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Kurzstrecke nur für Reiche

Geschäftsleute am Kudamm oder reiche russische Ehefrauen lassen sich per Kurzstrecke zur nächsten Edelboutique fahren. Alte Leute, die zum Arzt müssen, oder Mütter mit Kindern in ruhigen Wohnstraßen kommen doch gar nicht in den Genuss. Deshalb ist die Kurzstrecke sozial ungerecht.

Quelle: Dirk Deinert, Mitglied der Taxifahrerinnung, in der Berliner Morgenpost

Wenn ich eine reiche russische Ehefrau wäre, fände ich das gar nicht witzig. ;-)

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Empfindlich

Aus einem Haftbefehl:

Der Beschuldigte hat im Falle seiner Verurteilung mit einer empfindlichen Freiheitsstrafe zu rechnen, die nicht mehr zur Bewährung ausgesetzt werden kann.

Das ist Quatsch. Sprachlich jedenfalls. Denn nicht die Freiheitsstrafe ist empfindlich, sondern allenfalls der Beschuldigte.

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Under Cover

Heiteres Beruferaten:

undercover01

Scheibenwischer?

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Stasi-Löffel

Das war wohl nix.

Das war wohl nix

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Notruf der Woche

Der Anrufer aus Ganz-weit-weg-von-Berlin hat folgende Nachricht hinterlassen:

Ihr Schwager ist in der Reha und ist geistig nicht ansprechbar – seine Frau ist mit dem gemeinsamen Kind durchgebrannt. Die Frage ist ob die Mutter des Schwagers das Kind wieder nach Hause holen darf? Die Schwiegermutter hat die Betreuung für den Schwager.

Dies zum Thema: Mit welchen Problemen sich ein Strafverteidiger am Wochenende beschäftigt.

Gibt es irgendwelche Vorschläge?

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Carrotmob in Kreuzberg

Carrotmob, das bedeutet: Es verabreden sich so viele Menschen wie möglich, um zu einer bestimmten Uhrzeit in einem bestimmten Laden einzukaufen. Der Ladenbesitzer hat in dieser Zeit einen besonders hohen Umsatz. Einen Anteil davon, den er vorher mit den Carrotmobbern vertraglich vereinbart hat, investiert er in eine energieeffizientere Umgestaltung seines Ladens. Carrotmob heißt das Ganze, weil die Aussicht auf mehr Umsatz, ein besseres Image und einen energieeffizienteren Laden „die Karotte ist, die wir dem Unternehmer vorhalten, damit er nachhaltig wirtschaftet“, sagt Philipp Glöckler.

Quelle: Tagesspiegel

Kaufrausch in der Wiener Straße 40 bei Cengiz Kimyeci vom „Multikulti“ am heutigen Sonnabend zwischen 16 und 19 Uhr: Kaufen-Kaufen-Kaufen!

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Harte Kost

sitzverzehr

Der Hunger treibt’s rein.

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Geheimnisverrat und Misstrauen

„Ich war von der Entwicklung überrascht“, sagt Anwalt Uden, „aber wir sind gut vorbereitet.“ Schon seit Übernahme des Mandats vor eineinhalb Jahren versuche er Gelowicz vom Nutzen eines Geständnisses zu überzeugen.

Ich frage mich, ob Herrn Uden bekannt ist, daß ein Verteidiger besser nicht mit den Medien über Interna der Verteidigung sprechen sollte.

Am Dienstag nahmen die Angeklagten das Angebot nun an und berieten sich. Zwei BKA-Beamte hörten dabei zu. […] Dass die Anwälte an dieser Beratung teilweise nicht teilnehmen durften, hatte keine rechtlichen Gründe, sondern ist Ausdruck des Misstrauens mancher Angeklagter gegenüber ihren Verteidigern.

Darüber darf man sich dann aber nicht mehr wundern.

Quelle der Zitate: taz

Update:

“Mein Mandant ist halt so. Er ist nicht wirklich in der Lage, der Verhandlung zu folgen.”

So zitiert Holger Schmidt in seinem Blog „Sauerland-Verfahren“ die Strafverteidigerin Ricarda Lang.

Offenbar ist es in jenem Verfahren üblich, auf diese Weise seine Mandanten zu verraten verteidigen.

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Feiertag

Der Mandant wurde in Berlin verhaftet. Der Haftbefehl stammt aus München und mußte dem Mandanten gestern vom Berliner Haftrichter verkündet werden.

Der Mandant hat ein wasserdicht erscheinendes Alibi: Sein Lehrer bestätigt, daß er zur Tatzeit, davor und danach in Berlin, aber nicht in München war. Seine Freundin auch. Sie sagt auch, daß er in den letzten 2 Jahren nicht in München war. Sogar die Wachtmeister glauben dem Mandanten, daß er nicht dort war.

Gestern war aber Feiertag in Bayern. Daher war dort weder der zuständige Staatsanwalt, noch der bayerische Haftrichter zu erreichen.

Deswegen entschied der Berliner Richter: Er bleibt drin, bis die Bayern entscheiden, was mit ihm passiert. Das wird frühestens im Laufe dieses Vormittags passieren.

Worst case: Die Bayern wollen ihn sehen. Dann wird er nach München verschubt. Das dauert locker eine Woche. Vor dem Amtsgericht München wird dann in spätestens 14 Tagen die Haftprüfung stattfinden. In der werden die Alibizeugen gehört. Die werden auch nach München anreisen müssen.

Variante: Die Münchener Justizangehörigen nehmen den Brückentag zum Anlaß, zum Gardasee zu fahren, und stehen erst Montag wieder im Dienst. Wenn der Mandant dann Glück hat, bleibt er solange in Berlin. Mit der Option auf den worst case danach.

Und das alles, weil jemand meint, den Mandanten auf einer Lichtbildvorlage wiedererkannt zu haben.

Dem Mandanten wurde vor 5 Jahren der Besitz von 5 Gramm Marihuana vorgeworfen, aber nicht nachgewiesen. Man hat damals eine erkennungsdienstliche Behandlung durchgeführt und seine Daten, Bilder und Fingerabdrücke gespeichert. Das war seinerzeit auch in Bayern. Diese Datensammlung fällt ihm nun auf die Füße.

Die Angehörigen des Mandanten wollten das alles nicht hören. Ich mußte es ihnen trotzdem erzählen. Es gibt schönere Momente im Leben eines Strafverteidigers.

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Die Geschäftsstellen-Traktoristin

In einer Strafsache wegen Besitzes von Kinderpornographie habe ich Akteneinsicht beantragt. Die Fotos befinden sich in zwei Sonderbänden, die jeweils von einem fetten roten Aufkleber geziert werden:

Akteneinsicht nur auf der Geschäftsstelle, nicht dem Verteidiger mitgeben!

Die Mitarbeiterin der Geschäftsstelle hat diese Anweisung des Staatsanwalts übersehen und uns auch die beiden Sonderbände mit den Schweine-Pics zur Einsicht in unsere Kanzleiräume mitgegeben.

Da ich das noch im Gerichtsgebäude bemerkte, habe ich die beiden Sonderbände wieder zur Geschäftsstelle gebracht, um sie der Mitarbeiterin persönlich zu übergeben. Der Fehler, den Sie gemacht hat, sollte besser unter uns bleiben; muß ja nicht sein, daß sie deswegen einen Rüffel bekommt. Dachte ich mir.

Was denn jetzt noch? Hammse was vergessen?!

Ich stehe wie Pik-Sieben in der Geschäftsstelle und beantworte artig ihre Frage mit einem Hinweis auf die beiden roten Aufkleber. Die Dame reißt mir fast die Akten aus der Hand und faucht mich grimmig an:

Ist sonst noch was da drin, was Sie nicht brauchen?

Ein schlichtes: „Nein, den Rest nehme ich dann mit.“ und ich war froh, wieder auf dem Flur zu sein. Grußlos, eine größere Retourkutsche war sie mir nicht wert.

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