Arbeitsplätze, die niemand will

Knöllchen verteilen, Hundehalter ermahnen, Radler in Parks stoppen – und jetzt auch noch das Rauchverbot in Kneipen kontrollieren: Kaum jemand erhält für seine Tätigkeiten so viele böse Blicke wie die Mitarbeiter der Ordnungsämter. Auch handfesten Aggressionen sind sie zunehmend ausgesetzt. Wie berichtet ist die Zahl der Angriffe auf Ordnungsstreifen seit 2005 kontinuierlich gestiegen. Deshalb fällt es den Bezirken schwer, genug Personal für all diese unpopulären Aufgaben zu finden.

Quelle: Tagesspiegel

Es wäre auch nicht mein Traumjob, in Neukölln oder Kreuzberg für „Ordnung“ zu sorgen. Vor dem Hintergrund, daß sich schon die Polizei in bestimmte Kieze nur noch in Mannschaftsstärke traut, habe ich durchaus Verständnis dafür, daß so ein Ordnungsbeamter einem Hundehalter im Rollbergviertel nicht unbedingt mit Freuden ein Kot-Tütchen übergeben möchte.

Übrigens: Die Bußgeldverfahren wegen Parkens in der Umweltzone ohne Plakette sind richtig selten geworden. ;-)

Dieser Beitrag wurde unter Allgemeines (Kanzlei), In eigener Sache veröffentlicht.

2 Antworten auf Arbeitsplätze, die niemand will

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    gb says:

    in diesem Punkt wird mir das Viertel sogar gleich ein wenig sympatisch – ein ‚gewisses Chaos‘ tut ja niemand weh (klar, wer seinen Koeter auf’n Buergersteig sche~ssen laesst, soll den Kack selber aufwischen ;) – aber dieses Ordnungsdienst-Gehabe geht mir doch ziemlich auf die Maennlichkeit :/

  2. 2

    Tja, warum nur?

    Ein Bekannter beobachtete vor ein paar Wochen in der brandgefährlichen Spandauer Altstadt (draußen am Tisch etwas das als Essen bezeichnet wird verzehrend) folgendes:

    Zwei solcher Mitarbeiter spazierten in der Fußgängerzone der besagten Weltstadt, ihres eigenen Weges. Ein recht kräftiger langhaariger (irgend wie „rockig“ aussehender) Herr fuhr ihnen auf einem Fahrrad ruhig entgegen. Als dieser „Rocker“ die beiden offensichtlich mit einem „Wagt es nicht“ Blickkontakt konfrontierte, wendeten sie den Blick im synchronisierten Still nach rechts. Dort fuhr auch gerade ein Fahrradfahrer ruhig durch die Altstadt. Dies nunmehr wahrnehmend (dem Herrn Rocker sei Dank) beschleunigten die beiden ihren Schritt nun merklich und gebarten dem Radfahrer laut „HALT, STOPP“ rufend Einhalt. Nunmehr wurde dieser Radfahrer belehrt das es verboten sei in der Fußgängerzone mit dem Fahrrad zu fahren und das Gefährt auch gleich, auf Straßentauglichkeit hin, sehr geflissentlich untersucht (mein Bekannter saß direkt daneben). Ergebnis: Das Fahrrad war nicht Verkehrstauglich. Die Handbremse griff nicht richtig, die Beleuchtung hinten hatte einen Wackelkontakt. Einen Strafzettel gab es jedoch nicht. Sondern lediglich eine sehr ernste mündliche Ermahnung. Als die Ordnungshüter ihren Weg fortsetzten, mein Bekannter dieses „Essen“ verzehrt hatte (mit vollem Mund spricht man ja nicht), fragte er den noch immer betroffen dreinblickenden Radfahrer zulächelnd: „Wie alt bist Du denn Kleiner?“

    Antwort: „Fast schon 12!“

    Gruß