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Monatsarchive: Januar 2010
Die GEZ, das Internet und die „Zensur“
Da gibt es einen Gebühren-Nicht-Zahler, Bernd Höcker ist sein Name. Er hat sich nicht nur über die GEZ geärgert – wie viele andere auch -, sondern er hat über seinen Ärger geschrieben. In Büchern und im Internet unter www.gez-abschaffen.de, wo er über seine „Zwangsanmeldung“ bei der GEZ berichtete.
Juristisch unbedarft hat er sich dabei ein wenig weit aus dem Fenster gelehnt, die Profis von der GEZ haben seine Archillesferse entdeckt und dem Spatz mit einer Kanone die weitere Verbreitung seiner Meinung untersagt. Dabei ist nicht die GEZ auf Herrn Höcker losgegangen, auch nicht der NDR, mit dem Herr Höcker zu tun bekommen hatte. Sondern der NDR-Jurist Klaus Siekmann, mit dem sich Herr Höcker angelegt hat.
Dieser Herr Klaus Siekmann macht nun das, was er an der Uni und im Rahmen seiner beruflichen Tätigkeit gelernt hat: Er beantragt und bekommt gerichtliche Hilfe, mit der er Herrn Höcker das Blogger-Leben schwer machen will. Und zwar kam die Hilfe von der Pressekammer des Landgerichts Hamburg (325 O 200/09), die in einschlägigen Kreisen durchaus als bekannt gilt für ein – naja, sagen wir – gewöhnungsbedürftiges Verhältnis zur Meinungsfreiheit.
Das geht natürlich erst einmal in die Kosten und deswegen kommt Herr Höcker auch mit den üblichen Mitteln nur schlecht weiter. Er hat sich dem Zwischenergebnis gebeugt und seine Berichterstattung aus dem Netz genommen (deswegen gibt es oben auch nur den Link auf Archive.org)
Nun berichten andere zunächst über das Verfahren und Herr Höcker hat sich irgend einen Käse ausgedacht, mit dem er eine Retourkutsche beladen will. Ob das eine schlaue Idee ist, wird sich zeigen.
Und ob es von Herrn Klaus Siekmann so schlau war, sich mit juristischen Mitteln gegen den rebellischen Herrn Höcker zu wehren, wird ihm gewiß irgendwann eine gewisse Frau Streisand erklären.
Weitere Berichte über diesen Fall finden sich im Lawblog, im Blog Internet-Law des Kollegen Thomas Stadler, im Gulli und bei MMnews.
Update:
Eine weitere – lesenswerte – Kommentierung dieses „Eklats“ findet sich beim/im Rechtsanwalt Markus Kompa – Blog zum Medienrecht.
Und der Spammer zahlt doch
Erst geht mir der Laden mit seinem Spam auf die Nerven. Das teile ich per eMail mit. Darauf beginnt ein Besserwisser, mir mit seinen Anrufen weitere Zeit zu stehlen und will mir erzählen, was er alles weiß.
Nun hat er zum einen eine einstweilige Verfügung, in dem das Gericht ihm erzählt, was ich alles weiß.
Und zum anderen zahlt dafür er nun auch noch die Kosten dieser sinnlosen Auseinandersetzung.
Besten Dank an den Kollegen Rechtsanwalt Stefan Richter, der mir die Nerverei dieses Spam-Instituts vom Hals gehalten hat.
Revolutionäre Wachrüttler
Das fängt ja gut an:
Menschen müssen wachgerüttelt werden, denn zu viele sind durch die Zustände in eine Art Lethargie verfallen, lassen sich ihr Gehirn durch Konsum und Medienterror zerschießen. Wir können nicht länger warten, bis die breite Masse sich erhebt, sondern beginnen die revolutionären Taten hier und jetzt.
Hört sich so erstmal nicht schlecht an. Doch worum geht’s?
Wer einen Porsche fährt und diesen in einem von Gentrifizierung betroffenen Stadtteil abstellt, macht einen Fehler. Autos sind für Yuppies keine Gegenstände, es sind Statussymbole, auf die sie sich einen runterholen. Und auf die haben wir es abgesehen.
Die taz befragt einen Auto-Abfackler, der aus Mecklenburg nach Berlin umgezogen ist,
Weil in der Stadt, in der ich lebe, die Auswirkungen der Verdrängung von ärmeren Menschen bei weitem nicht so krass sind.
Der Tazzer ist besorgt:
Was ist, wenn es den Falschen trifft, einen guten Menschen?
Der Revoluzzer antwortet:
Wo gehobelt wird, fallen Späne. Wir können nicht vorher den Besitzer eines Fahrzeugs ermitteln, das ist Quatsch. Hauptsächlich trifft es die Richtigen.
Hauptsächlich. Aha.
