Medien
Starrsinnige Grenzüberschreitung
Einmal mehr hat sich Alice Schwarzer einen Satz heiße Ohren gefangen:
Abermals wurde gerichtlich bestätigt, dass Frau Schwarzer mit ihren Äußerungen nicht nur die Grenze des gerade noch Zulässigen austestet, sondern diese immer wieder bewusst überschreitet.
berichtete die Kanzlei Höcker am 26.04.2012, die Herrn Jörg Kachelmann medienrechtlich vertritt.
Ich weiß nicht, was diese Frau geritten hat, immer wieder auf’s Neue dummes Zeug zu verbreiten „in nicht hinzunehmender Weise das Persönlichkeitsrecht von Jörg Kachelmann“ zu verletzen.
Und ich weiß auch nicht, wie lange die alte Frontkämpferin in Sachen Frauenbewegung das finanziell durchsteht. Für einen Schnäppchenpreis sind solche Geschichten, die das Landgericht schreibt, ganz bestimmt nicht zu bekommen.
Ist das der Altersstarrsinn, den wir alle mit zunehmendem Alter erwarten müssen?
Schau mal Dieter ...
Dieter Streisand Bohle hat mit dem merkantilen Minderwert seiner Persönlichkeit ein Problem. Ein Drogenhändler karikiert diesen Unterschichtsclown. Das geht ja nun gar nicht. Und deswegen schießt das Supertalent aus allen Rohren der Kanalisation.
Der Kollege Markus Kompa, der offenbar schon einmal Kontakt mit dem Titanoid hatte schreibt in seinem Blog:
Nun also [...] jammert [Bohlen] vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte rum, obwohl man sich dort um wichtigere Angelegenheiten als die Eitelkeit eines Subjekts kümmert, das selbst die Persönlichkeitsrechte seiner Mitmenschen nur suboptimal achtet.
Ich würde je auch gern mal was zum Dieter schreiben, aber wenn der wegen so einer Kleinigkeit schon knapp davor ist, das jüngste Gericht anzurufen ...
Anspruch auf rechtliches Gehör, auch wenn es wehtut
Ein Strafprozess ist ein Strafprozess ist ein Strafprozess. Ein solches Verfahren hat nicht die Aufgabe, die Öffentlichkeit zu unterhalten. Es geht auch nicht darum, Tätern oder Opfern eine Bühne für ihre Selbstdarstellung zu bieten. Ziel ist einzig und allein, Recht zu sprechen.
kommentiert - auch im übrigen - vollkommen zutreffend Klaus Hillenbrand in der taz
Der Lynchmob
Die Journalisten der BZ-Berlin sind zu feige, Ihre Namen unter ihre Hetz-Artikel zu schreiben. Widerwärtiges Pack!
Dotcom: Anklage ist Nonsense
Kim Dotcom hat sich befragen lassen. Zu den Vorwürfen, die sich in dieser Anklageschrift befinden:
In einem Telefon-Interview mit Torrentfreak teilt Kim Schmitz mit, daß die Vorwürfe, die die US-Behörden gegen ihn erheben, „Nonsens“ seien; Megaupload sei ein legaler Anbieter, der lediglich aus politischen Gründen geschlossen worden sei.
Ich kenne die Spielregeln in den USA nicht wirklich. Aber vollstellbar ist es durchaus, daß eine solches Interview aus der Sicht der Verteidigung „Nonsens“ sein könnte. Meinen Mandanten empfehle ich jedenfalls grundsätzlich, sich nicht gegenüber den Medien zu äußern.
Angst-Blogger
Blogger bloggen nicht nur, sie kommentieren auch bei anderen Bloggern. Wenn man sie läßt.
In einigen Fällen möchten die Blogger gar keine Kommentare, sie haben daher die entsprechend Funktion abgestellt. Das ist in akzeptabler Ordnung.
Hier im Blog sind (die meisten) Kommentare willkommen, wer seinen Sempf hier abgeben will, kann es tun, soll es tun. Hürdenlos. Das klappt in aller Regel ganz gut. Die vereinzelten Ausnahmen bekomme ich schnell in den Griff.
Zwischen diesen beiden Eckpositionen gibt die Angsthasen, die dem Leser mit allerlei Spielereien den Spaß am Kommentieren verderben. Das hier ist ein Beispiel von vielen:

Das habe ich mir nun die Mühe gemacht, ein paar freundliche Zeilen in das Kommentarfeld einzutragen, gebe meine Namen und meine Website an und dann soll ich auch noch vertipperprovzierendes Zeugs abschreiben, um zu „beweisen“, daß ich kein Robot bin.
Liebe Angstblogger, es gibt Plugins, die Spam-Robots zuverlässig draußen halten und sich gegenüber wohlgesonnenen Kommentatoren „gastfreundlich“ verhalten.
Ich tippe jedenfalls, was *ich* will, und nicht, was mir ein Anti-Spam-Robot zu diktieren versucht.
Fütterungszeit
Heute morgen im Gericht:
Ich bin froh und dankbar, einen Beruf zu haben, bei dem ich nicht vor irgendwelchen Türen herumlungern
und darauf warten muß, bis mich jemand füttert.
Keine stinkende tote Fische im Briefkasten
Die BILD soll verschenkt werden. Und zwar an Alle. Auch an die, die dieses Druckwerk eigentlich gar nicht haben möchten.
Nun gibt es mehrere Möglichkeiten auf diese Art des Massen-Marketing zu reagieren. Der Kölner Rechtsanwalt Andreas Schwartmann schlägt vor, den Springerverlag darum zu bitten, „die unerwünschte Zustellung der Zeitung“ zu unterlassen.
Das macht jedoch Arbeit, wie man sich leicht vorstellen kann. Hat nicht jeder die Zeit für. Deswegen:
Man kann die Zeitung wegschmeißen, Leute!
Das ist eine Alternativ-Möglichkeit, die im „StrafrechtsBlog“ vom Kommentator Hands vorgeschlagen wird.
Als langjährig tätiger Strafverteidiger (und Fan von Volker Pispers) muß ich jedoch dringend davor warnen, stinkende tote Fische in dieses Freiexemplar der sogenannten „Zeitung“ einzuwickeln. Weil das ein Strafverfahren wegen Beleidigung zulasten des Fisches nach sich ziehen könnte.
Don’t be evil
Im Zusammenhang mit unserem neuen Internet-Auftritt war auch die Werbung über Google-AdWords angedacht. Um ein altes Konto zu reaktivieren, das wir vor einigen Jahren im Zusammenhang mit einem abgeschlossenen Projekt genutzt hatten, stand ich in (sehr freundlichem) Kontakt mit Google; es ging um ein paar organisatorische Fragen, die die Finanzbuchhaltung betrafen. Während die Sache noch in Bearbeitung war, erhielt ich von „adwords-noreply“ folgende Mitteilung:
Sehr geehrte AdWords-Kundin, sehr geehrter AdWords-Kunde,
wir haben bei Ihrem Google AdWords-Konto gravierende Verstöße gegen unsere Nutzungsbedingungen bzw. unsere Werberichtlinien festgestellt. Aus diesem Grund wurden Ihr Konto und alle weiteren von Ihnen erstellten zugehörigen Konten deaktiviert und Ihre Anzeigen werden nicht mehr bei Google geschaltet. Wir weisen Sie darauf hin, dass Sie ab sofort weder ein AdWords-Konto besitzen noch ein neues erstellen dürfen.
Das fordert natürlich zur Frage heraus, was denn bei uns anstößig sein sollte. Der höfliche Googler antwortete:
... , ich habe einen Überprüfungsantrag für Ihre Zielseite gesendet. Sollte sich bei der Überprüfung herausstellen, dass Ihre Zielseite den Richtlinien zur Zielseite und zur Website entsprechen, werden Sie eine E-Mail von uns erhalten. [...] Sollte sich herausstellen, dass Ihre Website weiterhin gegen die Richtlinien zur Zielseite und zur Website verstößt, werde ich mich bei Ihnen melden.
Drei Tage später bekam Post, vom selbem Mitarbeiter des Google AdWords-Teams, mit dem ich bereits Kontakt hatte:
Google nimmt Verletzungen der AdWords-Richtlinien sehr ernst. Ihr Konto wurde deaktiviert, nachdem unser System einen Verstoß gegen eine oder
mehrere unserer Richtlinien festgestellt hatte.Nach sorgfältiger Prüfung haben unsere AdWords-Spezialisten jedoch festgestellt, dass kein Richtlinienverstoß vorliegt, und haben Ihr Konto
wieder aktiviert. Ich wünsche Ihnen viel Glück mit Ihren Kampagnen.
Einige unserer Mandanten sind waren Werbetreibende, die sich darauf spezialisiert hatten, diese Nutzungsbedingungen zu umgehen. Ob für Google unsere Mandatsbeziehung zu diesen Leuten der Anlaß war, unsere Website zu „diskriminieren“, ist eine bloße Vermutung, die durch nichts belegt ist.
Aber einen konkreten Hinweis, unter welchem Blickwinkel die Website eines Kreuzberger Strafverteidigers gegen die AdWords-Spielregeln verstoßen haben soll, habe ich leider nicht bekommen.
„You can make money without doing evil“. So lautet ein - überzeugender - Leitspruch der Google-Philosophie. Ist es „böse“ und „schlecht“, böse und schlechte Menschen zu verteidigen?
Ich rege die Feinjustierung Eurer Filter an, liebe Googler!
Spiel nicht mit den Schmuddelkindern
Überraschend ist dabei nicht nur die Naivität des Präsidenten. Anzunehmen, die im Gossenkampf erprobte Bild-Zeitung werde wegen einer Drohgebärde tatsächlich einen Text nicht drucken, ist verrückt.
schreibt Ulrich Schulte in der taz. Er stellt ein paar unangenehme Fragen - nicht an den unseren Präsidenten, sondern an die Gossenkämpfer.
Die Fehler, die Herr Wulff gemacht hat und noch machen wird, rechtfertigen nicht das Verhalten dieser Boulevard-Reporter. Ich bezweifele, ob die Herrschaften aus der Kochstraße Rudi-Dutschke-Straße auch nur am Rande an die Pressefreiheit gedacht haben bei ihrer Kampagne gegen unser Staatsoberhaupt.
Ein gewisses Unbehagen bleibt deshalb.
kommentiert der tazzer, viel zu höflich.
Ich für meinen Teil halte es daher lieber mit Franz-Josef Degenhardt.


