Kultauto und Szenekneipe

Damit die Hipster und Touristen nicht nur einfach in der Ankerklause herumhängen, sondern auch was zu sehen haben:

Kultauto und Ankerklause 550x386 Kultauto und Szenekneipe

Eigentlich stehen an dieser Stelle stets irgendwelche Autos der 1.500-Euro-Kategorie, die der eine Hartz-IV-Empfänger an den anderen verkaufen will. Deswegen sind dort freie Stellflächen äußerst knapp.

Als ich aber heute (Feiertags-)Morgen gegen 8 Uhr vorbeikam, lagen die Gebrauchtwagenhändler wohl noch in den Federn und suchten nach den Kopfschmerztabletten. Das bedeutete: Logenplatz für die Wanne. Yeah!

Bis Montag, denn wochentags dürfen dort nur noch mit Parkscheibe Autos verkauft angeboten werden. Dann mache ich wieder Platz für das seriöse Volk der Nebenverdienstler.

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Bedauernswerte Suchtkranke

Ich wurde von einem zornigen Kollegen gewarnt, bevor ich die Tür öffnete, aus der mir eine olfaktorische Melange aus Stoffwechselendprodukten und den Abgasen einer Verbrennung entgegen schlug.

Offenbar hatte es ein Besucher des Kriminalgerichts nicht mehr ausgehalten und sich über die freundliche Bitte des Hausrechtsinhaber hinweg gesetzt:

Arme Raucher 550x872 Bedauernswerte Suchtkranke

Nein, mich stört der kalte Rauch nicht sonderlich. Ich bin nach dem Ende meiner Karriere als Van-Nelle-Zware-Shag-Konsument nicht zum militanten Nichtraucher geworden.

Mit tun nur die armen Menschen Leid, die ob ihrer Sucht ihre Würde aufgeben und dort rauchen müssen, wo andere Menschen ihre dampfenden Gedärme entleeren.

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Späte Rache

In der Anklageschrift in einem Schwurgerichtsverfahren geht es um einen Vorfall, der sich Anfang 2014 zugetragen haben soll. Den Angeschuldigten W und B wird vorgeworfen einen Mord begangen zu haben.

Kurz nach Mitternacht sollen W und B zufällig in einer Bar das spätere Tatopfer O getroffen haben. Der W sei schon längere Zeit dem O hinterher gewesen, angeblich motiviert von einem Rachegedanken: Denn O soll - so vermutet die Staatsanwaltschaft - in den neunziger Jahren mit der nach islamischen Recht angetrauten Frau des W eine deflorative Affäre gehabt haben.

In den neunziger Jahren! Manche Sachen verjähren offenbar auch nach 20 Jahren noch nicht.

Weiter heißt es dann in der Anklageschrift, daß W den B dazu aufgefordert habe, den O zu töten. Ob das allerdings so zutrifft, wie die Staatsanwaltschaft sich das vorstellt, wird sich in der Beweisaufnahme noch zeigen. Denn das, was von der Anklagebehörde weiter ausgeführt wird, ergibt sich gar nicht so eindeutig aus der Ermittlungsakte:

Die Staatsanwaltschaft trägt nun das weitere Geschehen so vor: W und B hätten die Bar schon verlassen, als O sich dann auch auf den Weg nach Hause gemacht habe. Kurz nachdem sich O in sein Auto gesetzt habe, soll B die Fahrertür wieder geöffnet und sechs Schüsse abgefeuert haben. Drei der Projektile haben nach Darstellung des Verfassers der Anklageschrift den O in den Kopf getroffen, der kurz darauf an Hirnverletzungen und Schädelbrüchen verstorben sein soll.

Die Schilderung des unmittelbaren Tathergangs mag irgendwie schon zutreffen. Die Hintergründe und die Tatbeteiligung der beiden Angeschuldigten könnten aber auch die angewandte Vorurteilsforschung einer Strafverfolgungsbehörde sein. Man weiß es nicht ... Vielleicht hatte der von der Springerpresse zitierte Pressesprechers der Polizei - „Es riecht sehr nach organisierter Kriminalität.“ - aber auch das richtige Näschen. Das wird man in der Beweisaufnahme vor der Schwurgerichtskammer hoffentlich klären können. Bisher sind mal 15 Hauptverhandlungstermine angesetzt.

Fest steht aber: Die Bilder vom Inneren des Fahrzeugs sind nichts für zart besaitete Gemüter.

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Nutzlose Zeiträuber: Advogarant

Die Herrschaften des von Rechtsanwalt Joachim Höhl und Wolfgang Hoss geführten Unternehmens Advogarant können es nicht lassen. Sie scheinen nachhaltig weiteren Rechtsanwälten mit unerwünschten Werbeanrufen - Cold Calls - gehörig auf die Nerven zu gehen. Ich hatte bereits mehrfach über die unseriösen Geschäftspraktiken des kalten Spammers berichtet.

In der vergangenen Woche traf hier folgender Erfahrungsbericht eines genervten Kollegen ein:

wollte nur kurz mitteilen, dass ich heute einen Anruf (sog. „Kaltakquise“) eines Herrn Millering von der AdvoGarant erhalten habe, der eigentlich recht vernünftig klang, aber ...

Ich habe dann 5 verschiedene „Referenz“kollegen angerufen, die mir unisono mitteilten, dass sie die Kosten noch nicht reinspielen konnten, angeblich lt. Advogarant, weil sie sich zu passiv verhalten hätten. Aus dem Vertrag käme man schwer heraus.

Die Vermutung liegt also nahe, daß die von Höhl und Hoss geführte AdvoGarantService GmbH aus der Karnevalshochburg eigentlich nur folgenden „Service“ advogarantiert: Unerwünschte Anrufe, verschwendetes Geld und Ärger bei der Vertragsabwicklung.

Ich meine, daß der Kollege inhaltlich durchaus Recht hat, wenn er den Laden und seine Mitarbeiter als „Zeiträuber“ bezeichnet, auch wenn dieser Begriff unter strafrechtlichen Gesichtspunkten eher nicht zutrifft. Ich würde das Geschäftsführer-Pärchen der Advogarant eher als nutzlose Nerven- und Körperverletzer bezeichnen.

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Geschwurbelte Begutachtungstextbausteinverwendung

654180 web R K by lichtkunst.73 pixelio.de  250x164 Geschwurbelte BegutachtungstextbausteinverwendungDer Dichter eines großes (ost-)deutschen Begutachtungsunternehmen hat einen neuen Textbaustein entwickelt.

Mit diesem Werk versendet der Dienstleister die Produkte der Gutachtertätigkeit als Anlagen zu eMails in das weltweite Netz. Unter anderem auch zu uns nach Kreuzberg:

Sehr geehrte Damen und Herren,

anbei übersenden wir Ihnen die in Ihrem Auftrag oder mit der Bitte um Versand an Sie von unserem Hause erstellte Dienstleistung incl. Anlagen.

Ob die Sachverständigengutachten von der gleichen Qualität sind, müssen dann andere beurteilen.

Nebenbei, aber wichtig:
Einen Vorschlag an die Dichter: Bei eMails, die an unsere Kanzlei geschickt werden, kann die Phrase „in Ihrem Auftrag“ ersatzlos gestrichen werden. Unsere Mandanten beauftragen, wenn sie unserem Rat folgen, andere Sachverständige, die nicht im Auftrag von Versicherern arbeiten.

Denn wir vertreten die Ansicht, daß die Höhe des (Unfall-)Schadens nicht von demjenigen geschätzt werden sollte, der den Schaden hinterher auszugleichen hat. Wir arbeiten mit unabhängigen Gutachten zusammen.

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Bild: lichtkunst.73 / pixelio.de

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Kosten des Ausdrucks digitalisierter Akten

616087 web R K by Thorben Wengert pixelio.de  250x166 Kosten des Ausdrucks digitalisierter Akten Vor dem Landgericht Düsseldorf hatte es ein Umfangstrafverfahren gegeben. Rund 380.000 Blatt Akten wollten und mußten in diesem Verfahren berücksichtigt werden. Anders als es der Brandenburger Brauch will, haben die Düsseldorfer die Akten digitalisiert und den Verteidigern eben in dieser Form zur Verfügung gestellt.

Auf Antrag der Verteidiger hat das LG Düsseldorf festgestellt, dass zur sachgemäßen Durchführung der Verteidigung ein Komplettausdruck der in elektronischer Form zur Verfügung gestellten Verfahrensakte erforderlich sei. Die Verteidiger hatten daraufhin Anträge auf vorschussweise Festsetzung entstandener bzw. voraussichtlich entstehender Auslagen in Höhe von bis zu 67.000 Euro pro Pflichtverteidiger für den Ausdruck gestellt.

Das fand das OLG Düsseldorf dann doch ein wenig zu heftig und hat entschieden, dass ein Verteidiger keinen Anspruch auf Ausdruck einer kompletten e-Akte hat, wenn ihm diese dauerhaft in digitalisierter Form zur Verfügung steht. Immerhin sind dann doch noch 14.043,79 Euro festgesetzt worden.

Das LG Düsseldorf hatte den Verteidigern bereits digitalisierte Akten zur Verfügung gestellt. Die Entscheidung ist nicht übertragbar auf den in Brandenburg üblichen Fall, daß die Akten in Pappendeckeln an die Verteidiger herausgegeben werden. Die Kosten für das Kopieren der Akten durch die Verteidiger sind zu erstatten. Bei 380.000 Blatt wären das runde 57.000 Euro. Pro Verteidiger!

OLG Düsseldorf, Beschluß vom 22.09.2014, Aktenzeichen: III-Ws 236/14 u.a. (Weitere Informationen dazu frei zugänglich bei Juris)

Besten Dank an Rechtsanwalt Dr. Martin Bahr für den Hinweis auf diese Entscheidung.

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Bild: Thorben Wengert / pixelio.de

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Halbzeit

Ich hatte den Mandanten wie vereinbart um die Hereingabe eines Vorschusses auf das Honorar für die Verteidigung in der Hauptverhandlung gebeten. Auf den Cent genau ging die Hälfte der zuvor anstandslos akzeptierten Vergütung ein. Kommentarlos.

Nun überlege ich, welche Hälfte der Verteidigung ich liefere: Gehe ich zu Beginn des Termins ins Gericht und beende meine Tätigkeit etwa nach der Hälfte der Beweisaufnahme. Oder komme ich zwei Stunden später und bleibe bis zum Schluß.

Aber vielleicht überlasse ich dem Mandanten auch die Wahl ...

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Hoenig unterliegt im Zivilprozeß

Damit das mal klar ist: Einen Strafverteidiger verklagt man nicht! Jedenfalls dann nicht, wenn man eigentlich wissen sollte, daß dieser Strafverteidger einen ganz hervorragenden Kollegen kennt, der sich unter wenig anderem auf das Recht der neuen Medien spezialisiert hat:

Hoenig verliert Hoenig unterliegt im Zivilprozeß

Besten Dank an Rechtsanwalt Dr. Martin Bahr aus Hamburg für die professionelle und erfolgreiche Prozeßführung.

Über den Inhalt dieses Verfahrens - warum mich der ehemaliger Imbiss-Mitarbeiter und jetziger Schauspieler Heinz Hoenig verklagt hat - werde ich in Kürze berichten.

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Die Anfrage der Woche

Eine eMail aus der Kategorie „Mal-eben-einen-Anwalt-beauftragen“:

Durch eine sehr unglückliche Kombination, Schriftstücke nur zu überfliegen, eine zu abwartende Haltung, Urlaub und reichlich Arbeit meinerseits, habe ich mich nun leider in eine Situation gebracht, die ein Handeln in letzter Minute erfordert.

Anlage: 8 PDF-Dokumente, 3,6 MByte.

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Ausgezeichnet: Eisdiele und Strafverteidiger

Ausgezeichnet 175x250 Ausgezeichnet: Eisdiele und StrafverteidigerEs gehört zum Ritual unserer Mittagspausen: Nach dem Essen gibt’s ein Eis. Und nicht irgendeins, sondern ein ausgezeichnetes Eis.

Aber nicht nur Eismänner und -frauen werden prämiert, sondern auch Strafverteidiger.

Der Focus hat mal wieder umgefragt, dieses Jahr im erlauchten Kreise der Rechtsanwälte dieser Republik. Und diese Rechtsvertreter vertraten die Ansicht, ich sei auszuzeichnen.

Dieser Ansicht haben sich die Journalisten des Focus angeschlossen:

Focus 2014 550x780 Ausgezeichnet: Eisdiele und Strafverteidiger

Ich bedanke mich ganz herzlich für das mit dieser Auszeichnung verbundene Lob der Arbeit unseres Kanzlei-Teams; ohne die Unterstützung unserer kompetenten Kanzlei-Mann- und Frauschaft wäre es ganz sicher nicht gelungen, die sonst so kritischen Kollegen davon zu überzeugen, daß wir hier stets eine solide Qualität abliefern.

Liebe Kollegen, liebe Focus-Redakteure: VIELEN DANK! Wir werden alles daran setzen, auch in Zukunft dieser Empfehlung gerecht zu werden.

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