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Gestern im law blog: Kirmes
Zum Thema „Gesetzlicher Richter“ habe ich ein paar Zeilen im law blog geschrieben. Es ging um eine Karussellfahrt, an der sechs bis acht Richter teilgenommen haben und an deren Ende dann die Besetzung der 8. Großen Strafkammer des Landgerichts Hamburg feststand.
Vielleicht sollten die Hamburger Kollegen ein Stück ihrer Hanseatischen Zurückhaltung aufgeben und sich bei Augias, dem König von Elis auf der Peloponnes, erkundigen, wie man seine Hütte wieder auf Vordermann gebracht hat.
Photo: Luis García (Zaqarbal), 14. Mai 2006
Lawblog – nicht vertrauenswürdig??
Bei meiner morgendlichen Blogrundschau warnte mich heute der feurige Fuchs vor Udo Vetter:
Es war eben schon immer riskant, sich mit bloggenden Strafverteidigern abzugeben. ;-)
Bloggen in der Großkanzlei
Im (oder vom?) Enforcer waren bislang Beiträge zu lesen, die aus einer anderen Welt zu stammen scheinen: Die Welt der Großkanzleien, in der das Bloggen eher unüblich ist. Marketing wird in diesen Kreisen eben anders betrieben: Die „Innenansichten einer Litigation Abteilung“ (*) lieferten allerdings insoweit wenig Erhellendes.
Daran ist nichts auszusetzen. Denn das, was die Leserschaft vom Enforcer im übrigen geboten bekam, war in der Regel ja auch recht kurzweilig.
Eine interessante Wendung nahm das Angebot des anonymen (Hamburger?) Autoren im Juni 2010 mit dem Beginn bzw. dem Verlauf des Kachelmann-Verfahrens. Nicht mit der Häufigkeit der Rechtsanwäldin, aber immerhin bemerkenswert oft konnte ich über das strafrechtsrelevante Verhältnis zwischen Mann und Frau aus Sicht dieses Litigationisten lesen.
Nun könnte man einen Psychologen bemühen, um nach den Ursachen für diesen durchaus auffälligen Themenschwerpunkt zu fahnden. Das soll aber nicht zum Thema dieses Beitrags werden, der lediglich ein Hinweis auf eine recht lesenswerte Argumentation zum Thema Mythos 3 % – Falschbeschuldigungsquote bei Vergewaltigungsvorwürfen werden soll.
Die vom Enforcer dort verlinkten Quellen sind durchaus brauchbare Hilfen für jemanden, der nicht nur über Vergewaltigungen schreibt. Daher: Besten Dank vom kleinen Strafverteidiger in die Großkanzlei.
Liebe Blogleser,
wenn Sie morgen, am Montag, den 27.06.2011, in diesem Blog keinen neuen Beitrag bzw. überhaupt nichts mehr lesen können, dann hat Frau Eva Herman wieder einmal Recht behalten.
Und wenn Sie mich dann suchen sollten … ich bin nebenan, bei John Watson, alias „Wonko der Verständige“. Grüßen Sie den Herrn Kollegen aus Essen von mir.
So Long, and Thanks For All the Fish.
PS:
Hier ein Hinweis an alle Überlebenden.
Blog-Statistik
Ein Blick unter die Motorhaube:
Bei einem durchschnittlichen Zeitaufwand von nur 15 Minuten pro Artikel sind das 750 Stunden, die ich mit Schreiben von Blogbeiträgen verbracht habe. Als wenn ich nichts Besseres zu tun hätte. 8-)
JuraBlogs.com gesperrt
Folgende Nachricht habe ich auf Twitter gefunden:
Ich hoffe, hetzner.de hat einen guten Grund für diese Aktion. Unter den Jurabloggern gibt es mit Sicherheit den einen oder anderen Spezialisten, den Matthias Klappenbach nun um Rat fragen könnte.
Für künftige Blogbeiträge bestellt
Man will ja mitschimpfenreden. Schade nur, daß die Lieferzeit derzeit zwischen einer und drei Wochen liegt.
Scheint wohl sehr begehrt zu sein, dieser Herr Sarazin. Oder auch nicht:
Der Migrationsrat Berlin-Brandenburg protestiert gegen einen geplanten Auftritt Thilo Sarrazins beim Internationalen Literaturfestival im Berliner Haus der Kulturen der Welt.
berichtet der Tagesspiegel. Die organisierten Migranten möchten mit Herrn Sarazin nicht über das Buch diskutieren:
Nuran Yi?it, die Sprecherin des Migrationsrates Berlin Brandenburg, der sich als Interessenvertretung von Migranten in der Region versteht, sagte Tagesspiegel.de: „Wir sind dagegen, dass das Haus der Kulturen der Welt Herrn Sarrazin ein Plattform für seine rechtsnationalen und rechtspopulistischen Äußerungen bietet“.
In drei Wochen habe ich das Buch gelesen, dann rede ich mit. Vorher nicht.
Geständnis per Weblog
Das LKA ermittelt gegen mich wegen Gewaltdarstellung.
Nein, nicht gegen mich, sondern gegen einen anderen Blogger, der seinen Beitrag mit eben diesen Worten überschreibt. Er berichtet über den Brief, in dem ihm entsprechend § 163a StPO eröffnet wird, daß er einer Gewaltdarstellung nach § 131 StGB verdächtigt wird.
Selbstverständlich kann der Blogger diesen Vorwurf nun überhaupt nicht nachvollziehen. Er ist seines Wesens nach doch durch und durch Pazifist. Ein Blick in seine sonstigen Beiträge bestätigt dies.
Und weil der Blogger es nicht versteht, hat er erst einmal einen sehr richtigen Gedanken: Er möchte sich kundig machen.
Der zweite Gedanke ist allerdings ein Mißgriff in die Kiste der zur Verfügung stehenden Möglichkeiten: Er ruft genau bei der Einrichtung an, deren Aufgabe es ist, den Vorwurf zu bestätigen. Der Blogger hat Glück: Er erreicht den zuständigen Henker Ermittler nicht, sondern eine „freundliche Dame“, die seine Rückrufnummer notiert.
Der dritte Gedanke ist eher wieder von der Vernunft gesteuert, wenngleich auch noch kein Volltreffer: Der Blogger wendet sich an einen anderen, ihm wohlgesonnenen Ermittler, an einen „befreundeten LKA-Beamten aus Nordrhein-Westfalen“. Und der gibt ihm dem einzig zutreffenden Rat: Schweigen.
Und wie so Blogger eben sind: Schweigen geht ja nun gar nicht. Deshalb legt der Blogger schnell mal eben ein Geständnis in seinem Weblog ab. Öffentlich.
Selbstverständlich macht der Ermittler – „mein Kriminalkommissar“ – von dem Angebot des Bloggers Gebrauch und ruft ihn an. Ebenso selbstverständlich setzt der Kommissar das um, was er auf der Kriminalkommissar-Schule in der ersten Unterrichtsstunde gelernt hat: Wenn Du freundlich zu den Beschuldigten bist, erreichst Du wesentlich mehr, als wenn Du sie anmachst. Diese Strategie scheint auch hier funktioniert zu haben.
Ich frage mich ernsthaft, was solche Menschen, die sicherlich eine fundierte Aus- und Allgemeinbildung haben, dazu bewegt, als Schlachtvieh einen Metzger nach dem richtigen Weg zu fragen?
In zwei Wochen habe ich den Termin, der Kommissar war sehr nett und ich bin zuversichtlich.
Zuversichtlich. Aha.
… was für seltsame Menschen es doch gibt.



