Kreuzberg

Abstimmung über Dutschke

Wahlaufruf:

In acht Tagen ist es so weit. Am 21. Januar entscheiden die Friedrichshain-Kreuzberger BürgerInnen, ob die Kochstraße in Rudi-Dutschke-Straße umbenannt wird. Rund 2.000 haben das schon getan – per Briefwahl. Weitere 2.000 haben Unterlagen dafür beantragt. Die Abstimmung ist einfach: Wer wie die CDU die Dutschke-Straße verhindern will, muss mit Ja stimmen. Alle anderen kreuzen „Nein“ an, Nein für Rudi Dutschke. Unentschiedene können heute an Infoständen von Grünen und Linkspartei nachfragen, von 11 bis 13 Uhr zum Beispiel am Boxhagener Platz, am Kottbusser Tor und am Marheinekeplatz. Überzeugte hängen das ©TOM-Plakat auf, das sich in dieser taz findet, und pilgern Sonntag um 22 Uhr zur Party mit Dutschke-Film, zu der die Bergpartei in den Friedrichshainer „Klup der einsamen Herzen“ (Schreinerstraße 5) lädt. Weitere Infos unter dutschkestrasse.de.

Quelle: taz Berlin lokal vom 13.1.2007

Für die Nichtkreuzberger: Die Kochstraße verläuft in West-Ost-Richtung zwischen Wilhelm- und Oranienstraße. Am Übergang zur Oranienstraße zweigt nördlich eine kleine Straße ab. Die Axel-Springer-Straße (vormals Lindenstraße), die Adresse eines bekannten deutschen Presseunternehmens. Man kann sich vorstellen, daß die Umbenennung in bestimmten Kreisen nicht sonderlich freudig begrüßt würde. ;-)

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Wanne raus?

Jedes Ding hat zwei Seiten. Es stinkt schon manchmal recht heftig in der Stadt. Deswegen hätte ich einerseits gegen ein Fahrverbot für Stinker nichts einzuwenden. Eigentlich.

City wird zur Umweltzone

titelt die Welt am 06.01.2007.

Der Senat macht ernst: Innerhalb des S-Bahn-Rings dürfen Autos mit zu hohem Schadstoff-Ausstoß ab Januar 2008 nicht mehr fahren. Für tausende Autofahrer in der Hauptstadt schlägt damit die Stunde der Wahrheit.

Ich hoffe nur, daß es uns andererseits gelingt, eine Ausnahmegenehmigung für die Wanne zu bekommen. Aber es dürfte eng werden:

„Wir stellen gerade einen Katalog von Ausnahmekriterien zusammen“, sagt Marie-Luise Dittmar, Sprecherin der Senatsumweltverwaltung. Doch der wird nicht besonders dick werden. Denn Sondergenehmigungen sollen wirklich nur eine Ausnahme sein. „Denkbar ist eine Ausnahmegenehmigung zum Beispiel für einen Unternehmer, der mit einem Oldtimer Hochzeitspaare vom Standesamt in den Innenstadtbezirken abholt. Für den ist der Oldtimer die Existenzgrundlage und die werden wir ihm nicht entziehen.“

Naja, eine Existenzgrundlage ist die Wanne nun nicht gerade, gehört aber mittlerweile zum Markenzeichen unserer Kanzlei. Nur, stinken tut der Dieselmotor schon richtig ernsthaft. Ok, dann schau’n wer mal …

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Sach‘ ich doch: Zieht nach Kreuzberg!

Ein weiterer Berliner mit Migranten-Hintergrund will nach Kreuzberg ziehen:

Kreuzberg ist wie ein Mikrokosmos. Es ist nicht wie der schicke Prenzlauer Berg, wo alle gleich alt sind und die gleich hübschen Kinder haben und in der ähnlichen Einkommensgruppe sind. Es ist auch nicht so künstlich wie Berlin-Mitte und deutlich lockerer als Dahlem oder Steglitz. Und für Marzahn und Hellersdorf bin ich einfach nicht mehr schnell genug und meine Tochter kann noch nicht laufen, um notfalls vor den Nazis davonrennen zu können.

sagt Cem Özdemir.

Recht hat er, deswegen: Herzlich willkommen im Kiez! Selbst wenn allzuviel Grünzeug auch nicht gesund sein kann. ;-)

Quelle: Hauptstadtblog

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Disqualifiziert im Wrangelkiez

Besser Handschellen anlegen „als ein Messer in den Bauch bekommen“, erklärt Körting.

Wer oder was ist Körting?

Körting

Nein, das ist kein Rechtsradikaler. Innensenator von Berlin ist der Mann, der sich – auf dem Niveau einer Diskussion in einer Eckkneipe Neuköllns um 4 Uhr morgens – über den Wrangelkiez und das dortige Vorgehen der Polizei ausläßt.

Eigentlich hatte ich von der Sitzung des Innenausschusses des Berliner Abgeordnetenhauses ein wenig Licht im Dunkel erwartet. Statt dessen lese ich in der taz:

Frage von Volker Ratzmann, Fraktionschef der Grünen:

Trifft es zu, dass Zwölfjährige am vergangenen Dienstag in der Wrangelstraße auf offener Straße von der Polizei in Handschellen gelegt wurden?

Die Anwort vom Herrn Innensentor:

Ich vermag nicht zu erkennen, wozu solche Details weiterhelfen.

Weiter heißt es in dem taz-Bericht:

Nach Angaben von Jugendlichen und Anwohnern des Wrangelkiezes gegenüber der taz waren es die Handschellen an den Handgelenken der zwölfjährigen Migrantenkinder gewesen, die die umstehenden Menschen so empört hatten. So gefesselt, hätten die Jungen 10 bis 15 Minuten an der Wand gestanden, bis sie abtransportiert wurden. Fragen nach dem Grund seien von den Beamten nicht beantwortet worden, berichten Beobachter.

Quelle: taz vom 21.11.06

Ich vermag nicht zu erkennen, was den Mann für den Posten eines Senators qualifiziert. Am Zapfhahn der „Stumpfen Ecke“ hingegen würde er bestimmt ne gute Figur machen.

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Wrangelkiez ist sicher …

… behautptet der Soziologe an der Universität Potsdam, Silvester Stahl, im Tagesspiegel.

Der ethnische Hintergrund der Jugendlichen, die aus Zuwandererfamilien stammen,

wird überschätzt. Machoverhalten ist bei Halbstarken in diesem Milieu wohl weiter verbreitet als unter deutschen Jugendlichen, aber dem steht der stabilisierende Einfluss der starken Familienverbände gegenüber. Außerdem sollte man froh darüber sein, dass diese Jugendlichen wegen ihres kulturellen Hintergrunds in der Regel keinen Alkohol trinken. Was es bedeutet, wenn sich Perspektivlosigkeit mit Alkoholismus paart, kann man ja auch in der Wrangelstraße beobachten. Nur eine Ecke weiter trifft sich vorm Supermarkt die deutsche Trinkerszene. Das ist die eigentliche Problemgruppe, die im Kiez auch den meisten Ärger verursacht: alkoholkranke Männer, meist alleinstehend und arbeitslos.

Die Randale in Kreuzberg wird heute im parlamentarischen Innenausschuss des Berliner Abgeordnetenhauses Thema sein. Ich bin gespannt, was das Hohe Haus herausfinden wird.

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Was war los im Wrangelkiez?

Was sich bei den Festnahmen am Dienstag abspielte, wird immer unklarer: Anwohner bestreiten die Darstellung der Polizei.

schreibt PLUTONIA PLARRE in der taz am 20.11.06

Aufklärung tut not. Was hat sich vergangenen Dienstag wirklich im Kreuzberger Wrangelkiez ereignet? In der ersten Pressemitteilung der Polizei hieß es, „eine Ansammlung von 80 bis 100 Jugendlichen“ sei dort „massiv“ gegen Polizeibeamte vorgegangen, als diese zwei Tatverdächtige festnehmen wollten. Tags darauf hatte Polizeipräsident Dieter Glietsch erklärt, lediglich „einzelne Personen“ seien gewalttätig geworden. Jugendliche und Anwohner aus dem Wrangelkiez bestreiten selbst das. Die Stimmung sei aufgebracht gewesen, aber handgreiflich geworden sei nur ein einziger: der 23-jährige Mehmet S. Und das erst, nachdem er von Beamten niedergeschlagen worden sei.

Ich bin gespannt, was am Ende noch alles zu Tage befördert wird. Der Bericht in der taz läßt jedenfalls Zweifel an dem aufkommen, was die Medien im übrigen berichtet haben.

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Ostbullen gegen Kanaken

„Geh dahin wo, du herkommst, du hast in Deutschland nichts zu suchen, Kanake.“

lautet das Zitat der einen Seite durch Anna Reiman in ihrem Beitrag „Kiez-Keilerei – schwere Vorwürfe gegen Polizei“ auf SPON.

Was wollen die Scheiß-Ostbullen hier, die sind kürzer als wir in der BRD und sagen uns, wir sollen wieder in die Türkei gehen?

zitiert sie auf SPON in ihrem Beitrag „Eskalation im Kiez – Krawalle alarmieren Polizei“ die andere Seite.

Die Kiez-Bewohner behaupten, die Polizei habe mit rassistischen Sprüchen provoziert – die Beamten erklären, sie seien beleidigt und bedroht worden.

Auch das obige Zitat stammt aus den Beiträgen auf SPON.

Ganz anders hört sich der Bericht der taz über den Zoff im Wrangelkiez an:

Die erste Darstellung seiner Pressestelle, „eine Ansammlung von 80 bis 100 Jugendlichen“ sei „massiv gegen Polizeibeamte vorgegangen“, hat Polizeipräsident Dieter Glietsch gestern korrigiert. Lediglich „einzelne Personen“ seien gewalttätig geworden. Einer der beteiligten Jugendlichen hatte nach dem Vorfall gegenüber der Presse berichtet, die 12-Jährigen seien wie Terroristen behandelt und mit Handschellen gegen eine Wand gestellt worden. „Geh doch zurück in dein Land“, hätten die Polizisten auf seinen Protest erwidert. Laut Glietsch hat das Landeskriminalamt wegen der Rassismusvorwürfe ein Ermittlungsverfahren gegen die Beamten eingeleitet.

Was denn nun?

Die Schlägerei von Kreuzberg – und was wirklich geschah.

weiß nur die BZ

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12-Jährige und die Solidarität im Wrangelkiez

Mit zwei Bengels auf dem Wrangelkiez im tiefsten Kreuzberg hatte die Berliner Polizei ein wenig Mühen:

Eine Ansammlung von 80 bis 100 Jugendlichen ging gestern massiv gegen Polizeibeamte vor, die zwei Tatverdächtige zu einer versuchten Raubtat festnehmen wollten. Die Polizei war alarmiert worden, weil gegen 16 Uhr 20 in der Wrangelstraße in Kreuzberg vier Personen einen 15-Jährigen berauben wollten. Er erhielt Schläge, konnte aber seinen MP3-Player festhalten. Bei der Absuche der Umgebung stellten die Polizisten kurze Zeit später zwei Zwölfjährige aus einer Gruppe von fünf Jugendlichen als Tatverdächtige fest. Plötzlich tauchten 80 bis 100 Personen auf und bedrängten die Beamten. Die Polizisten forderten Verstärkung an. Ein 23-Jähriger versuchte, den Abtransport der beiden Kinder durch Öffnen der Fahrzeugtür und Tritte gegen den Funkstreifenwagen zu verhindern. Bei seiner Festnahme leistete er Widerstand. Unbekannt gebliebene Täter schlugen ebenfalls auf die Beamten ein. Nach Abtransport der drei Personen beruhigte sich die Situation. Zwei Beamte wurden verletzt, einer von ihnen musste vom Dienst abtreten. Die Zwölfjährigen wurden den Eltern übergeben, der 23-Jährige nach Personalienfeststellung entlassen.

Quelle: Polizeiticker auf berlin.de

So geht’s ja nun nicht. Was hat die Polizei denn auch im Wrangelkiez verloren? Soll sie doch da weg bleiben, dann passiert Ihnen auch nichts. Solche kleinen Räubereien regeln die Familien dort doch unter sich.

Oder?

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Gammelfleisch oder Alk?

In Friedrichshain, oder doch in Kreuzberg? Döner oder Doornkaat?

Acht Norweger ins Krankenhaus
Wegen des Verdachts des Verstoßes gegen das Lebensmittel- und Futtergesetz sowie der fahrlässigen Körperverletzung ermittelt das Landeskriminalamt, nachdem 36 Jugendliche einer norwegischen Reisegruppe mit akuten Beschwerden in ein Krankenhaus kamen. Die Reiseleiterin hatte heute früh aus einem Hotel in Mitte gegen 7 Uhr 45 die Feuerwehr alarmiert, weil mehrere der 14- bis 16-jährigen Jugendlichen der insgesamt 95-köpfigen Reisegruppe über Magenbeschwerden und Übelkeit klagten. Nach eingehenden Untersuchungen mussten acht Touristen stationär im Krankenhaus aufgenommen werden, wobei eine Lebensgefahr für die Betroffenen von den Ärzten ausgeschlossen werden konnte. Wodurch sich die Jugendlichen diese Vergiftungserscheinungen zugezogen haben, ist Gegenstand derzeitiger Ermittlungen und kann auch erst nach den Mikrobiologischen Untersuchungen des Krankenhauses näher bestimmt werden. Dass die vermutlich verdorbenen Lebensmittel in Berlin verzehrt wurden, ist ebenfalls noch nicht erwiesen.

Quelle: meinberlin.de

Wieso der Beitrag vom Polizeiticker in Friedrichshain-Kreuzberg lokalisiert wird, ist nicht erkennbar. Und was die Skandinavier gefuttert haben, weiß man auch noch nicht so genau. Oder ob das bisschen, was sie essen wollten, dann doch getrunken haben, wird sich nach der Analyse des (ehemaligen?) Mageninhalts der Betroffenen herausstellen. Aber man kann ja schon mal ’ne Geschichte daraus machen. Das war um 17:03 Uhr.

Um 10:52 Uhr waren es – laut Polizeiticker – übrigens insgesamt noch 30 Norweger, die mit Vergiftungserscheinungen das Vivantes Klinikum am Friedrichshain aufgesucht haben sollen.

Ich bin gespannt, wieviel morgen davon übrig geblieben ist.

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Denn Sie wissen nicht, was sie essen

Der Berliner Kurier fragt: Essen Sie noch Döner?

Naja

5,3 % waren noch nicht in Kreuzberg.

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