Strafanzeige gegen DHL

Nachdem bereits in der vergangenen Woche zwei von DHL transportierten (nicht: zugestellten!) Pakete statt in unserer Kanzlei, im Keller des Restaurants unten in unserm Haus gefunden wurden – eines davon mit dringend benötigtem medizinischen Bedarf, das andere mit einer Gerichtsakte aus Eilenburg – hatten wir am Dienstag erneut das Vergnügen.

Die Sendungsnachverfolgung, gestartet beim Versender, ergab, daß eine Lieferung privater Natur vom dem Zusteller „zugestellt bei: Nachbar“ wurde. Auf unserem Grundstück gibt es etwa 20 Nachbarn. Tolle Wurst, wenn man statt zu arbeiten, Pakete suchen darf.

Die Sendung wurde beim Nachbarn eine Etage tiefer gefunden. Und rein zufällig zwei weitere Pakete, die der DHL-Bote unserer Kanzlei zustellen sollte: Ein fettes Paket von der Staatsanwaltschaft Cottbus und eine Akte in Ordnergröße vom Landgericht Augsburg. Zufallsfund, würde der Durchsuchungsbeamte sagen.

Wir wurden nicht benachrichtigt. Weder durch einen Zettel, noch durch den Zustellungsversuch zu einer Zeit, in der drei ausgebildete Juristen in maximal 8 Meter Entfernung von einer nervigen Klingel am ruhigen Schreibtisch saßen und arbeiteten.

Ich verspreche mir durch den brisanten Inhalt der drei justiziellen Pakete nun ein wenig mehr Interesse bei den Strafverfolgungsbehörden. Ich würde gern das Gesicht der Herrschaften bei der DHL sehen, wenn ihnen die Post vom Polizeipräsidenten zugestellt (sic!) wird, der wegen des Verdachts einer Straftat gegen Unbekannt ermittelt. Bei Strafakten, die dem Zugriff Dritter preisgegeben werden, – so hoffe ich – hört der Spaß auch für Strafverfolger auf.

Nun hat es so ein DHL-Zusteller doch wahrhaftig geschafft, daß ich versuche mithilfe der Staatsgewalt unseren Paketzugang zuverlässig zu gestalten. Aber welche Alternative hat der gemeine DHL-Kunde denn sonst?

Deshalb: Vielleicht hilft ja so ein Ermittlungsverfahren ein bisschen … ich bin gespannt und werde berichten.

Update:

Die Akten haben wir mit folgendem Text an die Gerichte in Eilenburg und Augsburg sowie die Staatsanwaltschaft Cottbus zurückgeschickt:

… zusätzlich übersende ich Ihnen noch ein Konvolut meiner Strafanzeige vom [DATUM] gegen Unbekannt. Hintergrund dieser Strafanzeige ist, daß das Paket, mit dem Sie uns die Akten zur Einsichtnahme via DHL zugesandt hatten, nur zufällig den Weg in unsere Kanzlei gefunden hat. Die weiteren Details entnehmen Sie bitte dem Text meiner Strafanzeige.

Ich rege an, daß sich Ihre Verwaltung mit dem Versender in Verbindung setzt, um in Zukunft möglichst auszuschließen, daß die Originalakten durch Vorsatz, Nachlässigkeiten und/oder Organisationsversagen irgendwann einmal verloren gehen.

Für Rückfragen stehe ich Ihnen zur Verfügung.

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Bild: © Maik Grabosch / pixelio.de

Dieser Beitrag wurde unter In eigener Sache, Staatsanwaltschaft veröffentlicht und mit den Begriffen verschlagwortet.

34 Antworten auf Strafanzeige gegen DHL

  1. 1
    markus says:

    der Kunde hat natürlich die Möglichkeit, sich an die zuständige Aufsichtsbehörde zu wenden, die ggf. auch empfindliche Bußgelder verhängen darf:
    https://www.bundesnetzagentur.de/DE/Sachgebiete/Post/Verbraucher/verbraucher-node.html

  2. 2
    HS says:

    „Strafanzeige gegen DHL“…? So eine Anzeige gegen eine juristische Person hätte ich ja gerne mal gesehen, aber sie haben im Text ja glücklicherweise klargestellt, dass die Überschrift Fake N… äh, reißerisch war. :-)

    Meiner Erfahrung nach liegt das Problem darin, dass die Unternehmen bevorzugt moderne Arbeitssklaven aus Osteuropa zum Mindestlohn anstellen, die oftmals weder die Motivation noch die sprachliche Fähigkeit haben, sich mit einem Paket bis zum Empfänger oder einem akzeptablen Platz der Ersatzzustellung durchzuhangeln. Für die Kunden ein Bug, für DHL ein Feature…

  3. 3
    Malte Sommerfeld says:

    Ich drücke die Daumen. Die BNetzA ist leider notorisch inaktiv, weshalb Aufsichtsbeschwerden sinnfrei sind. Im Übrigen könnte man als Absender mal an den zivilrechtlichen Weg denken und die Post/DHL wegen Verletzung des Transportvertrags in Anspruch nehmen.

  4. 4
    Andy says:

    Umstellen auf z.B. UPS ist keine Alternative?

    Die sind in meinem Bereich sehr zuverlässig mit der Zustellung, bezahlen ihre Mitarbeiter fair und nehmen auch Abholanträge an (falls Versender zu unflexibel ist und nur per DHL versenden will).

    Kostet mehr? Ja, aber nicht die Welt.

    You get what you pay for, das dürfte ein Anwalt als Dienstleister gut nachvollziehen können…

    • Wir haben keinen Einfluß darauf, welchen Versender die Jusitz mit dem Versandt der Akten beauftragt. Wenn wir etwas versenden, orientieren wir uns durchaus an der Zuverlässigkeit der Unternehmen, an der Qualität der Dienstleistung und erst in letzter Linie am Preis. crh
  5. 5
    Andy says:

    Das hab ich schon erwartet, aber dem Justizfritzen sagen „bitte einpacken und Abholanschrift nennen“ und denn per Alternativdienstleister den schon erwähnten Abholauftrag stellen ist nicht möglich? Ich hab damit beruflich gute Erfahrungen gemacht, weil es ja letztlich für die Versender eher noch einfacher ist), aber ich arbeite erfreulicherweise nicht mit der Justiz zusammen.

  6. 6
    Joachim Breu says:

    Der Staat vertraut dem früheren Staatsbetrieb. Das ist nachvollziehbar. Ist der örtliche Zusteller nicht zuverlässig, hilft es oft beim örtlichen Verteiler zu meckern. Oder sich diese Geschichten „gerichtslagernd“ übersenden zu lassen. Einer der letzten verbliebenen Gründe dafür, beim Heimatgericht einen „Gerichtskasten“ zu unterhalten.

  7. 7
    Christian says:

    Alternative Erklärung des Problems: http://www.der-postillon.com/2017/06/ninjas.html ;-)

  8. 8
    HugoHabicht says:

    @ Andy
    Auch bei UPS hängt alles am Fahrer. Der der hier ausfährt, ist grauenhaft. Hatte mir mal einen Zettel in den Briefkasten geworfen, „Päckchen kann da und da abgeholt werden ab 15.01.2017, 12:00 Uhr“ Abends an der angegebenen (war Spätkauf, der auf hatte) versuchte mir irgendein Mensch in irgendeiner Sprache zu erklären, dass er den UPS Menschen schon länger nicht gesehen habe. Päckchen tauchte dann irgendwann, irgendwo wieder auf. UPS, Hermes, DHL – alles die gleiche Grütze.

  9. 9

    Ist gut 15 Jahre her, da hat unser Paketbote auch immer wieder Pakete „bei Nachbarn abgegeben“, die nur mit drei Kreuzen oder einmal sogar einem Fisch (siehe auch I.C.T.U.S.) unterschrieben haben und dann „die Sendungen vermutlich in unserer Auffahrt deponierten“.
    Was besonders dann lustig, war, wenn man den gelben Wagen an zwei Tagen hintereinander erst vorfahren und dann wegfahren sieht und dann die Pakete da liegen.
    Anfrage von uns: Welcher Nachbar war es denn? DHL so: Keine Ahnung. Hamma nich notiert. Is’n Fehler, klar, iss jetze aba so.
    Strafanzeige.
    Die Staatsanwältin sah „keinen Tatverdacht“ gegen den Boten, da er zum einen täglich so viele Pakete zustellt, dass einzelne Fehler, bei denen er den Namen des Nachbarn nicht notiert, nicht ausbleiben, und zum anderen keinen Vorteil davon hätte, das Paket nicht wieder mit ins Depot zu bringen, da der Transport ins Postamt von einem anderen Fahrer gemacht würde.
    Diese Erklärung holte ich aus meinem damaligen Postfach in diesem Postamt, als gerade unser Paketzusteller dort vor der Tür stand und über einen Idioten, der ihn angezeigt hat, schimpfend, die nicht zugestellten Pakete im Postamt ablieferte.

  10. 10
    Verwirrnis says:

    Was ist denn da der Straftatbestand? Unterschlagung? Aber der DHL-Mensch behält das Paket ja nicht.

  11. 11
    riag says:

    Strafanzeige zu stellen, kann möglicherweise dazu führen, dass Ihr örtlicher Zusteller auf genau Ihre Bedürfnisse sensibilisiert wird.
    Jedoch ist das ein systematisches, durch Kostendruck ausgelöstes, in Kauf genommenes Versagen (vgl. Frontal 21 vom 13. Juni 2017).

    Deshalb wird die Anzeige bzw. die Ermittelungen nur den Zusteller treffen, der nichts dafür kann. Die Verursacher bleiben davon unberührt und freuen sich weiter über die Produktivitätssteigerung.
    Vielleicht verliert dadurch ein Arbeiter, der zum Mindestlohn, maximal zum Logistik Tarif arbeitet, seinen Job.
    Gleichzeitig fällt mir aber auch keine andere Maßnahme ein, die Verbesserung verspricht.

    • Grundsätzlich habe ich Verständnis für den Zusteller (ich habe vergleichbare und härtere Jobs für weniger Geld gemacht). Aber wenn er augenscheinlich systematisch mangelhafte Leistung liefert, ist die einzig richtig Konsequenz die rote Karte.
       
      Sie und ich können beide den sicheren Ausgang des Strafverfahren vorhersehen. Wenn aber einmal im Rahmen eines Ermittlungsverfahrens etwas intensiver auf die Organisationsstrukturen dieser Unternehmen geschaut wird, sehe ich die Chance eine Verbesserung. Jedenfalls, das sehen Sie auch so, in unserer Kanzlei.
       
      Sich über Webformulare bei DHL oder Twitter(!) – andere sinnvolle Möglichkeiten existieren nicht – zu beschweren hat keine Wirkung.
       
      Und daß hier Justizakten betroffen sind und eine Strafverteidigerkanzlei, ist hoffentlich der Katalysator für justizielle Ermittlnugen und die Vermeidung eines vorschnellen 170 II. Der mag dann später kommen, aber erstmal ein wenig Schwung in der Bude!
       
      Die Folgen einer verloren gegangenen Akte kennen Sie als Richter. Ich möchte nicht der Ansprechpartner für die Frage sein: „Wir haben Ihnen die Akte geschickt. Wo ist sie?!“ Denn das, was sich daran anschließt, ist nicht lustig.
  12. 12
    Non Nomen says:

    Bald heißt es in Justizkreisen nicht mehr Versand, sondern verschwand…

  13. 13
    Thorsten says:

    CRH ist offenbar richtig sauer!
    Aber auch zurecht!

  14. 14
    Martin says:

    Ich persönlich habe mit TNT (dem Versanddienstleister, nicht dem Sprengstoff) bessere Erfahrungen gemacht. Die Leute am Telefon sind netter und kompetenter. Leider jetzt von FEDEX aufgekauft, mal sehen, wie lange das gut bleibt….

  15. 15
    matthiasausk says:

    @martin: Der Vergleich eines Standard-Paktservice wie hier mit DHL mit einem Expressdienst wie TNT ist nicht sinnvoll. Der Preis bei TNT ist schließlich deutlich höher und dafür bekommt man auch eine ganz andere Dienstleistung.

    Bei DHL könnte man diesen Service auch gegen entprechendes Entgelt buchen – aber das tun die Absender nunmal nicht, offenbar aus zu kurz gedachten Kostenargumenten.

    Stellt sich die Frage, ob die Justizverwaltungen irgendwelche Großkundenverträge haben oder ob jede Dienststelle jedes Paket mit Normalporto versendet …

  16. 16
    riag says:

    Ich will hier klarstellen, dass ich weder Richter noch Jurist bin. Mir ist erst im Nachhinein aufgefallen, dass mein Nickname, den ich standardmäßig im Internet benutze für Juristen eine Abkürzung darstellt.

    Inhaltlich kann ich nicht nachvollziehen, dass Sie „die rote Karte“ als „einzig richtig Konsequenz“ ansehen. Die Arbeitsbelastung wird von den Vorgesetzten wissentlich und willentlich so hoch ausgelegt, dass es für den Zusteller nicht zu schaffen ist, ohne „systematisch mangelhafte Leistung“ abzuliefern. Überspitzt ausgedrückt, kann sich der Zusteller entscheiden, ob er sofort die Kündigung bekommt wenn er seine Arbeit richtig macht und deshalb die Quote nicht erfüllt, oder ob er erst die Kündigung bekommt wenn jemand Strafanzeige stellt.

    • Dann nochmal deutlich für den Nicht-Richter: Wenn auf dem Weg zu uns die Original-Akten verloren gehen, habe ich zuallererst die Arschkarte gezogen. Das kann am Ende zu dem Argument führen, daß eine zuverlässige Übersendung der Akten an unsere Kanzlei (die aus schwäbischer Sicht mitten in einem Ghetto gewaltbereiter Anarchisten liegt) nicht sicher ist und deswegen eine Übersendung nicht mehr in Frage kommt. Und jetzt kommen Sie mir nicht mit Beweislast und Versendungsgefahr.
       
      So, und dann machen Sie mir mal Vorschläge, welche Möglichkeiten ich noch habe, außer die große Glocke zu läuten, um den armen, überforderten, ausgebeuteten Zusteller (aka: Schlamper, Versager, fauler Sack – ganz nach Blickwinkel) zu schonen.
       
      Ich schreibe gleich mal noch einen Blogbeitrag, mit dem ich über die aktuelle Reaktion von DHL über meine Beschwerde berichte.
      crh
  17. 17
    Paul says:

    Sehr geehrter Herr Hoenig,
    haben Sie nicht mal auf diesem Blog geschrieben, dass Sie als Verteidiger keine Strafanzeigen stellen. Aber vielleicht war das nur in einem bestimmten Zusammenhang. Viel Glück mit dem DHL-Mitarbeiter.
    MFG

    • Ja, habe ich. Dazu stehe ich auch nach wie vor. Deswegen habe ich mich hier auch schwer getan, in diesem Fall mir mal eine Ausnahme zu erlauben.
       
      Der Hintergrund dieser Strafanzeige unterscheidet sich allerdings von den sonst üblichen Anscheißereien (Ok, das ist jetzt eine schwache Rechtfertigung …). crh
  18. 18
    Henrike says:

    Aus Kolleginnensicht erstaunt mich Ihr Verhalten. Aus Ihrem Blogeintrag spricht eine Herabstufung und Bagatellisierung unseres Justizsystems – möchten Sie allen Ernstes die ohnehin schon extrem überlastete Justiz und somit den Steuerzahler mit ihrem (ego-getriebenen?) Kleinkrieg belasten?

    • Ich bedauere aufrichtig, den Justizapparat für die Durchsetzung meiner Interessen zu nutzen. Dafür ist er nicht geschaffen. crh

    Zumal der unterstellte Straftatbestand sich nun auch nicht unmittelbar erschließt…

    • Das könnte mehrere Ursachen haben. crh

    Sie schießen mit Kanonen auf Spatzen, und das aus einer extrem privilegierten Position heraus. Was versprechen Sie sich von Ihrem öffentlichkeits- und werbewirksamen Vorgehen? – „Dem kleinen, schlecht bezahlten Zusteller hab ich’s mal so richtet gezeigt? Hehe“ ??

    • Beim nächsten Fall beauftrage ich Sie mit der Durchsetzung meiner Interessen. Sie werden das dann sicher mit Wattebällchen, Mediation und bei Lavendeltee gemeinsam mit der Beschwerdestelle (s.u.) hinbekommen. Offenbar haben Sie die Zeit für solche Spielereien. Die Rechnung schicken Sie bitte nach Ihrer Wahl der DHL oder dem Zusteller.
       
      Auch wenn mit dieser Aktion ein gewisser Werbeeffekt einhergeht: Gern verzichte ich darauf. Entscheidend ist aber – und das scheinen Sie völlig aus dem Blick zu verlieren -, daß ich meine „Privilegien“ als gut besuchter Blogger nutze, um auf Mißstände hinzuweisen, gegen die sich Unterprivilegierte (aka: „normale“ Verbraucher) kaum bis überhaupt nicht wehren können. Und ja: Ich nutze die Öffentlichkeit und mein Handwerkszeug, um Druck auf das Unternehmen zu machen. Auf dem Schmusekurs bekommen Sie Textbausteine von der DHL vor die Füße gekippt, wenn überhaupt eine Reaktion erfolgt. crh

    Gerade in Berlin Kreuzberg ist der Zusteller-Job hart, der Druck wahrlich immens, die Bezahlung miserabel und die Fahrer sind teils sogar Gewalt und Bedrohungen ausgesetzt. Da kommen Fehler vor – reden Sie doch einfach mal auf Augenhöhe mit diesem Menschen.

    • Mir kommen die Tränen! Der arme Zusteller, was hat er durchgemacht, als er viele Jahre lang uns zuverlässig die Pakete zugestellt hat, bevor er sich einen anderen Arbeitgeber gesucht hat. Aber solange er bei DHL die Schachteln verteilt hat, wars in Ordnung. Wir haben uns geduzt und uns gemeinsam über das Wetter aufgeregt, wenn wir uns begegnet sind. Seine – wechselnden – Nachfolger schaffen das nicht – in exakt demselben Umfeld.
       
      Nur nebenbei: Wenn ich lausige Qualität abliefere und meinen Mandanten mehr schade als nütze, fliege ich aus dem Job. Warum sollte es insoweit einem Zusteller anders gehen? Hat er andere Privilegien als ich? crh

    Ihre Verärgerung spreche ich Ihnen gar nicht ab,

    • Hach. Ich freu‘ mich so! crh

    aber Sie überhöhen sich hier selbst, sprechen dem Zusteller jegliche Menschlichkeit ab (denn diese machen, wie jeder, Fehler), unterstellen dem Fahrer offenbar Vorsatz (und das als Strafverteidiger!!! Ernsthaft? Und welcher § noch gleich?) und lassen jegliche Erdung vermissen.

    • Ich unterstelle nichts, sondern stelle fest: Pakete im Keller eines Restaurants, nachrichtlos hinterlegt bei irgendeinem „Nachbarn“, Ich-habe-Sie-nicht-angetroffen-Vortrag, der den Schluß zuläßt, er hat es nicht versucht. Was das ist, subsumieren andere, denen sich das erschließt. Ihnen ja nicht.
       
      Und zum Thema Erdung: Ich lebe – schon allein wegen meiner Herkunft und meinem Beruf – nicht träumend in einem Wolkenkuckucksheim. Ganz bestimmt nicht. crh

    Bzgl. Ihrer Frage „Welche Alternative hat der gemeine DHL-Kunde denn noch?“ vielleicht noch der Hinweis auf die bestehenden und für unser Steuersystem weniger kostenintensiven Alternativen: für Fälle wie den Ihren gibt es bei der DHL eine Beschwerdestelle, bei denen Sie Ihre Reklamation einreichen können. Freundliche MitarbeiterInnen kümmern sich regelmäßig um solche Fälle.

    • Komm jetzt. Das ist jetzt nicht Ihr Ernst? Haben Sie das mal versucht oder reden Sie hier wie die Blinde von der Farbe? crh

    Schönes Wochenende. Eine Kollegin.

    • Du mich auch. crh
  19. 19
    ALBA says:

    @Henrike,#18

    Ich kann crh sehr gut nachvollziehen, primär mit dem Argument „Ich bin nicht bereit, berufliche (Kosten-) Risiken einzugehen, um einen Zusteller zu schützen.“

    Die Dokumentation einer nicht-Leistung als Leistung ist im Übrigen Betrug (wenn nach oder wegen Leistung bezahlt wird), ansonsten käme auch Falschbeurkundung in Frage.

  20. 20
    ALBA says:

    @Henrike, #18
    noch wegen „Herabstufung und Bagatellisierung unseres Justizsystems“:

    Das ist klassische Feministen- oder SJW-Logik, kompletter Bullshit. Ein System (Justizsystem in D) , das zum Schutz der Werte und Normen des Zusammenlebens der Gesellschaft (! 1. Vorlesung „Grundlagen des bürgerlichen Rechts“) erschaffen wurde kann per se nicht bagatellisiert oder herabgestuft werden, wenn es zweckbestimmt (zum Schutz dieser Werte und Normen) ge-/benutzt wird. Nichts Anderes tut crh.

    Was Sie hier hingegen geben wird in Ihren Kreisen „victim blaming“ genannt.

  21. 21
    riag (kein Jurist) says:

    Natürlich haben Sie die Arschkarte gezogen wenn wichtige Akten in der Post verloren gehen. Und mir ist auch klar, dass Behörden davon ausgehen, dass die von ihnen versendete Post gegen alle existierende Realitäten innerhalb von mindestens 3 Arbeitstagen ankommen.

    Ja, in meiner derzeitigen Heimatstadt funktioniert DHL erfreulich gut. Aber da ich auch in „Ghetto[s] gewaltbereiter Anarchisten“ gewohnt habe, ist mir Ihre Situation und Ihrer Ärger nur vertraut, aber den Standort der Kanzlei, kann niemandem zum Nachteil auslegen werden.
    Jedoch die alleinige Schuldzuweisungen an die Zusteller, ist zu kurz gedacht.

    Wie im ersten Kommentar angedeutet, fällt mir auch keine bessere Lösung ein. Ich wollte lediglich darauf hinweisen, dass der Rundumschlag, auch wenn er zu kurzfristigem Erfolg führt, nicht unbedingt die Richtigen trifft und hoffe das die akas der kurzfristigen Entrüstung geschuldet sind.

  22. 22
    ALBA says:

    immer noch @#18: und hoffentlich Letztlich:

    crh hat als bezahlter Dienstleister eine Treuepflicht gegenüber (allen!) seinen Mandanten (ja, genau wie die die Steuerschlumpflöcher nutzenden Manager grosser Konzerne gegenüber ihren Arbeit-/Auftraggebern!).
    Es wird ihm nicht bewusst gewesen sein, aber es war seine *Pflicht*, robust vorzugehen.

  23. 23
    Mirco says:

    Tja, ist nun DHL schuld oder der Zusteller oder doch eine Verwaltung, die einen komischen Dienstleister für eine B-Dienstleistung beauftragt hat?

  24. 24
    Ben says:

    Ich kriege immerhin Paketbenachrichtigungen (und ich bin meistens auch wirklich nicht da). Nachdem ich mich schon mehrfach in der 2 km entfernten Postfiliale angestellt habe, hatte ich anschließend ein Paket für meine Nachbarn (gleicher Nachname – nicht verwandt) in der Hand. Die Zusteller schreiben halt nur den Nachnamen auf den Zettel und bis sie am Briefkasten sind wissen sie den Vornamen schon nicht mehr. (ich werde mal versuchen die Nachbarn zu briefen). Ist mir bisher aber nur bei DHL passiert (und da mehrfach – obwohl die masse meiner DHL-Sendungen zur Packstation geht)

  25. 25
    Ben says:

    Gedankenfehler im vorherigen Beitrag: wenn die Sendung zur Filliale geht können die Zusteller den Vornamen ja gar nicht im Treppenhaus vergessen da sie da ja gar nicht sind (und das Paket noch in der Hand haben)

  26. 26
    matthiasausk says:

    @Henrike: Sie wissen aber schon, daß dem Absender ein Zustellnachweis vorliegt, der Absender daher davon ausgeht, daß die Akten bei crh liegen?
    Und daß im Extremfall ein Absender annehmen könnte, daß das Nichtvorhandensein der Akten nur ein ganz mieser Verfahrenstrick von crh sein könnte? Und daß der Absender dann auch crh in irgendeiner Form (in welcher, wissen Sie als „Kollegin“ sicher viel besser als ich) in die Mangel nehmen (oder es zumindest versuchen) könnte?

    Hier handelt es sich definitiv nicht um einen einmaligen Vorgang, über den man evtl -da glücklich ausgegangen- nochmal hinwegsehen könnte! Hier handelt es sich offenbar um ein systematisches und zielgerichtetes Vorgehen des Zustellers – und dagegen muß crh -aus aus reinem Selbstschutz und natürlich zum Schutz seiner Mandanten- in geeigneter Weise vorgehen. Das Vorgehen gegen den Zusteller und nicht gegen DHL ist richtig – denn sicherlich istDHL fein raus, weil DHL nachweisen kann, daß es Vorschriften gibt und der Zusteller regelmäßig geschult ist.

    Und gerne auch öffentlich, dann stehen die freundlichen Mitarbeiter der „Beschwerdestelle“ (die übrigens immer darauf verweisen, daß bitteschön der Absender reklamieren möge, nicht der Empfänger) wenigstens zur Beschwichtigung von Henrikes aller Art zur Verfügung.

    Ich als Verbraucher bin crh jedenfalls dankbar, daß er so vorgeht, kommt endlich mal richtig heiße Luft in die Bude! Und wer weiß, vielleicht bessert sich ja was …

  27. 27
    Börni says:

    Henrike ist das neue Silke.

  28. 28
  29. 29

    […] Kanzlei Hoenig, Berlin: Strafanzeige gegen DHL (via +Holger Koepke […]

  30. 30
    -thh says:

    „Die Sendungsnachverfolgung, gestartet beim Versender, ergab, daß eine Lieferung privater Natur vom dem Zusteller „zugestellt bei: Nachbar“ wurde.“

    Das ist ja auch grundsätzlich (freilich nur bei Nichtantreffen) zulässig, es sei denn, der Adressat widerspricht dem ausdrücklich. Das klappt zwar – erwartungsgemäß – auch nicht zuverlässig, aber: haben Sie das überhaupt getan?

    Ungeachtet dessen werden Sie Ihr – angebliches – Ziel mit einer Strafanzeige aller Voraussicht nach nicht erreichen können. Niemand wird da „etwas intensiver auf die Organisationsstrukturen dieser Unternehmen“ schauen; es ist ja nicht so, dass „abhandengekommene“ Pakete oder, (schlimmer noch und) gerade bei privaten Postdienstleistern, Postsendungen einschließlich förmlicher Zustellungen ein obskurer Ausnahmefall wär4en. Klar, das ist nur ein geringer Bruchteil der Gesamtmenge, aber dennoch das tägliche Brot auch der Strafverfolgungsbehörden. DHL ist da im Vergleich selten vertreten. (Und auch der Support von DHL, jedenfalls über Social Media, ist unvergleichlich besser als der der Mitbewerber.)

    Es gibt zwei Möglichkeiten: Das Verfahren wird nach § 170 Abs. 2 StPO erledigt, oder es endet mit einer Einstellung nach §§ 153, 153a StPO oder einem Strafbefehl gegen den Zusteller, denn wenn er Sendungen (nachweislich) gar nicht auszuliefern versucht, sondern direkt „irgendwo“ ersatzzustellt oder abstellt, hat er sie im Sinne des § 206 Abs. 2 Nr. 1 StGB aus dem ordnungsgemößen Postverkehr entfernt (Postunterdrückung). In jedem Fall treffen Sie den Zusteller, nicht das Unternehmen.

    Das ist im Übrigen ja auch völlig in Ordnung. Es passt nur nicht zu Ihrer zur Schau gestellten Haltung des Strafverteidigers, der niemals selbst Anzeige erstattet (außer er tut es) und Verständnis für die prekären Arbeitsverhältnisse im Post- und Paketdienstsektor hat (außer deren Folgen betreffen ihn unmittelbar).

  31. 31
    Knud Hanssen says:

    Was soll der Scheiß? Wir haben ähnliche Probleme mit unseren DHL Boten gehabt. Daraufhin haben wir mit ihm persönlich gesprochen und das Problem geklärt. Seid dem läuft das rund – bis zur nächsten Einstellung eines neuen Paketzustellers. Das Problem ist nicht die Sprachkenntnisse der Zusteller sondern die Arbeitsbedingungen von DHL. Massiver Zeitdruck!

  32. 32
    Signore Rigoletto says:

    „Sie und ich können beide den sicheren Ausgang des Strafverfahren vorhersehen. Wenn aber einmal im Rahmen eines Ermittlungsverfahrens etwas intensiver auf die Organisationsstrukturen dieser Unternehmen geschaut wird, sehe ich die Chance eine Verbesserung.“

    Dass intensiver auf die Organisationsstrukturen geschaut wird, bezweifele ich stolz und kühn.

    Sonst entstehen bei der Justiz durch Brief verschicken demnächst Kosten von vllt. 1,50 statt 0,70 EUR, für Paket verschicken 20 statt 5 EUR

  33. 33
    Der Dude says:

    @Börni
    Bleibt nur zu hoffen, dass Silke jetzt nicht dem armen Paketzusteller ihre Hilfe als Zeugin anbietet..

  34. 34
    Michael says:

    DHL bereitet den Online-Händlern derzeit leider auch erheblichen Kummer, siehe http://www.sellerforum.de/ecommerce-versand-logistik-im-export-f9/dhl-verluste-t49034.html

    Schlechtleistung gehört leider zum Tagesgeschäft und was macht DHL?

    Die schaffen die Zustellbenachrichtigungen auf Papier für „vollständig registrierte Kunden“ ab. Der Paketempfänger hat sich dafür nicht aktiv bewerben müssen, sondern DHL liegen die Daten von früheren Kundenaktivitäten vor. Ich habe meine Daten in paket.de erstmal aktualisiert – nicht, dass die veraltete Adresse dort noch zum Problem wird.