Rocker

Verboten: Hells Angels Pforzheim

Der Verwaltungsgerichtshof Baden-Württemberg (VGH Mannheim) hat entschieden, dass das vom Innenministerium Baden-Württemberg verhängte Verbot des Vereins der „Hells Angels Motorcycle Club Charter Borderland“ (HAMC Borderland) mit Sitz in Pforzheim voraussichtlich rechtmäßig ist. In der Entscheidung vom 09.01.2012 (1 S 2823/11) hat der VGH Mannheim den vom Innenministerium angeordneten Sofortvollzug bestätigt und den Antrag des Vereins auf Gewährung von Eilrechtsschutz abgelehnt.

Trotzdem: Optimismus unter der Adresse www.hellsangels-borderland.de

Wenn man sich so umsieht, wer oder was so alles nicht verboten wird, könnte man ein wenig nachdenklich werden.

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Besuch im Club

Gestern Abend besuchten etwa 120 Kräfte der Berliner Polizei einen Club. Selbstverständlich nicht zum Vergnügen. Sondern diesmal „vor allem dem Schutz der Bevölkerung“, wie die Berliner Morgenpost berichtete.

Es war das Clubhaus der Hells Angels „Berlin City“, die Gastgeber unter anderem eines Spezialeinsatzkommandos (SEK) waren. Wie üblich fand man ein paar Gegenstände, die auch im Waffengesetz Erwähnung finden. Ansonsten ging es wohl eher um eine Vorstellung für die Galerie.

Gleichwohl: Es gärt. Auch in der Szene selbst.  Denn der „Überlauf“ der 80 (ehemaligen) Bandidos zu den Angels ist noch immer nicht so richtig verdaut:  Die ehemals bunten Jungs der Hells Angels „Berlin City“ sind immer noch ein ganz besonderes Völkchen unter den rot-weißen Engeln.

 

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Party bei „Berlin City“ und „Berlin Eastgate“

Geladene und ungeladene Gäste gestern auf der Rockerparty der Bandidos in Reinickendor anläßlich ihres 10. Geburtstages.

Darüber berichtet heute der Tagesspiegel. Alles und jeder wurden kontrolliert. Gefunden wurde ... nichts. Aber die Polizei hat einmal mehr ein paar nette Fotos für’s Familienalbum geschossen. Man weiß ja nie, wofür man sowas mal gebrauchen kann.

Es dauert nicht mehr lange, da werden die Gäste solcher Feiern nur nach erfolgter Speichelprobe für die DNA-Datenbank aufs Festgelände gelassen.

 

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Keine Bande, keine kriminelle Vereinigung, keine OK

Die Wissenschaft sieht es anders als die Praxis:

Nach Einschätzung von Professor Hans-Jürgen Kerner, Leiter des Kriminologischen Instituts und Lehrstuhlinhaber an der Uni Tübingen, sind die Rocker der „Hells Angels“ weder eine „Bande“ noch eine „kriminelle Vereinigung“ und auch nicht der Organisierten Kriminalität zuzuordnen.

Quelle: Pforzheimer Zeitung

Es gibt die Vermutung, daß die Praxis und auch bestimmte politische Kreise die - angebliche (?) - Rockerkriminalität zur Rechtfertigung für weitere Einschränkungen von Freiheitsrechten nutzen möchten. Ganz von der Hand zu weisen ist das nicht.

Ähnlich sah es in den Siebzigern aus mit der RAF; zur Zeit ist der islamistische Terror en vogue, wenn es um „Verschärfung“ von Gesetzen geht. Rocker und ihre MC sind in diesem Zusammenhang auch immer mal wieder gern gesehen.

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Gute Beziehungen zwischen Angels und LKA

Fünf Polizisten sollen Geheimnisse an die Hells Angels verraten und mit Betäubungsmitteln gehandelt haben, berichtet die Frankfurter Rundschau:

Zu den Festgenommenen zählte ein 50 Jahre alter Kriminalhauptkommissar des Landeskriminalamts. Er wird beschuldigt, den Rockern gegen Geld Ermittlungsinformationen weitergegeben zu haben. Eine 33-jährige Polizistin und ein 36-jähriger Kollege, beide aus Frankfurt, sollen ebenfalls Geheimnisse verraten und zudem Kokain gekauft haben. Eine 34 Jahre alte Frankfurter Oberkommissarin steht unter Verdacht, nicht nur Kokain erworben, sondern es auch an einen Kollegen weiterverkauft zu haben.

Jetzt, da die Beziehungen zwischen den Bandidos und den Angels in ruhigere Fahrwasser angekommen sind, hat man offenbar wieder Kapazitäten frei, an anderer Stelle Ermittlungen zu führen. Was am Ende dabei herauskommt, steht dann auf einem anderen Blatt.

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Bandido als Vollstrecker?

Der 49-jährige Duisburger Tomas W. ist Betreiber einer Gaststätte. Nicht irgend einer Gaststätte, sondern einer mit Hut. Mit Sombrero, genauer gesagt. Eine gelbe mexikanische Kopfbedeckung, rote Buchstaben - das sind die Farben der Bandidos und des Vereinsheim, also eben dieser Gaststätte in Duisburg.

Der Bandido ist aber nicht nur Wirt und Hauseigentümer. Sondern er geht auch noch einem anderen ehrbaren Beruf nach. Es ist (war und ist wieder) Gerichtsvollzieher beim Amtsgericht Essen; in Österreich würde man ihn Exekutor, also Vollstrecker, nennen. Gerichtsvollzieher vollstrecken nämlich u.a. Forderungen, aus vollstreckbaren Urkunden, z.B. aus Vollstreckungsbescheiden.

Diese Papiere sind aber meist in schnödem schwarz-weiß gehalten und nicht in rot-gold. Und das paßt nicht zueinander, meinte die Essener Justizverwaltung und die Vorgesetzten, die beim Oberlandesgericht Hamm sitzen. Sie delegierten den rockenden Vollzieher zum Aktenabstauben in den Innendienst. Da aber ein Rocker nun einmal die frische Luft bevorzugt, wehrte er sich dagegen, und zwar mit Hilfe des Verwaltungsgericht Gelsenkirchen.

Verwaltungsgericht Gelsenkirchen

Und diese Verwaltungsrichter, die allgemeinhin nicht als besonders rockerfreundlich gelten dürften, überraschten mit ihrer Entscheidung (VG Gelsenkirchen, Beschluß vom 24.06.10, Az: 12 L 461/10). Sie meinten nämlich, es gäbe keine Anhaltspunkte dafür, dass sich die Mitgliedschaft des Gerichtsvollziehers bei den Bandidos negativ auf seine Arbeit ausgewirkt hätte.

Ich stelle mir gerade das Gesicht eines Essener Hells Angels vor, dem der Bandido einen Kuckuck auf den Flachbildschirm kleben will. 8-)

Danke an die Donnerkatze für den Hinweis. crh

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Die Hells Angels und der arme Hund

Nicht bei Sinnen war ein 26-jähriger Student aus München, als er mit seinem Auto auf dem Clubgelände der Hells Angels bei Allershausen parkte. Er stieg aus, warf einen Hundewelpen - es war offenbar sein eigener - nach den Mitgliedern des Motorradclubs und zeigte ihnen sein blankes Hinterteil. Zu Fuß flüchtete er Richtung Autobahn A9.

Quelle: Merkur Online

Ob der Hundeweitwerfer gelb-rote Kleidung trug, wurde nicht überliefert.

Danke an Wolffgang Preiss für den Hinweis auf den Artikel.

Foto: pauline / pixelio.de

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Links ist da, wo der Daumen rechts ist

Ok, Frank Hanebuth und Peter Maczollek muß man namentlich nicht kennen. Aber der Herr da rechts mit den gold-roten Patches, daß das kein Angel ist, sollte auch ein Reporter Mitarbeiter der BZ-Berlin recht einfach ergooglen können.

Andererseits ... man sollte die BZ-Schreiber auch nicht überfordern.

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Bildung bewaffneter Haufen

So lautete die Vorschrift § 127 StGB noch zu meinen Studentenzeiten. Im April 1998 hat irgendein Sprachwissenschaftler herausgefunden, daß „Haufen“ anrüchig klingt und deswegen wurden daraus „Gruppen“ gemacht.

Zu der Frage, was inhaltlich unter „Haufen“ bzw. „Gruppen“ zu verstehen ist, wurde am Wochenende in der Neukölln Weichselstraße ein Seminar veranstaltet. Darüber berichtet die Berliner Morgenpost:

Nur mit Androhung von Waffengewalt hat die Berliner Polizei das Aufeinandertreffen der verfeindeten Rockergruppen „Hells Angels“ und „Chicanos“ im Bezirk Neukölln verhindern können. Gegen 15 Mitglieder der „Hells Angels“ leitete die Polizei anschließend Ermittlungen wegen Bildung bewaffneter Gruppen ein.

Das war wohl sowas ähnliches wie ein Lokalderby: Es standen sich rot-weiße und gelb-rote Neuköllner Türken gegenüber.

Wenn die Jungs ihre Spielzeuge ...

eine Machete, einen Baseballschläger sowie diverse Schlag- und Stichwerkzeuge.

... zuhause gelassen hätten, wäre wenig Substanz für ein Ermittlungsverfahren übrig geblieben. Nun gibt es wieder Ärger mit der Justiz und Kosten für die Verteidigung.

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Rocker-Bilanz

Laut Glietsch(*) gibt es in Berlin zurzeit 17 Rockerclubs mit rund 800 Mitgliedern. 2008 waren es 13 Clubs mit 650 Mitgliedern. Aber die intensive Strafverfolgung zeige Wirkung. In den letzten fünf Jahren seien 789 Strafverfahren bearbeitet worden, 432 Festnahmen und 105 Haftbefehle erfolgt. „Ingesamt sind 325 Jahre Haft verhängt worden“, so Glietsch. Beschlagnahmt worden seien 443.000 Euro Bargeld, Rauschgift im Wert von über einer Million Euro und Vermögenswerte - auch in Form von Motorrädern - im Wert von 860.000 Euro.

Quelle: Plutonia Plarre in der taz

Irgendjemand muß ja für den Nachschub sorgen ...

(*) Glietsch ist der Polizeipräsident in Berlin. crh

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