Die Polizei hat zwei mutmaßliche Terroristen in Berlin festgenommen: Die beiden Männer waren aufgefallen, weil sie in großem Stil Substanzen eingekauft hatten, aus denen sich eine Bombe bauen lässt. Der Verdacht: „Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat“.
berichtet die Berliner Morgenpost.
Ich frage mich, warum Michael Behrendt, der Autor dieses Artikels, sich diese Panikmache nicht verkneifen kann, die er zwischen seinen Zeilen transportiert. Sogar Bericht in der B.Z., der auf seinen Artikel aufsetzt, wirkt da wesentlich zurückhaltender.
Feststeht nämlich so gut wie nichts. Das adjektive „mutmaßlich“ vor dem „Terroristen“ ist Förmelei mit Blick auf Ziffer 13 des Pressekodex‚; wenn Behrendt das Wörtchen weggelassen hätte, würde in diesem Artikel nichts fehlen.
… die Säure und die in den Kühlelementen enhaltenen Substanzen wollte die beiden Verdächtigen demnach vermischen, um eine Bombe zu bauen.
Ja, bitte, woher weiß der Journalist das? Hat er sich mit den beiden unterhalten??
Die selbe Stimmungsmache wird übrigens auch in der taz verbreitet:
Die Berliner Polizei hat offenbar einen Anschlag vereitelt.
„Offenbar“ ist hier nichts. Es gibt einen Verdacht, mehr nicht.
Vielleicht stillt die Presse einfach ‚mal das Informationsbedürfnis der Bevölkerung und hört auf damit, Angst und Schrecken zu verbreiten. Es sind nicht „die Terroristen„, die hier Panik machen, sondern „die Journalisten„.
Auf dem Weg zum Gericht habe ich heute Vormittag in einem Bericht gehört: Es sei wahrscheinlicher, von einem Blitz erschlagen, als Opfer eines „terroristischen“ Anschlags zu werden. Aber mit der Blitzgefahr kann ein Michael Behrendt seinen Lebensunterhalt nicht verdienen und die Mottenpost keine Umsätze erzielen.
Terrorgefahr als Alimentation dahinsiechender Unternehmen? Schämt Euch, Ihr Artikel-5-Simulanten!