiner ersten Freiheitsstrafe noch Kontakt hatte, muß ich sagen, daß er die zweite Tat nicht verdient hat.
Und was er auch nicht verdient hat – darüber berichtet Berlin Kriminell nicht – war ein solches Verfahren. Zunächst wurde ihm in dem Haftbefehl, der unmittelbar nach der Tat verkündet wurde, eine gefährliche Körperverletzung vorgeworfen. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft wurde daraus später u.a. der Tatvorwurf eines versuchten Totschlags.
Diese Änderung des Tatvorwurf teilte die Haftrichterin unserer Mitarbeiterin telefonisch mit – allerdings fehlte bei dieser Information das Wort „Versuch„; mir teilte die Mitarbeiterin dann folgerichtig mit, daß der Geschädigte nach Mitteilung der Richterin verstorben sei. Als ich dies dem Mandanten, der mittlerweile zwei Wochen in der Untersuchungshaft saß, sagte, brach er zusammen. Er sah dem Termin für die Verkündung des neuen Haftbefehls mit großer Furcht entgegen.
Die Haftrichterin hat sich ob dieses Mißverständnisses bei ihm entschuldigt, konnte damit aber das, was dadurch bei ihm angerichtet wurde, nicht wieder reparieren.
Ein weiterer stark emotional besetzter Moment war die Begegnung meines Mandanten mit dem Geschädigten im Gericht. Die Entschuldigung, um die mein Mandant am Ende der Vernehmung bat, war erkennbar ehrlich gemeint und berührte alle Anwesenden, auch den Staatsanwalt – der nach Verkündung des Urteils meinem Mandanten die Hand gab, und sich den guten Wünschen des Gerichts anschloß.
So böse wie die Tat war, es gab keinen Grund, diesem Mann, der in der Obhut einer psychisch kranken Mutter aufgewachsen ist, nicht dabei zu helfen, wieder auf die Beine zu kommen. Ich bin sicher, das wird ihm mit professioneller Hilfe in den nächsten Jahren gelingen.



