SOKO Wismar heute: Bananen, Backpulver und GPS

kokaintesterDie SOKO Wismar klärt heute nicht nur ein Delikt am Menschen auf. Das Ermittlerteam profiliert sich auch noch als Drogenfahnder.

Der Sachverhalt:
Neben der – obligatorischen – Leiche finden die Ermittler kokainsuspekte Substanzen im Kilobereich. Es besteht der dringende Verdacht, daß das Pulver im Zusammenhang mit dem Handel von Bananen steht, die in extravaganten Steinwaschbecken gewachsen sind. Ein GPS-Sender bringt Kai Timmermann auf die richtige Spur.

Das Strafrecht:
Es geht wie immer um ein Tötungsdelikt, aber welches? Vermögensdelikte kommen vor, ein paar Verstöße gegen das BtMG, die zur Vermögensabschöpfung führen werden, und eine Dunkelnorm aus dem BDSG; ein besserwissender Jurastudiumsabbrecher spielt eine strafprozessuale Nebenrolle. Und ein Problem, das wir aus Dresden kennen, wird thematisiert: Die großflächige Funkzellenabfrage. Daneben noch ein paar Kleinigkeiten aus dem StGB-AT und der StPO.

Die Aufgabe:
Jetzt die Frage aus dem Jura-Examen:

  • Wie haben sich die Beteiligten strafbar gemacht?
  •  
    Die gutachterlichen Stellungnahmen der geschätzten Leser- und Seherschaft können im Kommentarfeld abgegeben werden.

    Und: Wer entdeckt einen klassischen Subsumtionsfehler der Polizei, der auch schon so manchem meiner Mandanten übelst überrascht hat?

    Save the date:

    sokoDas Filmchen startet um 18 Uhr im ZDF. Das von Dr. Hendrik Wieduwilt moderierte Expertengespräch führen Oberstaatsanwältin Claudia Lange und meine Wenigkeit nach der nächtlichen Wiederholung der Sendung. Die Episode und das Rechtsgespräch werden sich dann aber auch in der Mediathek finden.
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    Bildquelle: Screenshot aus dem Trailer / © ZDF

    Dieser Beitrag wurde unter SOKO+ Wismar veröffentlicht.

    8 Antworten auf SOKO Wismar heute: Bananen, Backpulver und GPS

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      Dr.Klusenbreuker says:

      Tatort? Das ist seit Jahrzehnten sublime Werbung für die Abschaffung einiger Grundrechte. In fast jeder Folge dieses unerträglichen DEGETO Abfalls wird der Zuschauer emotional so gesteuert, dass er es völlig normal findet, wenn Ermittler Gesetzte brechen! So wird gerne ohne Durchsuchungsbefehl durchsucht, von den Verhörmethoden mal abgesehen. Überhaupt scheinen fast nur noch die dümmsten und schlechtesten Krimis von den Steuergeldern der öffis produziert zu werden. Wir Deutschen haben wohl noch zu wenig Angst oder warum ist das so?

    2. 2
      WPR_bei_WBS says:

      @ Dr. Klusenbreuker:

      Es geht aber nicht um „Tatort“, sondern Soko Wismar.

      WIe dem auch sein – ein überraschender Twist in die andere Richtung kam beim letzten Tatort (aus Dortmund) vor: Da holen die Ermittler brav einen DUrchsuchungsbeschluß ein, um in ein Büro zu gelangen, stehen dann vor dem verschlossenen Aktenschrank – und meinen, sie könnten ihn ohne einen richtlerichen Beschluß nicht öffnen…

    3. 3
      Der wahre T1000 says:

      @Dr.Klusenbreuker: Möglicherweise haben Sie es nicht mitbekommen, aber genau so ist das wahre (Ermittler-) Leben in Deutschland. Natürlich wird ohne Beschluss durchsucht, weil alles Gefundene dennoch verwertet werden kann. Was juckt es den Polizisten, wenn seine Durchsuchung – sparsam und falsch mit „Gefahr im Verzug“ begründet – später als unzulässig festgestellt wird? Er hat faktisch keine Konsequenzen zu fürchten. Kurz kann man sagen, dass die Einhaltung von Gesetzen in die Moral der Polizisten fällt und bekanntlich hat jeder eine andere Moral.

      Zu den Verhörmethoden: es ist bei der Polizei üblich bei Zeugen und Verdächtigen nachzufragen. Dabei können ungefähr 90% aller Leute einfach nicht die Schnauze halten und plaudern frei raus. Die Gründe dafür sind vielfältig. Jeder Strafverteidiger dürfte sich täglich drüber ärgern. Wenn normales Fragen nicht wirkt, wird der Ton auch schon mal rüde, dann plappern viele, obwohl sie es eigentlich nicht wollten. Die Geschwätzigkeit von Leuten dürfte unterm Strich (zumindest am Beginn) wohl die bei weitem ergiebigste Ermittlungsmethode sein. Kein Wunder also, wenn beim Verhör auf die Regeln gepfiffen wird, denn auch da haben Polizisten kaum was zu befürchten.

      Willkommen in der Realität.

    4. 4

      […] war Weltmädchentag. Heute rufe ich zum Jura-Studentinnentag aus. Der Kollege Hoenig fragt zu Soko-Wismar nach der Rechtslage. Viel zu […]

    5. 5
      jj preston says:

      Mal was anderes: Checkt der Uniformierte da oben im Bild etwa mal wieder filmfachkundig die Drogen auf Echtheit, indem er sie sich auf die Schleimhaut schmiert, um dann zu attestieren „Sieht aus wie Kokain. Riecht wie Kokain. Schmeckt wie Kokain. Ist Kokain.“ ?

      • Ich habe mal den überflüssigen, weil unhöflichen Teil Ihres Kommentars editiert. Schauen Sie sich die Episode doch erstmal an, bevor Sie ihre schlechte Laune hier aufschreiben, weil Sie die Filmfigur nicht von dem Schauspieler unterscheiden wollen. crh
    6. 6
      Waschi says:

      Mit dem Subsumptionsfehler meinen Sie doch sicher (natürlich irrtümlich) das informelle Gespräch mit dem Supermarkt – Lageristen, in dem dieser in lauter Spontanäußerungen ein umfassendes Geständnis abgegeben hat? Natürlich ohne von so etwas Lästigem wie einer Belehrung oder einer Eröffnung des Tatvorwurfs unterbrochen zu werden…

      So sind se, die Strafverteidiger – kaum hat man mal ne Lauf und kommt so richtig mit den Leuten ins Gespräch, soll man sie schon wieder abwürgen und so hässliche Worte wie „beschuldigt“ und „Schweigerecht“ in den Mund nehmen.

    7. 7
      Der wahre T1000 says:

      @jj preston: Ich kann Ihnen versichern, dass man Kokain sofort erkennt, wenn es Kontakt zur Mundschleimhaut hat. Über die Qualität dürfte das allerdings wenig aussagen.

    8. 8