Ratten und Schmeißfliegen

Man kann von Frau Rechtsanwältin Katja Günther halten, was man will.

Aber das, was das Magazin Akte 09, dieser Kerl mit dem Spurensicherungsgesicht, Ulrich Meyer heißt der, glaube ich, und seine Kumpanen da veranstalten, ist einfach völlig niveaulos und hat weder etwas mit Qualität, noch mit Verstand zu tun.

Dieser Beitrag wurde unter Medien veröffentlicht.

25 Antworten auf Ratten und Schmeißfliegen

  1. 1
    AC says:

    „Wer in der Öffentlichkeit kegelt, der muß sich auch die Punkte ansagen lassen.“ (Kurt Tucholsky)

    Und die Art und Weise, wie das geschieht, entspricht eben unserer zeitgenössischen Öffentlichkeit.

  2. 2

    Schönes Zitat, das übernehme ich gern in meine Sammlung.

    Zur Sache:
    Ich finde diese – angeblichen – Journalisten und solche „Zeitgenossen“ gleichermaßen abstoßend.

  3. 3

    Man kann von Katja Günther nur eins halten: nix. Es gibt Länder, in denen hätte man ihr längst das Handwerk gelegt (wenigstens). Sie kann sich glücklich schätzen, hier zu leben.

  4. 4
    Simon says:

    Ich finde das moralisch durchaus okay. Wer sich für solche Geschäfte hergibt, muss aus meiner Sicht auch mit solch „nerviger“ Berichterstattung leben.

    Ich fand´s davon abgesehen auch ganz interessant mal zu sehen, wie die Dame eigentlich aussieht.

  5. 5
    kojo says:

    Die Justiz hat hier versagt.
    Deshalb ist das Ergreifen anderer Massnahmen zu begruessen.

  6. 6
    Malte S. says:

    Auch wenn ich den Beitrag von Akte nicht als so gravierend empfinde wie dies CRH tut, kann man mit der Argumentation von kojo auch den Freigesprochenen erschiessen.
    Akte bewegt sich mit seinen Beiträgen sehr oft im Grenzbereich von gerade noch hinnehmbar und nicht mehr akzeptabel; sowohl inhaltlich wie auch in der Form der Berichterstattung. Der Beitrag hier ist schlicht im Durchschnitt…

  7. 7
    eborn says:

    Ein wenig „Blutzoll“ für´s geneigte Pubkikum muss schon sein. Auf der anderen Seite tyrannisiert diese Frau ja auch die einfach denkenden Menschen mit Methoden, die denen vom Fernsehsender nicht nachstehen. Nur nicht mit der Kamera sondern mit Papier.

  8. 8
    kojo says:

    Das Erschiessen ist verboten, das Ansprechen auf strittige Fragen nicht.
    Das ist ja kein Spiessrutenlaufen.

  9. 9
    Bullweih says:

    Also die Ratte ist ja wohl die Rechtsanwältin Günther!
    Und wer mit dieser miesen Masche ein Plus von 7 Mio. Euro gemacht hat (zumindest auf dem Anderkonto) kann sich wohl auch über eine hübsche Entlohnung gefreut haben.
    Wobei übrigens auch zwei dieser ominösen Seiten über ihre IP betrieben werden!

  10. 10
    bad says:

    Widerliche Journaille vs. widerliche Anwältin.

    Dabei wollen beide doch das Gleiche: Geld „verdienen“.

  11. 11
    Malte S. says:

    @kojo: Du hast aber nicht das Ansprechen, sondern die gesamte Berichterstattung (die teilweise wirklich fragwürdig ist) damit gerechtfertigt, dass die Justiz versagt hätte. Das tut sie aus der Sicht der Opfer in Strafprozessen auch oft – ist es deshalb gerechtfertigt, den Freigesprochenen in irgendeiner Form zu belästigen? NEIN!
    Die „Rechtsanwältin“ hat gerade ne Niederlage kassiert und wird wohl dennoch weitermachen. Über die Abzocke ist selbstverständlich durch die Medien aufzuklären – doch dafür ist es nicht erforderlich die Person selbst zu belästigen.

  12. 12
    studiosus juris says:

    …oder noch so zu tun, als greife ihr Anwalt den Kameramann an. Obwohl dieser ja den Schirm des Anwalts herunterzieht, damit er schön mit der Kamera draufhalten kann. Der Anwalt hätte hier m.E. -gerechtfertig- ganz anders gekonnt.

  13. 13
    Toni says:

    Das Gebaren von Frau G. halte ich für untragbar. Und ich würde sagen, da muss sie kritische Öffentlichkeit eben hinnehmen. Das Akte journalistisch mit dubiosen Methoden arbeitet, bin ich von dieser Sendung gewohnt, aber damit spricht man eben eine bestimmte Publikumsgruppe an…

  14. 14
    Peter says:

    ich habe mit der Berichterstattung kein Problem. Ich halte sie eher noch für etwas zu zurückhaltend. Fr. G. wurde nicht zur Geburt ihres ersten Kindes befragt, oder zum Tod ihres Vaters. Die Befragung (und Aufdringlichkeit) sollte der Thematik angemessen sein, und das war sie hier.

  15. 15
    Pascal Rosenberg says:

    Das erste Zitat sagt es eigentlich sehr treffend. Frau Günther hat massiv versucht, mit Drohungen von Schufa-Einträgen, Androhung und sogar der Einreichung von Mahnverfahren, Forderungen einzutreiben von denen sie zumindest annehmen konnte, dass die Art und Weise, wie diese zustande gekommen sind, nicht so ganz koscha ist.

    Wer sowas tut, der darf sich nicht wundern, wenn einer vor einem steht und ihm ein Mikro ins Gesicht hält.

    Ich finde diese Art des Journalismus zwar auch nicht gerade sehr erquickend, daher meide ich auch erfolgreich so ein komisches Tagesblatt mit vier Buchstaben, aber genausowenig kann ich mit Frau Günther auch nur den Hauch eines Mitleids empfinden.

    Sie hat sich schliesslich auch nicht darum geschert, was ihre Mandantschaft für unlautere Geschäfte treibt und andere massiv bedroht und eingeschüchtert.

    Und ich spreche da aus Erfahrung, ich das Vergnügen einer Korrespondenz mit Frau Günther, deren Kanzlei (sofern die Nummer auf ihren Schreiben wirklich zu ihrer Kanzlei führt) und den SEHR freundlichen Mitarbeitern dort.

    Das hat erst aufgehört, als ich meinerseits einen Rechtsanwalt habe mit Frau Günther sprechen lassen. Dann war glücklicherweise Ruhe. Also, mein Mitleid hält sich in Grenzen.

  16. 16
    T. (ein Betroffener) says:

    Ich bin zufällig über diese Seite gestolpert und möchte das Thema so kommentieren:
    Herr T. und Frau G. und die mit ihnen Zusammenarbeitenden Unternehmen mögen sich in einem juristischen Graubereich bewegen. Aber eines ist klar: Aus einer reinen Moralisch/Ethischen/ Hausverstandssicht machen sie einfach eines: Sie schädigen andere Menschen. Sie machen das bei vollem Bewusstsein, mit Vorsatz und mit Absicht. Und nichts anderes!
    Das tragische ist hier, dass zwar der gesunde Menschenverstand diese Fakten erkennen kann, aber sauber nach dem Buchstaben des Gesetztes gehandelt bleiben sie in diesem Graubereich unangreifbar. Denn unser Rechtssystem kennt die Begriff „Hausverstand“, „Moral“ und „Ethik“ einfach nicht.
    Es gib eben niemanden der jetzt sagen kann „Mein Hausverstand sagt mir, daß das nicht richtig ist, und ich stelle das jetzt ab!“. Keine Post kann sagen: „Ich stelle keine Briefe mehr von dieser Person zu – denn ich weiß dass nur Menschen geschädigt werden.“ Und keine Bank kann sagen: „Ich überweise den Einzahlern ihr Geld zurück, denn ich weiß dass es unredlich eingetrieben wird“. Denn das Rechtsystem hilft dann immer den Betrügern.
    Ich nenne das als eine Kapitulation des Rechtssystems vor dem Hausverstand zugunsten von Paragrafen die nie für so einen Fall geschrieben wurden. Nicht für diese Art von Menschen und nicht für die Geschwindigkeit mit der sie agieren. Und insofern ist die Bezeichnung „Justizversagen“ aus meiner persönlichen Sicht recht zutreffend – obwohl es wohl eher ein Systemversagen ist.
    Und wenn das (Rechts)System derart versagt, dann halte ich die angewandten Mittel für legitim: Die Leute werden an den Pranger gestellt! Ohne dass ihre Schuld juristisch zweifelsfrei feststeht! Ja, richtig. Denn der Hausverstand sagt, dass sie es nicht besser verdienen.
    Und ich vermute, dass diese Art Berichterstattung noch für lange zeit das einzige sein wird, was sich Leuten wie T. und G. tatsächlich offen in den Weg stellt. Alles andere agiert zu langsam und nicht angemessen auf derartige Praktiken.
    Ein betroffener beinahe abgezockter Bürger (Ich habe aber nicht bezahlt!).

  17. 17

    @ T.:

    Ersetzen Sie Ihren Begriff „Hausverstand“ durch den sattsam bekannten Begriff „Gesundes Volksempfinden“, dann werden Sie vielleicht erkennen, wie brandgefährlich die von Ihnen geäußerte Ansicht ist.

  18. 18
    studiosus juris says:

    Ich nenne das als eine Kapitulation des Rechtssystems vor dem Hausverstand zugunsten von Paragrafen die nie für so einen Fall geschrieben wurden. Nicht für diese Art von Menschen und nicht für die Geschwindigkeit mit der sie agieren.

    Wie würde denn Ihr Formulierungsvorschlag für einen Paragraphen lauten, der das Verhalten (welches Eigentlich?) unter Strafe stellt?

  19. 19
    sudelpopper says:

    §138 BGB sollte doch passen.

    Hausverstand ist auch als common sense übersetzbar. In England ein Begriff mit gutem Klang.

  20. 20
    Christoph says:

    sudelpopper:
    Wer im BGB nach einer strafrechtlichen Norm sucht (und diese dann auch noch zu finden glaubt), sollte in einer juristischen Diskussion vielleicht etwas zurückhaltender auftreten…

  21. 21
    Kand.in.Sky says:

    Öhh… die sieht ja gar nicht mal so schlecht aus.

    #k.

  22. 22
    T. (ein Betroffener) says:

    Hallo!
    Sehr interessante Antworten… Danke!
    Ich kann die Problematik des Wortes „Hausverstand“ nachvollziehen. Ich kann mir auch durchaus vorstellen, dass die Formulierung eines entsprechenden Gesetzestextes schwierig ist. Aber ich bin eben nur ein Betroffener, der sieht, dass die Justiz hier machtlos ist. Ich kann nur hoffen, dass die Experten hier bald eine Lösung finden.

    Dennoch möchte ich auch ein Beispiel bringen, dass „Commen sens“ durchaus funktionieren kann: Nehmen wir als Beispiel große Internet-Plattformen wie Youtube und Wikipedia. Dies sind Systeme in die Millionen von Menschen täglich unkontrolliert Inhalte einstellen können – seien es nun Texte oder Videos. Die Unkontrollierbarkeit der Massen lässt diese Plattformen auf den ersten Blick als perfekte Bühnen für unpassende Inhalte erscheinen. Youtube z.B. als Werbeplattform für die Pornoindustrie – Wikipedia als Vehikel für alle Arten von extremen Ansichten. Denn täglich würden Millionen von Menschen die Botschaften sehen. Eigentlich perfekt!

    Und dennoch: Man wird auf Youtube und Wikipedia kaum einen anrüchigen Inhalt finden! Und wenn sie tatsächlich über einen stolpert: Am nächsten Tag ist er weg! Warum ist das so? Die Systeme verfügen über ein einfaches System der Selbstreinigung das ganz offensichtlich funktioniert: Die Benutzer überwachen sich selbst. Sieht ein Benutzer einen unpassenden Inhalt, kann er ihn auf einfachste Art und Weise Melden. Gehen über denselben Beitrag viele unabhängige Beschwerden ein, wird dies einem Operator angezeigt. Er tritt in Aktion und sperrt den Beitrag. Über die breite Masse gesehen entscheidet also damit der „Hausverstand“ oder „Commen Sense“ von vielen über Richtig und Falsch von einzelnen – und es Funktioniert seit Jahren.

    Wie gesagt – ich bin nur ein betroffener „Otto-Normalverbraucher“. Ich weiß nicht ob sich das in irgendeiner Weise auf diesen Fall umlegen lässt. Faktum ist aber: Es gibt tausende Anzeigen, daß die Masche ein Betrug ist, ist ebenfalls klar, Es ist bekannt von wo aus diese Seiten betrieben werden. Und doch kann niemand das ganze abstellen – innerhalb von mehreren Jahren.

    Und noch etwas gibt mir zu denken: Was hier möglich ist erscheint mir wie einer riesige „Werbeshow“ für alle Arten von Groß-Betrügern: „Komm nach Deutschland! Mach was mit dem Internet! Es wird dir nichts Passieren!“. Diese Leute sind ganz offensichtlich clever und schnell – da fürchte ich, dass wir gerade am Anfang stehen und in die folgenden Jahren noch ganz andere Betrugs-Maschen auf uns zukommen.

  23. 23

    @T (ein Betroffener):
    <Und noch etwas gibt mir zu denken: Was hier möglich <ist erscheint mir wie einer riesige „Werbeshow“ für <alle Arten von Groß-Betrügern: „Komm nach <Deutschland! Mach was mit dem Internet! Es wird dir <nichts Passieren!“. Diese Leute sind ganz <offensichtlich clever und schnell – da fürchte ich, <dass wir gerade am Anfang stehen und in die <folgenden Jahren noch ganz andere Betrugs-Maschen <auf uns zukommen.

    Die sind schon lange, lange unter uns. Diese Firmen agieren im Internet oder verkaufen für viel Geld nutzlose Anzeigen.
    Der Rechtsstaat in Form der Zivilgerichte steht denen gegenüber zwiespältig dar. Zum einen werden die Forderungen bejaht, zum anderen abgewiesen. Eine eindeutig herrschende Meinung gibt es da nicht. Die Masche ist in der Regel mit Sicherheit unseriös aber strafbar…?
    Der Bürger von heute, der im Internet surft und teilweise wahllos vermeintliche „günstige Angebote“ anfordert, darf sich nicht wundern, wenn Dritte diese Naivität nutzen. Das Internet ist keine geschützte Spielwiese für Kinder, sondern ein Raum, in dem viele u. a. auch unseriöse und auch kriminelle Dritte agieren und versuchen, ihren Schnitt zu machen. Wer das nicht erkennt, nun der muss es selbst erleben….

  24. 24
    Henning Ernst Müller says:

    Nicht die Justiz versagt hier m.E., sondern die Selbstverwaltung der Rechtsanwaltschaft. Ich wundere mich, dass die Rechtsanwälte solche Kollegen unter sich „dulden“, denn Frau Günther und Herr Tank sind ja schon fast allein verantwortlich für einen massiven Vertrauensverlust der Rechtsanwaltschaft. Offenbar sehen viele RAe nicht, dass sich hier einige ganz wenige auf Kosten des Rufes von seriös arbeitenden Kollegen bereichern. Das entschuldigt nicht den praktizierten widerlichen Boulevard-Journalismus.

  25. 25
    Dominik Boecker says:

    Sehr geehrter Herr Prof. Müller,

    was soll denn die Selbstverwaltung der Rechtsanwälte unternehmen können?

    Ich bitte höflich darum, eine konkrete Norm zu nennen.

    Unsere Justizministerin hat zu einer (halbwegs vergleichbaren Situation) mal folgendes gesagt: „ich möchte das chinesische Sprichwort von vorhin mit einem weiteren Thema verknüpfen, das uns zur Zeit beschäftigt: Und zwar die anwaltliche Abmahnpraxis bei Urheberrechtsverletzungen. Lassen Sie mich eines vorwegschicken: Wenn es darum geht, durch Rechtsverletzungen in großem Stil Geld zu verdienen, müssen sich die Geschädigten selbstverständlich dagegen wehren können – natürlich auch mit anwaltlicher Hilfe. Abmahnungen sind dabei ein wichtiges Instrument. Und es ist auch richtig, dass die Kosten von demjenigen getragen werden, der das Recht verletzt hat. Der Holzstamm ist also im Großen und Ganzen gesund.

    Aber: In letzter Zeit wenden sich immer mehr Privatleute an mich, die für die einmalige Verletzung eines Urheberrechts eine Abmahnung mit einer zuweilen sogar vierstelligen Anwaltsrechnung ins Haus geschickt bekommen. Zum Beispiel ein 15jähriges Mädchen, das ein Foto ihrer Lieblings-Popgruppe auf ihrer Homepage eingestellt hat – oder der Vorsitzende eines Sportvereins, der einen kleinen Stadtplan-Ausschnitt für den Weg zum Sportplatz ins Internet stellt. Und wenn ich dann noch höre, dass eine Anwaltskanzlei täglich bei den Betroffenen anruft, um die Geldforderung einzutreiben, dann muss ich Ihnen ganz klar sagen: Ein solches Verhalten kann nicht akzeptiert werden!

    Wir werden deshalb bei Abmahnungen wegen Urheberrechtsverletzungen den Gegenstandswert präziser regeln und auch deckeln: Einfach gelagerte Fälle mit einer nur unerheblichen Rechtsverletzung dürfen nicht mehr als 50 bis 100 Euro für Abmahnung und Anwalt nach sich ziehen.

    Ich möchte aber auch die Anwaltschaft bitten, solche Fälle im Blick zu behalten, vor allem zu sensibilisieren und zu informieren. Und ich bitte Sie: In Missbrauchsfällen muss gegebenenfalls mit den Mitteln des Berufsrechts eingeschritten werden. Das sind Sie der überwältigenden Mehrheit der Kolleginnen und Kollegen schuldig, die ihren Beruf einwandfrei ausüben.“

    Schwebt Ihnen etwas in dieser Richtung vor?