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Medien
Soziale Exekution
„Das, was da in den vergangenen Monaten gelaufen ist und heute einen neuen Höhepunkt erreicht hat, ist mehr als nur Mobbing“, schreibt Tauss. „Das kann man nicht anders bewerten als den Versuch einer sozialen Exekution“.
Quelle: SPON
Vielleicht hätte sich Herr Tauss besser beraten lassen sollen. Seine Medienauftritte und auch seine Verteidigung waren nicht mehr suboptimal.
Den Auftritt der Staatsanwaltschaft in diesem Theater sollen andere kommentieren.
Schweigepflicht
Unseriöser Kaffeesatz bei Heise
Konkret verfolgt die Staatsanwaltschaft massenhaft Fälle, bei denen Websurfer Abo-Rechnungen bekommen haben und glaubhaft versichern, niemals die Adressdateneingaben bestätigt zu haben.
Quelle: heise
Na, und? Das ergibt nicht zwingend den Schluß, daß die „Adressdateneingaben“ durch den Betreiber der Seite vorgenommen wurden.
Offensichtlich vermutet die Staatsanwaltschaft aber,
Ja, und? Solche Einleitungen werden dann oft vorgesetzt mit völlig substanzlosen Mutmaßungen, die dazu dienen, Stimmung zu machen (und die Werbeeinahmen der Verbreiter dieser Kaffeesatzleserei zu erhöhen).
Seriöse Berichterstattung geht anders, liebe Heise-„Journalisten“; ganz anders.
Qualitätsjournalismus
FJS hat sie mal als Ratten und Schmeißfliegen bezeichnet. Von Wikipedia und Photoshop, die mittlerweile handwerklich saubere Recherchen ersetzen, hatte er noch nichts gewußt. Seinem damaligen Urteil ist eigentlich nichts hinzuzufügen. Außer, daß es erheblich schlimmer geworden zu sein scheint.
Hier ist ein vorsorglicher Screenshot, falls diese Hinweisseite wieder vom Netz genommen wird.
Link gefunden bei RAStadler via Twitter.
Heiße Ware
Der Beitrag über die Speisung eines Berliner Strafverteidigers scheint eine sensible Stelle im Abgeordnetenhaus berührt zu haben. taz-Redakteuer Sebastian Heiser fand den Bericht über die Aktenlieferung per Menütaxi ganz schön heiß, über die ich da so nebenbei am Heiligabend berichtet hatte.
Das Unternehmen mit dem Namen Menütaxi liefert im Auftag des Senates alle Pakete von Behörden innerhalb Berlins aus. Nach dem Datenskandal bei der Landesbank machen sich jetzt Abgeordnete der Opposition Sorgen um die Sicherheit dieser Pakete.
schreibt Herr Heiser heute in der taz.
Und dabei war ich nur darüber enttäuscht, daß mir der freundliche Taxidriver nur das tröge Paket aus Moabit und kein leckeres Pralinchen mitgebracht hatte. Das hat er nun davon. ;-)
Polizeibeamte verprügeln Radfahrer
Vor ein paar Stunden habe ich eine Pressemeldung der Polizei gelesen und den dazugehörigen Bericht im Tagesspiegel zitiert. Danach hatte ich den Eindruck, daß der Radfahrer die Polizisten vermöbelt hatte.
Die taz greift den Vorfall ebenfalls auf. Gereon Asmuth berichtet:
Vier Platzwunden am Kopf, davon eine an der linken Augenbraue. Deutlich sichtbare Prellungen an beiden Handgelenken. Über und über mit Blut bekleckste Kleidungsstücke. Fotos zeigen Blutspritzer an Wänden und Boden im Treppenhaus sowie in der Wohnung. Das ist das Ergebnis eines Polizeieinsatzes gegen Andrew P. Der Anlass: eine Fahrradkontrolle.
Was nun tatsächlich geschah, wird wohl Gegenstand eines oder mehrerer Ermittlungsverfahren. Gegen den Radfahrer läuft nach Polizeiangaben bereits eines. Gegen die Polizeibeamten könnte ebenfalls ermittelt werden, wenn an dem taz.Bericht etwas dran sein sollte.
Züchterweisheit
Nach dem Hauptverhandlungstermin spricht mich auf dem Gerichtsflur ein fremder Mann an. Naja, ganz so fremd war er nicht. Ich habe ihn an den anderen fünf Terminen bereits im Zuschauerraum gesehen.
Er sei von der PNDZ (Posemuckeler Neue Dorf-Zeitung), ob ich ihm eine Frage beantworten möchte.
Verteidiger:
Nein! Warum sollte ich das?
Pressefuzzi:
Es geht ja nur darum: Warum wollen Sie denn den Zeugen unbedingt hören? Der ist doch alt und krank. Und die Sache ist doch sowieso sonnenklar.
Verteidiger:
Ich möchte dazu nichts sagen.
Pressefuzzi:
Aber was soll ich denn dann über Sie schreiben?
Verteidiger:
Schreiben Sie, was Sie wollen. Oder was Ihnen gerade einfällt.
Pressefuzzi:
Das wird Ihnen aber nicht gefallen.
Verteidiger:
Pfffft.
Ich mag diese Leute nicht, die ein fröhlicher, leider verstorbener Politiker mal als Ratten und Schmeißfliegen bezeichnet hat. Die Artikel, die dieser Medienvertreter über das Verfahren geschrieben hat, waren bisher schon Müll. Wenn er jetzt auch noch über mich in seinem Käseblatt als böswilligen Verteidiger schreibt, kann mir das nur Recht sein.
Nur so nebenbei: Der Zeuge ist ein Alibizeuge. Von wegen, die Sache ist sonnenklar. Es gilt auch im Strafprozeß die alte Züchterweisheit: Am Ende werden die Schweine fett!