Rocker

Zum Abschied ein Händeschütteln

Die taz war bei den Hells Angels zu Besuch. Nadine Lange wagte sich am Wochenende ins Clubhaus am Spandauer Damm.

„Interviews gibts keine, Fotos auch nicht“, lautet die Ansage.

Hatte Frau Lange etwas anderes erwartet? Offenbar, denn ihr Bericht endet mit dem Protokoll einer Enttäuschung:

Die meisten Fragen zu den Hells Angels sind tabu, Antworten gibt es nur wenige. „Wer bei uns mit Drogen dealt, fliegt raus“, sagt Thomas. Dann kommt das Essen.

Sie gibt nicht auf und wartet geduldig.

Später Nachmittag. Der Mann, der mit der Presse sprechen könne, sei jetzt da, sagt Thomas, reden will er aber nicht.

Da kommt also eine Journalistin, die für ein linkes Ökoblatt schreibt, das sich für die klimaschonende Abschaffung der Heizpilze und flächendeckende Tempo-30-Zonen einsetzt, klingelt bei den Angels und will einen auf Hunter S. Thompson machen? Sonntags. Vormittags. Nach einer Party am Samstag. Ein Interview mit Rockern.

Irgendwie nicht von dieser Welt ...

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Rocker in Potsdam

Am Wochenende sind sich im beschaulichen Potsdam Member des Gremium MC und ein paar Hells Angels (oder umgekehrt) erstmals recht unfreundlich begegnet.

Die Angels haben sich erst im Frühjahr in Potsdam mit einem neuen Chapter niedergelassen. Der Zoff zwischen ihnen und den Bandidos hier in Berlin scheint sich nun auch auf die Nachbarstadt zu erstrecken. Dort sind bekanntlich die Schwarz-Weißen zuhause, so daß es diesmal über die Bandidos nichts zu berichten gibt:

Am frühen Sonntagmorgen war es nach bisherigen Erkenntnissen vor einer Gaststätte in Potsdam-Babelsberg zu dem tätlichen Übergriff gekommen, bei dem der 40-Jährige und ein 35-Jähriger verletzt wurden. Der Jüngere hatte Stiche am Oberarm davongetragen. Beide gehören laut „Potsdamer Neuesten Nachrichten“ dem Gremium MC an. Am Nachmittag bremsten dann - laut Polizei vermutlich aus Rache - rund zehn Männer auf Motorrädern im Potsdamer Stadtzentrum einen Wagen aus, holten den Fahrer heraus und schlugen ihn zusammen.

berichtet die Berliner Morgenpost.

Es war auch die Rede vom Einsatz einer Schußwaffe. Jedoch: Nichts Genaues weiß man nicht. Die Rocker beider Seiten schweigen sich - wie üblich - aus. Deutlich wird allerdings: Die Hells Angels scheinen zur Zeit mächtig unter Druck zu stehen. Es wird die nächste Zeit sicherlich nicht ruhiger werden in der Szene.

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Kontrollen bei den Bandidos

Es soll eine Schlägerei stattgefunden haben, teilt man der Polizei mit. Als die Beamten am Samstag vor Ort in der Buttmannstraße im Wedding eintrafen, war die Messe allerdings schon gesungen und keiner der Pastorensöhne mehr anwesend.

„Ersten Ermittlungen“ zufolge sollen Bandidos an der Auseinandersetzung beteiligt gewesen sein, deswegen wurden zweite Ermittlungen durchgeführt - im Clubhaus der Bandidos in der Residenzstraße in Reinickendorf. Aber auch dort wurde die Polizei nicht weiter fündig. Es werden wohl noch weitere Ermittlungen stattfinden müssen.

Tags darauf, am Sonntag, waren die Beamten ein weiteres Mal bei den Rockern zu Gast, diesmal auf der Party der Bandidos MC Eastgate in Gesundbrunnen anläßlich des 8-jährigen Bestehens. 140 Beamte wurden quasi als Türsteher tätig und kontrollierten jeden, der auf das Gelände wollte.

Hier konnten die Beamten die übliche Beute machen: Ein per Haftbefehl gesuchter Geburtstagsgast wurde festgenommen, zwei Motorräder wurden sichergestellt sowie ein paar Waffen und ein wenig
Betäubungsmittel. Eigentlich nichts, worüber man sich aufregen sollte.

Aber die Stimmung nach den Vorfällen in Ludwigsfelde und Eberswalde ist doch etwas gereizt, möchte man sagen ...

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Kriegsbeil

Hells Angels und Bandidos gehen wieder aufeinander los. In der Nacht zu Sonntag schlugen Motorradrocker in Brandenburg einem feindlichen Rocker ein Bein ab.

berichtete die Berliner Morgenpost.

Vor gut zwei Wochen wurde ein Klubhaus der Chicanos, Supporter der Bandidos, zerlegt.

Am vergangenen Wochenende waren es vier Hells Angels Nomads, die in der Nähe der Autobahnabfahrt Eberswalde unterwegs waren und angegriffen wurden. Einer der vier Rocker war der Präsident des Clubs, dem anderen fehlt ein Bein.

Das sieht nicht danach aus, als wenn’s damit erledigt wäre.

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Unverträglich

Wegen Geheimnisverrats wurde ein Oranienburger Polizist gestern zu einem Jahr und sechs Monaten Freiheitsstrafe verurteilt. Die Strafe wurde für drei Jahre zur Bewährung ausgesetzt. 5000 Euro muss der Angeklagte als Bewährungsauflage zahlen.

berichtet heute die Märkische Allgemeine.

Das allein wäre noch keine Mitteilung hier im Blog wert. Doch angeblich steckt mehr dahinter:

Der Polizist soll dem Bericht zufolge dem FDMC angehören. Wer damit gemeint ist, darüber schweigt sich der Autor aus. Ob es sich dabei um den „Fratres Damnati MC“ handelt, wie gut unterrichtete Kreise kolportieren ...

Rocker und Polizeibeamter, das scheint nach Ansicht der Verwaltungen und der Gerichte nicht kompatibel zu sein.

Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

Danke an die Donnerkatze für den Hinweis auf den Artikel.

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Referendar on wheels

referendar

Danke an Tobias für den Wannen-Einsatz.

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Alles friedlich in der Straßenbahn

Erwartungsgemäß friedlich ging es am Wochenende in Potsdam zu. Nur 100 Angels statt der erwarteten 400 kamen zur Party. Da hatte die Polizei natürlich mehr Zeit für jeden Einzelnen:

fototermin

Foto: ddp (Ausschnitt)

Ich frage mich, warum sich die Jungs „freiwillig“ vor die Digiknipse stellen.

Im übrigen wurde auf einer Zufahrtsstraße jedes Fahrzeug kontrolliert; auch die dort verkehrenden Straßenbahn. Es war zwar nicht das Wetter zum Moppedfahren, aber eine Anreise zum Rockertreffen per ÖPNV: Also, soweit geht’s nun nicht!

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Angels Party in Potsdam

Die Sicherheitsbehörden in Brandenburg bereiten sich zurzeit auf das wohl größte Rocker-Treffen in der Geschichte der Landeshauptstadt [Potsdam] vor. Nach Informationen aus Polizeikreisen soll am 28. März in der Teltower Vorstadt eine Party des Hells Angels MC steigen. Hintergrund der Veranstaltung soll die Gründung einer Ortsgruppe (Charter) des weltweit agierenden Motorrad-Clubs sein.

Quelle: Morgenpost

Die Party soll angeblich im Veranstaltungshaus Blauhaus an der Heinrich-Mann-Allee stattfinden. Erwartet werden Hells-Angels-Gruppen aus dem gesamten Bundesgebiet. „Wir rechnen mit bis zu 400 anreisenden Rockern“, teilte die Polizei der Morgenpost mit.

Die Überschrift des Artikels in der Morgenpost paßt allerdings nicht zu den ansonsten meist gut recherchierten Berichten aus der Rocker-Szene. Da scheint wohl mal wieder irgend einer aus der Morgenpostredaktion auf dem niveaulosen Boulevard unterwegs gewesen zu sein.

Mit Randale ist nicht zu rechnen. Schreibt die Mottenpost Morgenpost. Trotzdem wird mal wieder alles gescannt was nach einem Kennzeichen aussieht. Die automatischen Kennzeichenkontrollen werden dann wieder zu spannenden Zufallsfunden führen, kaum bei den Partygästen, wohl aber beim Publikum und sonstigen Unbeteiligten. Axtstiele, Quarzsandhandschuhe und Messer sollte man an jenem Wochenende besser nicht bei sich führen, wenn man im Großraum Potsdam unterwegs ist.

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Bandido vs. Bandido?

Ein Streit zwischen zwei Rockern endete am Sonnabend tödlich. Beide hatten in einer Bar an der Klemkestraße in Reinickendorf getrunken und sich gestritten. Gegen 13.30 Uhr [am Samstag. crh] stach der 50-jährige José M. mit einem Messer auf seinen Kontrahenten ein. Olaf G. (44) starb am Tatort, der Täter ließ sich von der Polizei festnehmen. Worüber sich die beiden im „Fly Inn“ gestritten haben, ist unklar. Der Spanier José M. und Olaf G. sollen Unterstützer der Rockergruppe „Bandidos“ sein.

Quelle: Tagesspiegel

Ob die beiden tatsächlich Bandidos waren, wollte die Polizei zunächst nicht bestätigen. Allerdings sollen unmittelbar nach der Tat ca. 20 Bandidos zur Stelle gewesen sein.

Die Rede ist davon, daß der getötete Olaf G. Member der Malos Hombres war, einem Supporter-Club der Bandidos. Das Guest-Book auf der Website der Hombres spricht dafür.

Die Bandidos distanzieren sich auf ihrer Website mit deutlichen Worten von dem Gerücht, daß Jose M. einer der ihren ist.

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Plädoyers in Kiel

In der Sache gegen den Nazi, dem man eine gefährliche Körperverletzung zulasten zweier Angels zur Last gelegt hat, wurden gestern vor dem Landgericht Kiel bereits die Schlußvorträge gehalten:

Die Staatsanwaltschaft sah es als erwiesen an, dass der angeklagte rechtsmilitante Neo-Nazi und ehemalige NPD-Funktionär Peter B. am Morgen des 29. August 2008 mit je einem Messerstich gegen die “Hells Angels” Dennis K. und Sascha B. den Tatbestand der vorsätzlichen gefährlichen Körperverletzung mittels einer Waffe und einer das Leben gefährdenden Behandlung erfüllte und ohne einen Rechtfertigungsggrund sowie schuldhaft handelte. Staatsanwältin Füssinger beantragte, angesichts einer Fülle strafschärfender Gesichtspunkte, eine Freiheitsstrafe von 5 Jahren und 6 Monaten zu verhängen.

Die Verteidigung plädierte auf Freispruch. Peter B. habe zugunsten seines Freundes, dem Zeugen Ralf D., in Nothilfe - dem Äquivalent zur Notwehr - und damit gerechtfertigt gehandelt. Die Verteidiger Horst Terjung und Christian Bangert brandmarkten den Hauptbelastungszeugen der Anklage, einen Justizwachtmeister des Amtsgerichts aufgrund mutmaßlicher Verbindungen zu den “Hells Angels” als vollkommen unglaubwürdig. Die Staatsanwaltschaft habe sich darüber hinaus bei den Ermittlungen von der Identität der Beteiligten blenden lassen, “eingleisig und unzureichend” gearbeitet. Die “Hells Angels” um den Dennis K. hätten die tätliche Auseinandersetzungen begonnen, um die Scharte auszuwetzen, die bei dem Angriff auf diesen im März 2007 in der Kieler Discothek “Mausefalle” entstanden sei.

Quelle und weitere detaillierte Infos über den Prozeß: kiel211

Erfahrungsgemäß werden die Ermittlungsmethoden von Polizei und Staatsanwaltschaft immer dann von der Verteidigung heftigst kritisiert, wenn sonst keine Substanz vorhanden ist. Das endet meist in einer Verurteilung und führt in der Folge ins Rechtsmittel.

Das Revisionsgericht schaut sich dann die Ermittlungen noch einmal an (wenn sie denn von der Verteidigung in der erforderliche Form zum Prozeßgegenstand gemacht wurden, was nicht ganz so einfach ist), stellt oft Fehler fest, die aber meist nicht zur Unverwertbarkeit der Ermittlungsergebnisse führen. Das Urteil des Instanzgerichts wird gehalten.

Ich bin gespannt, was die Strafkammer des Landgerichts nun in der Beratung auswürfelt.

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