Kreuzberg
Gemütliches Kreuzkölln
Neukölln ist ein Szenebezirk. Jedenfalls Nord-Neukölln. Das liegt in unmittelbarer Nachbarschaft zu Kreuzberg. Deswegen meinen die Schwaben und sonstigen Nicht-Berliner, die in diesen Kiez eingefallen sind wie Attila in das römische Reich, das sei jetzt Kreuzkölln.
Diese Kreuzköllner sind ein Party-Volk. Deswegen gibt es in der Weserstraße und dem Reuterkiez reichlich neue Kneipen. Weil die Wohnungen entweder knapp oder zu teuer sind, hält sich dieses Volk vorzugsweise in diesen Kneipen auf.
Ist ja auch echt gemütlich dort.
Wie damals ...
Irgendwie erinnert mich das Plakat an meine Zeit in Marburg, Anfang der achtziger Jahre.
Aber auch damals schon habe ich die Plakate des Spartakus irgendwo in längst vergangene Zeiten eingeordnet. Naja, es hat sich ja auch nichts geändert seitdem ...
Hach.
Frühsport
Ich finde, das macht richtig was her, dieses Höhenprofil.
Immerhin gewaltige 91 Höhenmeter auf dieser Guten-Morgen-Tour. Hier ging’s lang:
Als Appetit-Anreger für ein leckeres Müsli danach aber bestens geeignet.
Und nun frisch ans Werk - Fristablauf ist am Montag.
Wahlkampf in Neukölln
In Kürze wird gewählt. Das Wahlvolk in Berlin, und damit auch in Neukölln, ist aufgerufen seine Vertreter ins Amt zu wählen. Einer der Kandidaten ist Neuköllns Bezirksbürgermeister Heinz Buschkowsky, Mitglied der SPD.
Es ist unbestritten, daß Buschkowski für den Bezirk mit dem Proleten-Image eine Menge guter Dienste geleistet hat. Sympathisch an ihm waren auch seine stets deutlichen Worte, mit denen er die Zu- und Umstände in Neukölln beschrieb.
Nun aber scheint er den Bogen reichlich überspannt zu haben. In einer Bußgeldsache hatte das Amtsgericht Tiergarten die Einstellung des Verfahrens verfügt. Es ging um einen Bußgeldbescheid, der gegen einen Gastwirt erlassen wurde; das Ordnungsamt warf ihm vor, Jugendlichen verbotenerweise Alkohol ausgeschenkt zu haben.
Buschkowski, der die Verfahrensakten nicht kennt und auch sonst nicht an dem Verfahren beteiligt war, reklamierte diese Einstellung als falsch. Soweit, so gerade noch in Ordnung.
Dann schrieb Buschkowski aber auch noch einen Kommentar für die BILD. Exakt auf dem Niveau dieses Blatts. Er Bezeichnete den Richter - wenn auch indirekt - als einen Schwachmaten, low performer, und kritisierte gleich in einem Rundumschlag die „Schlafmützenjustiz“.
Kritik an einer gerichtlichen Entscheidung ist eine Sache, persönliche Diffamierung von Richtern durch Politiker eine andere.
Politiker wie Buschkowski sollten ihre eigenen Grenzen kennen, damit sie andere von der Qualität ihrer Leistung überzeugen können. Diese Grenzen hat der Dicke aus Neukölln deutlich überschritten.
Hintergrund: Tagesspiegel
Danke an HU für den Hinweis.
Update:
Die Pressemeldung der Präsidentin des Kammergerichts liefert die Fakten, die zu der - zutreffenden - Entscheidung des Amtsgerichts geführt haben. Es ist zu hoffen, daß Herr Buschkowski in seinem Wahlkampf Zeit gefunden hat, die Hintergründe des Entscheidung wenigstens im Nachhinein zur Kenntnis zu nehmen und über sein eigenes Verhalten nachzudenken.
„Haut ab, das ist unser Bezirk!“
Die Zahl rechtsextremer Gewalttaten in Deutschland sinkt deutlich. Nur nicht in den ostdeutschen Ländern - dort nimmt die Zahl der Übergriffe weiter zu.
Kann man im Verfassungsschutzbericht 2010 nachlesen, liest man in der taz.
Auch wenn ich solchen öffentlich-rechtlichen Berichten traditionell und berufsbedingt eher skeptisch gegenüber stehe: Sie enthalten wenigstens einen gewissen Grad an Wahrscheinlichkeit, daß das zutrifft, worüber berichtet wird.
Für die in den (einschlägigen) Medien zu lesenden „Berichten“ gilt das eher nicht. Dort weiß man derzeit bereits vor Beginn einer profunden Untersuchung, daß die Nazis zuerst von „den Linken“ verprügelt wurden, bevor die Nazis die Einrichtungen linker Projekte abgefackelt haben. Hat was von der 40 Jahre alten Schlagzeile: „Bild sprach zuerst mit der Toten.“
Erst ermitteln und analysieren, danach dann berichten. Die Reihenfolge ist entscheidend! Wie beim Moppedfahren: Erst die Füße von den Rasten und dann anhalten. Sonst fällt man auf die Schnasze.
Nur mal so nebenher, paßt grad’ gut:
Schließlich gelang es den protestierenden Kreuzbergern, das als Provokation geplante Treffen von „Pro Deutschland“ in ihrem Bezirk friedlich zu verhindern.
Nazis raus aus unserem Rathaus! Ganz ohne (linke) Gewalttaten. Geht doch ...
Spießer!
Gefunden und von mir photographiert an der Hauswand einer Eisdiele in der Nähe der Admiralbrücke.
Erinnert mich ein bisschen an den Slogan der damals schon Gestrigen in den Siebzigern: Geht doch rüber!
Betreuung in Neukölln
Das gesetzgeberische Ziel [...] war Betreuung statt Entmündigung, um den Betroffenen Hilfe zu einem frei selbstbestimmten Leben zu leisten. Das Grundrecht auf Selbstbestimmung ergibt sich aus Artikel 2 Absatz 1 des Grundgesetz (GG). Die Betreuung dient nicht zur Erziehung oder dazu, gesellschaftliche Wertmaßstäbe durchzusetzen.
ist in Wikidepia zum Thema Betreuung zu lesen.
Und so sieht das in der Neuköllner Praxis aus:
Danke an HU für den Hinweis auf diese nette Neuköllner Eckkneipe.








