Es gibt Radfahrerinnen, die gehören erschlagen, gevierteilt und anschließend in den eisekalten Landwehrkanal geworfen.
Nicht, weil sie im Dunkeln dunkel gekleidet, unbeleuchtet, gegen die Fahrtrichtung einer Einbahnstraße auf dem Gehweg fahren. Dagegen ist ja nichts einzuwenden; das ist die ganz normale Härte hier bei uns in Kreuzberg.
Aber wenn dieses Pack sich dann auch noch lautstark über den Autofahrer beschwert, der sich vorsichtig aus einer Hauseinfahrt herausgetastet und der rasenden Radfahrerin nur dadurch den Arsch gerettet hat, daß er es gerade noch so eben noch geschafft hat, rechtzeitig zum Stehen zu kommen … ab in’s kalte Wasser, mit einem Stein um den Hals.
Daß der Fußgänger, den die Radfahrerin im Anschluß an diese Aktion beinahe über den Haufen gefahren hätte, nicht nach irgendetwas Hinterher-Werfbaren gegriffen hat, ist wohl nur seinem vorgerückten Alter zuzuschreiben.
Es gibt Momente, da wünscht sich der Kreuzberger, in einer schwäbischen Kleinstadt zu wohnen.

