Umfangreiche Maßnahmen

Die Ermittler fischen weiterhin im Trüben. Der Vorfall in Wartenberg vom 14. August 2009 ist noch nicht aufgeklärt, doch man bemüht sich:

[...] Im gesamten gestrigen Einsatzverlauf überprüften die Beamten 219 Personen und 55 Kraftfahrzeuge, händigten 51 Aufenthaltsverbotsverfügungen aus und beschlagnahmten 27 Gegenstände, u.A. Messer, Macheten, Beile, Teleskopschlagstöcke, Schlagringe und Baseballschläger.

heißt es in einer Pressemeldung der Polizei Berlin vom 23.08.09.

Unter anderem ging es dabei um das Clubhaus der „Bulldogs“ in der Scharnweberstraße und der Bandidos in der Provinzstraße. Polizei Präsenz gab es auch in der Lehderstraße in Weißensee sowie am Anton-Saefkow-Platz in Lichtenberg, die in Zusammenhang mit zwei Box-Events stand; man befürchtete dort ein Zusammentreffen der Hells Angels mit den Bandidos.

Bereits am Mittwochabend wurden an der Prenzlauer Promenade in Pankow ein gutes Dutzend Mitglieder des Clubs „Berliner Härte“ spontan kontrolliert. Ein paar Stunden später dann in Friedrichshain: Etwa 20 Angehörige des Rockerclubs „Born to be wild“ wurden an der Stralauer Allee gestoppt und überprüft.

Es ist die Rede von bislang 350 Hinweisen, die bislang bei der Polizei eingegangen seien. Eine „heiße Spur“ hat sich daraus jedoch nicht ergeben.

Lesenswert dazu ist der Kommentar in der taz:

Kriegswochenende in Berlin: An jeder Ecke kämpften Rocker gegen Rocker. Der Asphalt war getränkt vom Blut der Kuttenträger. Ohrenbetäubend laut dröhnten die Höllenmaschinen Marke Harley durch die leeren Straßen der geschundenen Stadt.

Und wer sich dennoch hinauswagte, wurde wie so manche arme unschuldige Oma, die beim Sonntagsspaziergang nur einen Boulevard überqueren wollte, mit einer Machete niedergemäht. Über allem aber lag der beißende Gestank rauchenden Gummis, denn die brutalen Rocker hatten ganze Viertel mit Barrikaden aus brennenden Motorradreifen abgesperrt. Nicht einmal die tapferen Berliner Schupos trauten sich hinein in diese dunkle Todeszone.

Tatsächlich ist jedoch nichts, aber auch rein gar nichts passiert. Ein „Mord in der Rocker-Szene“ war steht genauso wenig fest wie ein „Eifersuchtsdrama“. Mir scheint, hier wird wohl entweder ein Sommerloch gestopft oder es werden ganz andere Interessen mit diesen „umfangreichen Maßnahmen“ verfolgt.

Dieser Beitrag wurde unter Rocker veröffentlicht.

3 Kommentare zu „Umfangreiche Maßnahmen

  1. 1
    MaxR sagt:

    Es wird immer schlimmer!
    Erst wird Henryk M. Broder im Freistaat Christiania überfallen und jetzt eine dunkle Todeszone mitten in der Hauptstadt. Früher war alles viel besser!

  2. 2
    Kand in Sky sagt:

    @MaxR

    Ja sowas! Beschwert sich etwa der VorzeigeRepressionalist über Verbote? Oder gar Durchsetzung derer mittels Gewalt, die er sonst so gerne fordert?
    Danke für den Hinweis, war mal wieder lustig zu lesen (ausser der Tatsache, dass man so einen unlogischen Quatsch vor Jahren allenfalls in BILD aber nicht im Spiegel erwartet hätte).

    Zurück in’s KriegsGebiet Berlin: Der letzte Satz in der „taz“ spricht es aus:
    „So war das damals, an diesem schrecklichen Sommersonntag des Jahres 2009 in Berlin - jedenfalls, wenn man der alten Märchentante aus dem Hause Axel Springer glaubt“

    „Märchentante“ und „Springer“ - Pispers hat dazu eine weniger freundliche Formulierung parat, „dieses Drecksblatt mit dem man toten Fisch beleidigt wenn man ihn drin einwickelt“.

    Hört sich doch besser an, vor allen das Kriegsgebiet Berlin betreffend.

    #k.

  3. 3
    Frank sagt:

    „Und wer sich dennoch hinauswagte, wurde wie so manche arme unschuldige Oma, die beim Sonntagsspaziergang nur einen Boulevard überqueren wollte, mit einer Machete niedergemäht.„
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    SO EON SCHEIß GEHÖRT VERBOTEN DER HIER GESCHRIEBEN WIRD. DIE TAZ ISTDOCH EIN MRIONETTE DES STAATES